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Warum es sehr ungünstig ist, vertrockneten Lavendel sofort zu gießen
VonInes Almsschließen
Lavendel ist eigentlich eine sehr pflegeleichte Pflanze. Aber es kommt vor, dass einem das Kraut auf dem Balkon oder im Garten vertrocknet. Jetzt gilt: Erst prüfen, dann gießen.
Eine sehr trockene oder gar schon vertrocknet aussehende Pflanze alarmiert das Gärtnerherz – schnell wird zur Gießkanne gegriffen, um zu retten, was zu retten ist. Beim Lavendel sollte man jedoch nicht voreilig sein, denn das sonnenverwöhnte Kraut hat vielleicht ein anderes Problem. Und zu viel Wasser und Staunässe machen ihm erst recht den Garaus. Mit etwas Glück kann man die Pflanze wiederbeleben.
Wenn Lavendel vertrocknet aussieht, kann das verschiedene Ursachen haben
Das mit dem Gießen von Lavendel ist so eine Sache. Die Pflanze ist ursprünglich im Mittelmeerraum heimisch und kommt daher mit großer Hitze gut klar. Seine leicht silbrigen, kleinen Blätter reflektieren ein Teil des Sonnenlichts und verdunsten nur wenig Wasser. Im Zweifel gießt man daher besser eher weniger. Denn Staunässe führt schnell dazu, dass die Wurzeln faulen und die Pflanze kein Wasser mehr aufnehmen kann – sie vertrocknet, obwohl genug Flüssigkeit vorhanden ist.
Doch in langen, heißen Sommern benötigt die Pflanze durchaus mal Wasser. Im Garten ist das weniger ein Problem, da sich der Lavendel mit seinen langen Pfahlwurzeln in der Erde damit recht gut versorgt. Aber vor allem auf dem Balkon im Kübel kann den Wurzeln schon mal das Wasser zu knapp werden, wenn die wenige Erde durchgetrocknet ist.
Vertrocknet oder ertrunken? Erst prüfen, bevor man zur Gießkanne greift
Sieht der Lavendel also welk oder vertrocknet aus, sollten Sie erst einmal prüfen, ob er unter Wassermangel oder gar einem Zuviel an Wasser leidet. Um zu testen, was das Problem des Lavendels ist, ritzt man die Stängel ein oder knickt sie – sind sie im Inneren grün, hat die Pflanze zu viel Wasser bekommen, sind sie braun und brüchig, hatte der Lavendel zu wenig Wasser.
Mit etwas Glück kann man einen übergossenen Lavendel zu neuem Leben erwecken, indem man ihn umtopft oder an einen anderen Platz pflanzt. Ist er durch Wassermangel vertrocknet, schneidet man ihn stark zurück, gießt und hofft auf ein erneutes Austreiben.
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Sehr oft vertrocknet Lavendel übrigens auch im Winter, daher sollte man ihn auch im Freiland an frostfreien Tagen gießen, im Kübel etwas öfter. Wenn nur die Blüten trocken aussehen, muss man sich in der Regel keine Sorgen machen, sondern die Blütenstände einfach abschneiden. Dies regt den Lavendel oft zu einer erneuten Bildung von Blüten an.
Mit der Fingerprobe testet man am besten, ob der Lavendel Wasser benötigt. Wenn die Erde in drei bis vier Zentimetern Tiefe trocken ist, sollte man zur Gießkanne greifen. Die Erde sollte sich danach feucht, aber nicht nass anfühlen.
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