Folgen für Windenenergiebranche
Seltene Erden: China verstärkt Marktdominanz – Suche nach Alternativen läuft
Im internationalen Kräftemessen intensiviert China die Kontrolle über die sogenannten Seltenen Erden. Das hat Auswirkungen auf die hiesige Industrie.
Peking – Weltmarktführer China verschärft die Kontrolle über die sogenannten Seltenen Erden. Sie sind für viele Hochtechnologie-Produkte wichtig. Zum Beispiel werden Spezialmagneten, die beim Betrieb von Windrädern benötigt werden, aus den Seltenen Erden hergestellt. Wirklich selten sind sie nicht, der Name trügt. Aber China ist Weltmarktführer und zieht und will nun mehr Kontrolle über die wichtigen Ressourcen ausüben.
Neue Vorschriften für Abbau und Verarbeitung von Seltenen Erden
Die Regierung erließ am Freitag neue Vorschriften für den Abbau und die Verarbeitung der kritischen Rohstoffe. Demnach sollen künftig auch importierte Rohstoffe in das bereits bestehende Quotensystem einbezogen werden, wie das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie in Peking ankündigte. Das könnte auch die deutsche Wirtschaft treffen. Deutschland ist bei den Seltenen Erden auf China angewiesen: Im vergangenen Jahr kamen 65,5 Prozent der importierten Menge aus der Volksrepublik, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.
Verknappung des Angebots aus China – wichtiger Bauteil für Windturbinen
Die Maßnahme folgt auf ein seit Februar laufendes Anhörungsverfahren. Analysten zufolge signalisiert die Einbeziehung von importiertem Erz eine weitere Verknappung des Angebots bei Seltenen Erden. Zuletzt hatte China die ersten Förder- und Schmelzquoten für 2025 ohne die übliche öffentliche Ankündigung vergeben. Bei Seltenen Erden handelt es sich um eine Gruppe von 17 Elementen, die für Produkte wie Laser, Militärausrüstung sowie für Magnete in Elektroautos, Windturbinen – also auch für die Energiewende – und Unterhaltungselektronik benötigt werden.
China nutzt seine Marktmacht, Seltene Erden sind vielgefragt
China ist der weltweit dominierende Anbieter und nutzt seine Marktmacht zunehmend als politisches Instrument. Die Verknappung folgt auf die Nachricht, keine Nvidia-Chips aus den USA mehr kaufen zu wollen. Die Volksrepublik hatte im April im Handelsstreit mit den USA Exportkontrollen verhängt, darunter für Metalle der Seltenen Erden. Zu diesen gehören unter anderem besonders starke Magnete, die in Elektromotoren für Autos, aber auch in Lautsprechern, elektrischen Fensterhebern oder Scheibenwischern vorkommen. Begründet hatte China die mitten im Handelsstreit mit den USA ergriffene Maßnahme mit dem Schutz der nationalen Sicherheit und der Bekämpfung illegaler Rohstoffgeschäfte. Die Begrenzung durch die chinesische Regierung hat auch die deutsche Wirtschaft zu spüren bekommen.
„Roadmap für Permanentmagnete“ – wichtig für Windräder
Zuletzt beschrieb Tine Heni in der Frankfurter Rundschau, dass zentrale Akteure der europäischen Windindustrie und das Bundeswirtschaftsministerium nun eine „Roadmap für Permanentmagnete“ vorgelegt haben. Das Ziel: Die EU soll mehr Seltene Erden aus anderen Ländern beziehen und so die Abhängigkeit verringern. Das Ziel: Magere fünf Prozent sollen es sein, die die EU ab 2029 aus nicht-chinesischen Quellen beziehen. In anderen Worten: Zurzeit ist man total abhängig. Der Bericht beschreibt, dass Importe von Seltenen Erden aus Australien, Südafrika oder Malaysia möglich sind. Auch Frankreich will sich in diesem Bereich verstärkt engagieren. Auch Indien kommt als Lieferant in Frage.
Hohe Abhängigkeit – 65,5 Prozent kommen aus China
12,7 Prozent der Hersteller von elektrischen Ausrüstungen klagten im Juli über Materialknappheit, wie das Münchner Ifo-Institut bei seiner Umfrage herausfand. Im April lag der Anteil mit 5,7 Prozent weniger als halb so hoch. „Dies ist vermutlich eine Folge der chinesischen Export- und Handelsbeschränkungen für bestimmte Seltene Erden“, sagte Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe dazu. Deutschland ist bei den Seltenen Erden auf China angewiesen: Im vergangenen Jahr kamen 65,5 Prozent der importierten Menge aus der Volksrepublik, so das Statistische Bundesamt. (mit Reuters)
Rubriklistenbild: © Hesse, Florian
