„Feindliche Übernahme“

„Unfreundliche Attacke“ auf die Commerzbank erzürnt Bundesregierung

  • Amy Walker
    VonAmy Walker
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Die UniCredit aus Italien unterstreicht ihr Interesse an der Commerzbank. Die Bundesregierung reagiert mit klaren Worten.

Berlin – Seit Monaten schon beschäftigt sich die deutsche Bundesregierung mit den Plänen der UniCredit, die deutsche Commerzbank zu übernehmen. Das Thema schien für eine Weile erledigt – bis am Mittwoch (18. Dezember) die italienische Bank ihre Anteile an der Commerzbank überraschend erhöht hat. Die Bundesregierung reagiert mit deutlichen Worten.

UniCredit will Commerzbank übernehmen – Bundesregierung empört über das Vorgehen

Die Bundesregierung kritisiert das Vorgehen der UniCredit bei der Commerzbank. Ein Regierungssprecher sagte in Berlin, die UniCredit gehe erneut „unabgestimmt und mit unfreundlichen Methoden“ vor. Die heutige Nachricht sei bemerkenswert, weil Unicredit zuvor öffentlich betont habe, vor den Bundestagswahlen nicht weiter aktiv werden zu wollen.

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hatte angesichts der Begehrlichkeiten der Unicredit immer wieder die Eigenständigkeit ihres Hauses betont. (Archivbild).

Die italienische Großbank hat sich inzwischen Zugriff auf insgesamt rund 28 Prozent der Anteile der Commerzbank gesichert, wie sie in Mailand mitteilte. Zugleich betonte sie ihre Übernahmeambitionen.

Die Bundesregierung habe sich zum Vorgehen der UniCredit bereits klar positioniert, sagte der Sprecher. „Wir lehnen das unabgestimmte und unfreundliche Vorgehen der UniCredit ab. Das gilt auch weiterhin und umso mehr, da es sich bei der Commerzbank um eine systemrelevante Bank handelt. Unfreundliche Attacken und feindliche Übernahmen sind im Bankensektor nicht angemessen.“ Der Bund als derzeit größter Aktionär unterstütze weiterhin die Commerzbank in ihrer Strategie und Eigenständigkeit. 

Zwei Großbanken sollen zu einer werden – Bundesregierung lehnt Übernahme der Commerzbank ab

„Der Bund sieht die Pläne der UniCredit auch deshalb kritisch, weil die Integration von zwei großen systemrelevanten Banken immer mit erheblichen Risiken unter anderem für die Beschäftigten einhergeht, erst recht bei unabgestimmtem Vorgehen“, sagte der Regierungssprecher. 

Die UniCredit selbst habe betont, dass die Beteiligung an der Commerzbank bisher ein reines Investment sei, das auch jederzeit wieder aufgelöst werden könne. „Die Bundesregierung erwartet, dass die UniCredit von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wird.“

Die UniCredit hatte Anfang September den Teilausstieg des Bundes genutzt und war im großen Stil bei der Commerzbank eingestiegen. Der Bund hat entschieden, bis auf Weiteres keine Commerzbank-Aktien mehr zu verkaufen. Derzeit hält der Bund noch rund 12 Prozent der Anteile. (wal/dpa)

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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