Der „städtebauliche Missstand“ solle nicht um jeden Preis behoben werden. Deshalb hatten die Stadtverordneten viele Änderungen am Grundlagenvertrag.
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Der „städtebauliche Missstand“ solle nicht um jeden Preis behoben werden. Deshalb hatten die Stadtverordneten viele Änderungen am Grundlagenvertrag.

Grundlagenvertrag zwischen Stadt und Instone beschlossen

Einstimmiger Startschuss fürs Real-Gelände

  • VonBettina Merkelbach
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Mit dem Beschluss des Grundlagenvertrags haben die Stadtverordneten den Startschuss für die Bebauung des Real-Geländes gegeben. Für einige Stadtverordnete bleibt der Beschluss ein Kompromiss.

Maintal – Im zweiten Anlauf ist der Grundlagenvertrag zwischen Stadt und Real-Gelände-Eigentümer und Bauvorhabenträger Instone von den Stadtverordneten beschlossen und der Magistrat zur Unterschrift bemächtigt worden. Der Vertrag ist laut CDU-Fraktionschef Götz Winter eine „Bedienungsanleitung“ für das, was Instone auf dem Gelände des ehemaligen Warenhauses in Dörnigheim bauen will. Nach der ersten Beratungsrunde vor den Sommerferien hatten die Stadtverordneten umfangreiche Änderungswünsche geäußert, die nun in der überarbeiten Fassung fast zur Zufriedenheit Eingang gefunden haben – fast, denn es gab auch in dieser Runde noch bei einigen wenigen Punkten Klarstellungsbedarf.

Ergänzungsvertrag von CDU, FDP und Grünen

Deshalb hatten CDU, FDP und Grüne gemeinsam einen Ergänzungsantrag eingebracht, der dem Magistrat zusätzlich einige Themen für die weiteren Beratungen mit Instone an die Hand gibt. Auf den Grundlagenvertrag folgen soll nun der städtebauliche Vertrag, der dann letztlich ins Bauleitverfahren einmündet. Deshalb sei der Beschluss ein „guter Tag für Maintal“, fand Sebastian Maier (SPD), da man bei den seit vielen Jahren diskutierten Bauplänen für das Real-Gelände endlich weiterkomme. Warum hier ein Ergänzungsantrag zusätzlich zum Grundlagenvertrag notwendig sei? Warum man die Punkte nicht gleich mit in den Vertrag aufgenommen habe?, sprach Maier die Fragen aus, die sich sicher der ein oder andere Beobachter stellte. Es sei eine Bekräftigung des Beschlusses aus Juni 2024, erklärte Professor Joachim Fetzer (FDP).

Nahverkehr und Bäume bleiben Thema

Zu diesen Themen gehören unter anderem ein „breiter“ Nahverkehrsweg an der Kesselstädter Straße, möglichst in beiden Richtungen, eine Nahverkehrsanbindung an den Einzelhandel, Bäume, die bis in Gebäudehöhe hoch wachsen und eventuell zusätzlich eine Fassadenbegrünung. Außerdem legen die drei Fraktionen fest, dass der Einzelhandel nicht zulasten der sozial geförderten Wohnungen kleiner geplant werden soll. Die Reduktion soll sich „unter Beibehaltung ökonomischer Belange“ vorrangig auf die Geschossflächenzahl auswirken. Auf diese Ergänzungen konnten sich die Stadtverordneten einstimmig einigen. Der Konsens fand über die Fraktionen und den Magistrat hinweg Anklang. Man habe ein „sehr gutes Ergebnis für die Interessen der Bürger erreicht“, fand Bürgermeisterin und Baudezernentin Monika Böttcher (parteilos).

Beschluss sei ein Kompromiss

Weniger euphorisch bewerteten Professor Joachim Fetzer (FDP) und CDU-Chef Götz Winter den Beschluss: Es sei ein Kompromiss, der viele, aber nicht alle Wünsche erfülle (Fetzer). Es gehe nicht darum, den häufig beschworenen „städtebaulichen Missstand“ um jeden Preis zu beseitigen. Deshalb seien die Punkte mehr Grün am Ortseingang, mehr Platz für Nahverkehr, mehr Luft und dafür weniger Einzelhandel wichtig. Aber weil sich seit der letzten Sitzungswoche vor den Ferien doch noch einiges in der Planungsgruppe bewegt habe, wolle man den Vertrag jetzt unterschreiben, und keine weitere Schiebung, erklärte Fetzer. Man habe einen Kompromiss aus Eigentum, der Notwendigkeit, Wohnraum zu schaffen und den Wünschen der Anwohner erreicht, erklärte Winter, der sich mit dem Grundlagenvertrag gut gewappnet für die nun anstehenden weiteren Verhandlungen mit Instone sieht.

Neuigkeiten zur neuen Feuerwache für Wachenbuchen

Auch einen Schritt weiter ging es Richtung neue Feuerwache für Wachenbuchen. Das Feuerwehrhaus weise einige Mängel auf, die vom technischen Prüfdienst beanstandet worden seien. Bauliche Verbesserungen seien aber am alten Standort nicht möglich, führte Bürgermeisterin Böttcher aus. Die Suche nach einem neuen Standort habe sich aber als „sehr sehr schwierig“ erwiesen, weil die Stadt in und um Wachenbuchen fast ausschließlich Grundstücke mit „unterschiedlichen Schutzgeraden“ besitzt. Lediglich ein Grundstück am sogenannten Schwarzen Loch am Ortsausgang Richtung Hochstadt komme in Frage. Aus diesem Grund suche man nach einer interkommunalen Lösung mit Mittelbuchen. (wir hatten berichtet).

Hatte im federführenden Ausschuss für kommunale Investitionsprojekte jedoch noch Unklarheit darüber bestanden, inwieweit die Stadt Hanau bereit ist, eine gemeinsame Lösung mitzutragen, konnte die Bürgermeisterin nun vermelden, dass seit wenigen Tagen ein „Letter of Interest“, also eine grundsätzliche Absichtserklärung, von Hanauer und Maintaler Seite vorliege. Sollte die gemeinsame Standortsuche nicht von Erfolg gekrönt sein, komme als „Plan B“ das Grundstück am Ortsausgang Wachenbuchens zum Tragen. Dieser Vorlage schlossen sich die Stadtverordneten einstimmig an.

Von Bettina Merkelbach

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