Ein wichtiger Parameter passt nicht
Biathlon: Die Lage spitzt sich zu – Deutsches Team sucht nach einer Lösung
VonTobias Rufschließen
Im deutschen Biathlon war die Zuversicht nach der Bronzemedaille im ersten Rennen bei Olympia groß. Nach den ersten Einzelwettbewerben scheint die Lage zu kippen. Ein Faktor spielt dabei die ausschlaggebende Rolle.
Die deutschen Biathlon-Herren wirkten nach dem Olympia-Sprint in Antholz etwas ratlos. Philipp Horn wurde als Zehnter bester DSV-Athlet. Ein besonderer Blick galt den Laufzeiten. Hier lag Horn als Elfter auf einem soliden Platz, Philipp Nawrath erreichte auf der Strecke die 14. Zeit.
Im Weltcup waren beide schon deutlich schneller. Stellt sich also die Frage, ob die deutsche Biathlon-Nationalmannschaft mit den olympischen Gegebenheiten in Antholz Defizite im Vergleich zur Konkurrenz hat.
Biathlon bei Olympia: Zobel mit gesundheitlichen Problemen - „Franzosen haben einen Vorteil“
Die Athleten wollten ihre überschaubaren Ergebnisse auf der eigenwilligen Strecke in Antholz nicht aufs Material schieben. „Meine Laufform ist aktuell nicht die beste. Ich kämpfe mit Rückenproblemen“, sagte David Zobel nach dem Rennen im Gespräch mit den anwesenden Journalisten.
Zwischen den Zeilen war dann doch deutlich, dass neben der körperlichen Verfassung auch das Set-up nicht bei 100 Prozent zu sein scheint. Angesprochen auf die dominanten Franzosen, sagte Zobel. „Ich glaube, sie haben einen leichten materiellen Vorteil. Sie trainieren natürlich auf absolut hohem Niveau und sind in Topform. Aber diese läuferische Klasse muss auch mit dem Material zu tun haben“.
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Biathlon bei Olympia: Antholz als besondere Strecke - Auch Schweden mit Problemen
In Antholz ist man insbesondere auf gute Ski angewiesen. Die Höhenlage von rund 1600 Metern über dem Meeresspiegel macht die Leistung auf der Strecke besonders anspruchsvoll. „Rückstände auf der Strecke kann man in Antholz mal zwei nehmen“, beschrieb Justus Strelow die Umstände in der Südtirol Arena.
Deutschland hat das Problem nicht exklusiv. Die schwedische Mannschaft um Sebastian Samuelsson und Martin Ponsiluoma gibt im Weltcup den Ton an, was die Laufzeiten betrifft. Nach vier von elf Rennen in Antholz stehen die Skandinavier noch ohne Medaille da. Die läuferischen Resultate konnten sie zuletzt steigern, von ihrer Weltcupform sind beide aber noch ein gutes Stück entfernt.
Klar ist, dass die deutsche Mannschaft schnell eine Lösung finden muss. Biathlon bei Olympia nähert sich der Halbzeit. Am Samstag, den 21. Februar, ist das Saisonhighlight auch schon wieder vorbei. Wird das Problem auf der Strecke bis dahin nicht behoben, wird es wohl bei der Bronzemedaille vom Auftaktrennen bleiben. (Quelle: chiemgau24.de, truf)