Die Herren-Abfahrt von Gröden war Schauplatz eines fürchterlichen Sturzes. Ein Ski-Alpin-Star musste sogar einen Helikopter-Transport über sich ergehen lassen. Nun folgte die erste Entwarnung.
Update 18.12.2025, 21:30 Uhr: Nach dem schweren Sturz des 25-jährigen norwegischen Skirennläufers informierte der norwegische Verband am Donnerstagabend über den Gesundheitszustand des Athleten. Möller erlitt Prellungen und verlor zwei Zähne, befindet sich jedoch „den Umständen entsprechend in einem guten Zustand“. Der Norweger wird „engmaschig“ von Krankenhaus und dem Ärzteteam des norwegischen Skiverbandes betreut. Die intensive medizinische Überwachung dient dazu, nach dem heftigen Aufprall weitere mögliche Verletzungen auszuschließen, die bei solchen Stürzen oft erst später erkennbar werden.
Fredrik Moeller ist in Gröden schwer gestürzt.
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Erstmeldung: Gröden – Die alpine Saison ist in vollem Gange, die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele 2026 laufen auf Hochtouren. Im schönen Südtirol in Gröden stand am 18. Dezember die Abfahrt der Herren auf dem Programm . Fredrik Moeller aus Norwegen ging als einer der hinteren Läufer mit Startnummer 45 ins Rennen. Er sorgte mit einem schlimmen Sturz für einen echten Schreckmoment, denn der Abtransport erfolgte per Hubschrauber.
Gut 30 Sekunden war der 25-Jährige unterwegs, als er auf den Kamelbuckeln auf der Saslong auf einmal in Rücklage geriet. Er verlor die Kontrolle, mit dem Rücken knallte Moeller auf die steinharte Piste, blieb zunächst für kurze Zeit regungslos liegen. Die Zuschauer im Zielraum hielten den Atem an, der Sturz des Norwegers sorgte für bange Blicke.
Ski-Alpin-Star Fredrik Moeller stürzt bei Gröden-Abfahrt schwer – Helikopter muss landen Als erste Bewegungen des Gestürzten sichtbar wurden, wich die Angst ein wenig aus den Gesichtern. Aufstehen aber konnte er nicht, sodass unmittelbar nach dem Aufprall medizinische Hilfe herbeieilte. Nach einer kurzen Behandlung wurde er mit dem Rettungsschlitten abtransportiert, war aber immerhin ansprechbar.
Der Sieg des Schweizers Marco Odermatt ging fast ein wenig unter, denn wie schlimm es Fredrik Moeller tatsächlich erwischt hat, ist noch unklar. Auch aufgrund der Tatsache, dass Moeller mit dem Helikopter ins Krankenhaus geflogen werden musste. Erst vor wenigen Wochen hatte der Unglücksrabe in Beaver Creek für Aufsehen gesorgt.
