Medaillengewinner nicht berücksichtigt
Biathlon: Trainer treffen erste harte Olympia-Entscheidung – Harmonie in Gefahr?
VonTobias Rufschließen
Im Biathlon stehen bei Olympia ab Dienstag die ersten Einzelrennen an. Die Trainer stehen vor schweren Entscheidungen. Bei den Herren kommt ein Medaillengewinner nicht zum Einsatz. Die Stimmung im deutschen Team scheint dennoch stabil.
Mit der Bronzemedaille in der Mixed-Staffel startete die deutsche Biathlon-Nationalmannschaft überraschend gut in die Wettkämpfe bei Olympia 2026. Die Stimmung wirkte nicht erst nach dem Rennen harmonisch, das Team des Deutschen Skiverbandes scheint sich auf das Saisonhighlight eingeschworen zu haben. Dennoch müssen unbequeme Entscheidungen getroffen werden.
Bei Olympia gibt es im Biathlon nur vier Startplätze pro Nation. Die Trainer müssen genau abwägen, wen sie in welchem Rennen einsetzen. Bei den Herren steht die erste Formation bereits fest.
Biathlon bei Olympia: Aufstellung der Herren steht – Strelow fehlt im Einzel
Philipp Nawrath, David Zobel, Lucas Fratzscher und Philipp Horn werden das Einzelrennen am Dienstag in Angriff nehmen. Justus Strelow, der als Startläufer den Grundstein für die Medaille in der Mixed-Staffel legte, wurde nicht berücksichtigt.
„Das ist keine Entscheidung gegen Justus. Die Einzelrunde ist extrem anspruchsvoll und spielt ihm eher nicht in die Karten. Wir brauchen ihn definitiv im weiteren Verlauf der Olympischen Spiele“, begründete Biathlon-Sportdirektor Felix Bitterling die Nicht-Nominierung und ergänzte: „Er wäre gerne gelaufen, hat die Entscheidung aber wie ein echter Teamplayer akzeptiert“.
Im Laufe der Olympischen Spiele wird die sportliche Leitung immer wieder harte Entscheidungen treffen müssen. „Jeder weiß um die Startquote bei Olympia. Wir haben im Vorfeld auch darüber gesprochen. Grundsätzlich empfindet es jeder als große Ehre, hier überhaupt dabei zu sein. Das erleichtert das Thema“, sagte Bitterling am Sonntag nach der Mixed-Staffel gegenüber chiemgau24.de.
Biathlon: Deutsches Team betont Zusammenhalt – „Kann hinten raus aber unangenehm werden“
Die Harmonie im deutschen Team sollte zunächst also nicht gefährdet sein. In Antholz wirkt die Mannschaft sehr geschlossen, immer wieder wurde am Rande der Mixed-Staffel der Zusammenhalt im Mannschaftsquartier hervorgehoben.
Ob dies von Dauer ist, bleibt aber abzuwarten. „Klar ist auch, dass es für einzelne Sportler hinten raus unangenehm werden kann, wenn man nicht berücksichtigt wird“, sagte Bitterling und ergänzte: „Das gehört im Sport dazu und ist Teil des Jobs der Trainer und mir. Wir haben das in der Vergangenheit gut hinbekommen und bemühen uns, das auch hier bei Olympia zu bewerkstelligen.“
Der einfachste Weg, die positive Stimmung aufrechtzuerhalten, sind Erfolge. Am Dienstag haben die Herren im Rennen über 20 Kilometer bei vier Schießeinlagen die nächste Gelegenheit, mögliche Unstimmigkeiten im Keim zu ersticken. (Quelle: chiemgau24.de, truf)