Nahaufnahme von einem Kleinkind mit Locken, das einen Sonnenhut trägt und Wasser aus seiner Nuckelflasche trinkt
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Bei starker UV-Belastung ist eine Kopfbedeckung für Kinder Pflicht.

Hitzebelastung bei Kindern

Bayerische Kinderärzte alarmiert: Kommende Hitzewelle ist „ernstzunehmende Bedrohung“

  • Michaela Brehm
    VonMichaela Brehm
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Ärzteverbände in Sorge: Extreme Hitze und starke UV-Strahlung bedrohen die Gesundheit von Kindern ernsthaft. Experten empfehlen besondere Vorsichtsmaßnahmen.

Schon jetzt sprechen Meteorologen von einem der wärmsten Juni-Monate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Sollte der Sommer in diesem Tempo weitergehen, könnte 2025 ein Hitzerekordjahr werden – mit Folgen, die deutlich über das bloße Schwitzen hinausgehen. „Die zunehmenden Hitzewellen infolge des Klimawandels stellen eine ernstzunehmende Bedrohung für die Gesundheit und Entwicklung von Kindern dar“, betont der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) Bayern in einer aktuellen Pressemitteilung.

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Darum sind Hitzewellen für Kinder besonders gefährlich

Laut aktuellen Prognosen soll es in den nächsten Tagen und Wochen heiß bleiben. Je nach Region können die Temperaturen bis an die 40 °C heranreichen. Kinder sind von dieser Hitze besonders gefährdet: Statt unbeschwertem Sommerspaß bedeutet die Sonne für sie ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko.

Die Bayerischen Kinderärzte nennen dafür vier wesentliche Gründe:

  • Ungünstiges Verhältnis von Körperoberfläche zu Gewicht: Kinder nehmen im Verhältnis mehr Wärme auf und überhitzen schneller.
  • Noch nicht ausgereifte Schweißproduktion: Die natürliche Klimaanlage des Körpers funktioniert bei Kindern noch nicht.
  • Höherer Flüssigkeitsbedarf: Der aktive Stoffwechsel von Kindern braucht mehr Flüssigkeit.
  • Geringere Selbstwahrnehmung: Kinder merken oft nicht rechtzeitig, dass sie durstig sind oder überhitzen.

Je jünger Kinder sind, desto größer ist das Risiko für Hitzeschäden.

Kinder sind häufiger im Freien aktiv, oft abhängig von Bezugspersonen und eben keine kleinen Erwachsenen. Ihr Körper kann sich nicht so effektiv an hohe Temperaturen anpassen. Daher ist es besonders wichtig, dass Eltern und Betreuungspersonen proaktiv für UV- und Hitzeschutz sorgen und frühzeitig auf Anzeichen von Überhitzung oder Flüssigkeitsmangel achten.

Dr. med. Stefanie Haberger, Expertin für Kindergesundheit und Klimawandel beim BVKJ

Auf Warnzeichen einer Überhitzung oder Dehydrierung achten

Ein hochroter Kopf ist immer ein erstes Warnzeichen, dass das Kind überhitzt. Kommen Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und ein steifer Nacken dazu, können das Hinweise auf einen Sonnenstich sein. Auch Unruhe und Verwirrtheit sind möglich. Wirkt das Kind dagegen apathisch, klagt es über sehr starke Kopfschmerzen und atmet es sehr schnell, sind das eindeutige Alarmsignale für einen Hitzschlag. Bringen Sie das Kind dann sofort aus der Sonne und alarmieren Sie den Notarzt (112).

Tückisch ist, dass Kinder vor allem beim Planschen im und am Wasser leicht überhitzen können. „Durch Wind und Wasser wird Hitze und Sonneneinstrahlung evtl. nicht intensiv empfunden, zusätzliche Bewegung kann die Überhitzung noch verstärken“, warnt Dr. Stefanie Haberger vom BVKJ Bayern. Daher müssen Eltern hier besonders gut darauf achten, mit ihren Kindern regelmäßige Pausen im Schatten zu machen.

Eine Dehydrierung bei Kindern zeigt sich ähnlich wie bei Erwachsenen. Sie bekommen trockene, klebrige Lippen und Mundschleimhaut, die Augen können leicht eingesunken sein, die Haut ist weniger elastisch und fühlt sich trocken und kühl an. Kinder, die dringend Flüssigkeit benötigen, wirken quengelig und reizbar, sie weinen ohne Tränen. Ist der Urin dunkelgelb gefärbt oder bleibt er mehr als sechs Stunden aus, sind das ebenfalls Warnsignale.

Bayerische Kinderärzte fordern: Eltern mit der Verantwortung nicht alleine lassen

Um Kinder auch in der Kita und in den Schulen besser zu schützen, fordert der BVKJ Bayern von der Politik verpflichtende Hitzeschutzpläne und bauliche Anpassungen von Betreuungseinrichtungen. Ausreichende Trinkmöglichkeiten und kühle Räume seien hier zum Beispiel wichtige Kernpunkte. Außerdem müsse darüber nachgedacht werden, Unterrichtszeiten an heißen Tagen anzupassen. „Wir müssen gemeinsam handeln, um unsere Kinder vor den Gefahren des Klimawandels zu schützen. Hitze ist nicht nur unangenehm – sie ist ein echtes Gesundheitsrisiko, dem wir mit gezielten Maßnahmen und Aufklärung begegnen müssen“, zieht Dr. Dominik Ewald, Vorsitzender des BVKJ Bayern, sein abschließendes Fazit.

Bei hallo-eltern.de können Sie sich über weitere Hitze-Tipps für Familien informieren: zum Beispiel, wie Sie Kinder bei Hitze sinnvoll beschäftigen oder wie das Kinderzimmer zum Schlafen heruntergekühlt werden kann.