Leider kein Einzelfall – nächstes Ski-Ass verliert bei Sturz-Drama sein Leben Der italienische Skirennfahrer Matteo Franzoso galt als eines der hoffnungsvollen Talente im Speed-Team der „Azzurri“. Mit 25 Jahren stand er mitten in seiner Karriere, sein Traum war die feste Etablierung im Weltcup. Nun ist er nach einem tragischen Trainingssturz gestorben – der Skisport trauert um einen beliebten Kollegen. © IMAGO/R4924_italyphotopress In den vergangenen Jahren nahm er an mehreren Weltcup-Abfahrten teil und sammelte auch im Europacup Siege. Sein Weg schien vielversprechend, bis das Unglück alles veränderte. © IMAGO/Mattia Radoni / LiveMedia Doch auch vor Franzoso Matteos tragischem Tod forderte die Piste immer wieder auf brutalste Weise ihren Tribut ein. © IMAGO/Zoonar.com/Alexander A. Piragis Die Französin Régine Cavagnoud war amtierende Weltmeisterin im Super-G, als sie im Oktober 2001 bei einem Trainingslauf am Hintertuxer Gletscher mit einem deutschen Trainer kollidierte. Sie erlitt dabei schwerste Kopfverletzungen und verstarb wenige Tage später in einer Innsbrucker Klinik. © IMAGO / Sammy Minkoff Silvano Beltrametti Silvano Beltrametti galt mit mehreren WM-Medaillen im Junioren-Bereich als ein großes Talent im Schweizer Skiverband, als er im Dezember 2001 in Val d’Isère schwer stürzte. Nach einem Kontrollverlust flog er mit hoher Geschwindigkeit von der Strecke und prallte in die Fangzäune. © IMAGO/Camera 4 Silvano Beltrametti Die Folgen waren dramatisch: Beltrametti verletzte sich an der Wirbelsäule und ist seither querschnittsgelähmt. Sein Schicksal schockierte die gesamte Skiwelt und führte zu einer intensiven Diskussion über Sicherheit im alpinen Rennsport. Sein Sturz war ausschlaggebend für die Einführung der blauen Linien auf der Piste, welche den Athleten bei der Orientierung helfen. © IMAGO / Martin Hoffmann Gerade einmal ein Jahr später verunglückte auf der gleichen Strecke ein weiteres Schweizer Talent. Der 20-jährige Werner Elmer stieß mit einem Streckenposten zusammen und verstarb noch am Unfallort. Gerade einmal ein Jahr später verunglückte auf der gleichen Strecke ein weiteres Schweizer Talent. Der 20-jährige Werner Elmer stieß mit einem Streckenposten zusammen und verstarb noch am Unfallort. © Fabrice_Coffrini Christian Neureuther „Es ist ganz klar, wenn ein tragischer Unfall passiert, muss über die Sicherheit diskutiert und gestritten werden. Und das ist auch gut so“, sagte damals ein erschütterter Christian Neureuther nach der Tragödie. © IMAGO / Sven Simon Shelley Glover Im kanadischen Skisport galt Shelley Glover als eine der größten Nachwuchshoffnungen. Mit nur 17 Jahren kam sie 2004 bei einem Super-G-Training in Mont Tremblant ums Leben. Ihr früher Tod erschütterte das ganze Land und hinterließ eine große Lücke im Nachwuchsteam. Die Shelley Glover Foundation setzt sich noch heute für Mädchen und Frauen im Sport ein. © Shelley Glover Foundation/Facebook Nick Zoricic Der kanadische Skicross-Profi Nick Zoricic kam im März 2012 beim Weltcup-Finale in Grindelwald ums Leben. In der Landung nach einem Sprung verlor er die Kontrolle, kam von der Strecke ab und prallte in ein Sicherheitsnetz am Pistenrand. Trotz sofortiger Wiederbelebungsversuche konnten die Ärzte sein Leben nicht retten. © imago sportfotodienst Aksel Lund Svindal Im Dezember 2007 kam es im US-amerikanischen Beaver Creek zu einem der spektakulärsten Stürze der jüngeren Ski-Geschichte. Der Norweger Aksel Lund Svindal verlor nach einem Sprung die Kontrolle, überschlug sich mehrmals und seine Ski flogen durch die Luft. Mit schweren Gesichtsverletzungen und einem Bruch am Schienbein musste er lange pausieren – für viele Athleten wäre das das Karriereende gewesen. © IMAGO / Ulmer Svindal aber