Junioren-WM in Deutschland
Biathlon: Gold zum Abschluss – Überschaubare Bilanz mit Hintergründen
VonTobias Rufschließen
Bei der Junioren-WM im Biathlon hat die deutsche Mannschaft im letzten Rennen ihre erste Goldmedaille geholt. Die Bilanz fällt überschaubar aus, ist aber anhand mehrerer Punkte erklärbar.
Am Sonntag endete die Junioren-WM im Biathlon. Am Großen Arber im Bayerischen Wald wurden die Staffeln gelaufen. Deutschland beendet die Titelkämpfe im eigenen Land mit drei Medaillen. Die dürftige Ausbeute hat Hintergründe.
Es war ein goldener Abschluss für den deutschen Biathlon-Nachwuchs bei der Heim-WM am Großen Arber. Johanna Lehnung, Melina Gaupp, Leni Dietersberger und Sydney Wüstling gewannen die Staffel der Juniorinnen über 4x6 Kilometer und sorgten so für die erste Goldmedaille der deutschen Mannschaft im Hohenzollern Skistadion.
Biathlon: Junioren-WM endet mit Gold - Bilanz fällt überschaubar aus
Das Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) kam in acht Schießeinlagen ohne Strafrunde durch und lief die drittschnellste Zeit auf der Strecke. Silber ging an Frankreich, Bronze holte die Ukraine. Zuvor hatte es in den Jugend-Staffeln und bei den Junioren nicht für einen Podestplatz gereicht. Hier geht es zum Ergebnis
Damit beenden die Biathlon-Talente des DSV die Heim-WM mit drei Medaillen aus 18 Rennen. Zuvor hatten Hannes Lipfert (Jugend) und Wüstling (Juniorinnen) je eine Bronzemedaille im Sprint gewonnen. Die Bilanz fällt überschaubar aus, ist nicht zufriedenstellend, hat aber mehrere Faktoren.
Biathlon: Nachwuchsarbeit im Umbruch – Ergebnis sollte nicht überbewertet werden
Mit Gaupp, Wüstling und Lukas Tannheimer setzte man drei Athleten in der Juniorenklasse (Jahrgänge 2005 und 2006) ein, die eigentlich noch in der Jugend (2007 bis 2010) startberechtigt und dort klare Anwärter auf Medaillen gewesen wären. Eigentlich wäre auch Julia Tannheimer (2005) noch startberechtigt gewesen, die Ulmerin ist mehrfache Juniorenweltmeisterin und längst im Weltcup etabliert.
Zudem wird die Nachwuchsserie im Biathlon derzeit umstrukturiert. Der Fokus liegt auf regionalen Events. Viele große Nationen schicken ihre Talente erst später in den internationalen Vergleich. Am Großen Arber fand letztmals eine WM der Jugend und der Junioren statt. Der Jugendbereich wird künftig nicht mehr an der WM teilnehmen.
Die kleineren Biathlon-Nationen, die keine Kapazitäten für eigene Events haben, legen ihren Fokus hingegen gezielt auf die internationale Nachwuchsserie. Am Arber war die Chance entsprechend groß, Erfolge zu erzielen und damit wichtige Fördermittel zu generieren – Mittel, die in den großen Nationen aus dem System heraus entstehen.
Der Umbau der Ausbildung im deutschen Biathlon ist in vollem Gange. Man wird die überschaubare Bilanz am Großen Arber registrieren, sollte sie aber nicht überbewerten. (Quelle: chiemgau24.de, truf)