kämpfte sich eindrucksvoll zurück: Er wurde mehrfacher Olympiasieger, Weltmeister und eine prägende Figur des alpinen Skisports. Sein Comeback nach dem Horrorcrash gilt bis heute als Musterbeispiel für Stärke und Willenskraft. Svindal aber kämpfte sich eindrucksvoll zurück: Er wurde mehrfacher Olympiasieger, Weltmeister und eine prägende Figur des alpinen Skisports. Sein Comeback nach dem Horrorcrash gilt bis heute als Musterbeispiel für Stärke und Willenskraft. © IMAGO/Geoff Burke Matthias Lanzinger (Österreich) muss nach einem Sturz geborgen werden Der Österreicher Matthias Lanzinger war im März 2008 beim Super-G in Kvitfjell unterwegs, als er nach einem Sprung das Gleichgewicht verlor und unkontrolliert stürzte. Zunächst schien es ein „normaler“ Rennunfall zu sein, doch komplizierte Brüche am linken Bein führten zu Durchblutungsstörungen. Trotz mehrerer Not-Operationen mussten die Ärzte wenige Tage später den Unterschenkel amputieren. Damit war seine Karriere im alpinen Weltcup beendet – doch Lanzinger gab nicht auf. © IMAGO / Digitalsport 21.01.2017, Hahnenkamm, Kitzbuehel, AUT, FIS Weltcup Ski Alpin, KitzCharity Trophy, im Bild Matthias Lanzinger Er wechselte in den Para-Ski-Bereich, startete erfolgreich im internationalen Rennzirkus und vertrat Österreich sogar bei den Paralympischen Spielen. Dort holte er zweimal Silber. Damit wurde er zu einem Symbol für Stärke, Neubeginn und die Kraft des Sports, auch nach einem Schicksalsschlag. © IMAGO / Eibner Europa 22 01 2009 Streif Kitzbühel AUT FIS Alpine Ski World Cup Men 3 Training Daniel Albrecht Beim Training zur legendären Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel kam der Schweizer Daniel Albrecht im Januar 2009 böse zu Fall. Nach einem Sprung verlor er die Kontrolle, überschlug sich mehrmals und blieb regungslos im Zielbereich liegen. Albrecht erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und lag fast drei Wochen im künstlichen Koma. © IMAGO / Eibner 22 01 2009 Streif Kitzbühel AUT FIS Alpine Ski World Cup Men 3 Training Daniel Albrecht
Zuvor hatte er sich als einer der größten Talente des Schweizer Skiverbandes etabliert: 2007 wurde er Weltmeister in der Kombination, gewann im Weltcup mehrere Rennen und galt als Allrounder mit enormem Potenzial. Nach seiner langen Reha kehrte er tatsächlich in den Weltcup zurück – auch wenn er nicht mehr ganz an seine alten Erfolge anschließen konnte. © IMAGO / Eibner Hans Grugger Die Streif in Kitzbühel gilt als die gefährlichste Abfahrt der Welt – und dort ereignete sich im Januar 2011 der schwerste Sturz in der Karriere von Hans Grugger. Der Österreicher kam im Training am berüchtigten „Mausefalle“-Sprung zu Sturz, schlug mit voller Wucht auf und blieb bewusstlos im Schnee liegen. ©
IMAGO / ActionPictures Hans Grugger Ein Rettungshubschrauber brachte ihn mit schweren Kopf- und Brustverletzungen in die Klinik, wo er wochenlang auf der Intensivstation behandelt wurde. Zuvor hatte Grugger bereits vier Weltcuprennen gewonnen und sich als feste Größe im österreichischen Speed-Team etabliert. Zwar kämpfte er sich nach monatelanger Reha zurück ins Leben, doch eine Rückkehr in den Weltcup war unmöglich. ©
IMAGO / ActionPictures Le skieur français David Poisson se tue à l’entraînement sur une piste de l’Alberta, au Canada Der französische Speed-Spezialist David Poisson, von seinen Teamkollegen „Caillou“ genannt, kam im November 2017 bei einem Trainingssturz im kanadischen Nakiska ums Leben. Der damals 35-Jährige war ein erfahrener Rennfahrer, der 2013 bei der WM in Schladming überraschend Bronze in der Abfahrt gewann. Er nahm zudem an den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver teil und war auch für Sotschi 2014 im französischen Team nominiert. Bei dem Trainingsunfall verlor er kurz vor dem Ziel einen Ski und prallte gegen einen Baum – die Verletzungen waren so schwer, dass jede Hilfe zu spät kam. Erneut wurden die Diskussionen um die Sicherheit der Fahrer laut. © IMAGO/Agence Zoom/Bestimage Max Burghart Kurz darauf ereignete sich der nächst tragische Vorfall. Der junge Skirennläufer Max Burkhart, 17 Jahre alt und aktives Nachwuchstalent des Skiclubs Partenkirchen, verunglückte Anfang Dezember 2017 bei einem Abfahrtslauf in Lake Louise, Kanada. Beim Run stürzte er in ein Fangnetz, wobei die scharfen Kanten seiner Ski das Netz durchtrennten und er schwere Unterleibsverletzungen erlitt. Rettungskräfte reagierten sofort, er wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht, starb dort jedoch einen Tag später an seinen Verletzungen. © @m.burkhart/Instagram 12 12 2018 Saslong St Christina ITA FIS Weltcup Ski Alpin Abfahrt Marc Gisin aus der Schweiz stürzte 2018 auf der Saslong in Gröden so heftig, dass er eine Zeit lang regungslos und ohne Bewustsein im Schnee lag. © EIBNER/EXPA/Johann Groder Sport Themen der Woche KW50 Sport Bilder des Tages 15 12 2018 Saslong St Christina ITA FIS Welt Ein Rettungshubschrauber brachte ihn ins Krankenhaus. Schädel und Rückenverletzungen zog Gisin sich, anders als anfänglich angenommen jedoch nicht zu und kam mit einigen gebrochenen Rippen davon. Zwei Jahre später beendete er seine Karriere. © Eibner-Pressefoto/EXPA/Groder Fürchterlicher Moment: Urs Kryenbühl stürzt schwer. Beim Abfahrtsklassiker auf der Streif in Kitzbühel erlebte der Schweizer Urs Kryenbühl im Januar 2021 einen der schlimmsten, nicht tödlichen Stürze der letzten Jahre. Kurz vor der Ziellinie verlor er bei über 140 km/h die Kontrolle, hob ab und prallte mit voller Wucht auf die Piste. Mit Schädel-Hirn-Trauma, Schlüsselbein- und Bänderverletzungen musste er mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen und mehrere Tage auf der Intensivstation behandelt werden. Für den damals 26-Jährigen bedeutete der Unfall eine monatelange Zwangspause, die seine Karriere dauerhaft prägte. Sein Sturz zeigte einmal mehr, wie hoch das Risiko auf der berüchtigten Streif ist – selbst für Weltklassefahrer. © HELMUT FOHRINGER / AFP Matilde Lorenzi Im Oktober 2024 verunglückte die erst 19-jährige Matilde Lorenzi bei einem Trainingslauf im Schnalstal tödlich. Die Italienerin war Teil des Militärteams CS Esercito, hatte bereits nationale Super-G-Titel gewonnen und galt als eines der größten Nachwuchstalente ihres Landes. Trotz schneller Rettung und Hubschraubertransport ins Krankenhaus von Bozen überlebte sie ihre schweren Kopfverletzungen nicht. Um ihr Vermächtnis zu bewahren, gründete ihre Familie die Stiftung „Matildina4Safety“, die sich für mehr Sicherheit im Skisport einsetzt und damit ein starkes Zeichen über Lorenzis Tod hinaus setzt. © matiilorenzi/Instagram alpine ski race - 2023 Audi FIS Ski World Cup - Men s Super G Franzoso Matteo (ITA) during 2023 Audi FIS Ski World Cup Das jüngste Opfer der Piste ist nun Matteo Franzoso. Er wird als talentierter Sportler, geschätzter Teamkollege, Sohn und Bruder in Erinnerung bleiben. Sein früher Tod führt der Skiwelt die ständige Gefahr ihres Sports vor Augen – und macht deutlich, wie eng Freude und Risiko im alpinen Rennsport beieinanderliegen. © IMAGO/Mattia Radoni / LiveMedia Beim Super-G wurde er Zweiter hinter Vincent Kriechmayr und sammelte damit ein absolutes Top-Ergebnis ein. Ende Dezember 2024 hatte er seinen ersten Weltcup-Sieg einfahren können, beim Super-G in Bormio konnte niemand seine Zeit toppen. Nun geht es weniger um sportliche Zielsetzungen, sondern einzig und allein darum, den verheerenden Sturz aufzuarbeiten. (is)
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