Rolle rückwärts

Nach Kritik von Kunden: Audi passt seine Modellbezeichnungen an

  • Sebastian Oppenheimer
    VonSebastian Oppenheimer
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Mit der Einführung neuer Bezeichnungen wollte Audi eine klare Trennung zwischen Verbrennern und Elektroautos schaffen. Nun vollzieht der Ingolstädter Autobauer die Rolle rückwärts.

In der Kürze liegt die Würze, dachte man sich bei Audi in Ingolstadt – und wollte mit neuen Modellbezeichnungen Klarheit schaffen, kryptische Zusatzkürzel sollten verschwinden. Die Lösung: Sämtliche Elektroautos sollten künftig gerade Ziffern tragen, sprich A4, A6, Q4 usw. Alle verbliebenen Verbrenner-Modelle dagegen sollten ungerade Ziffern tragen (A5, A7, Q7). Das bedeutete konkret: Aus dem Verbrenner A4 wurde mit dem jüngsten Modellwechsel der A5. Diese neue Nomenklatur führte aber offensichtlich zu Verwirrung. Jetzt macht Audi die Rolle rückwärts.

Aus dem Audi A4 wurde in der aktuellen Generation der A5. Nun kehrt der Ingolstädter Autobauer wieder zu den alten Bezeichnungen zurück – doch bei den schon geänderten Modellen bleibt es vorerst dabei.

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Rückkehr alter Modellbezeichnungen laut Audi „Wunsch unserer Kunden“

In einer Mitteilung des Herstellers erklärt Audi-Vertriebsvorstand Marco Schubert, die nun getroffene Entscheidung sei „das Ergebnis intensiver Diskussionen“, man folge „auch dem Wunsch unserer Kunden sowie dem Feedback unseres internationalen Handels“. Dabei hatte der Autobauer vor nicht allzu langer Zeit schon einmal die Bezeichnungen geändert: Die leistungsbezogenen Doppelziffern, die 2017 bei Audi eingeführt wurden, hatte nicht jeder Kunde durchblickt. Also wurde in Ingolstadt beschlossen, die Doppelziffern wegzulassen – Audi Q8 e-tron und Q6 e-tron tragen sie bereits nicht mehr.

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Eine Mercedes E-Klasse
Mercedes E-Klasse (Baureihe 210): Im Mai 1995 wurde die zweite Generation der Mercedes E-Klasse vorgestellt – und die neue, rundliche Designsprache sorgte für Aufsehen. Vor allem an die elliptischen Doppelscheinwerfer musste sich der ein oder andere erst einmal gewöhnen, die Front bekam den Spitznamen „Vieraugengesicht“. © Mercedes-Benz
Ein BMW Z3
BMW Z3: Der Z3 war der erste BMW, der komplett und ausschließlich außerhalb von Deutschland gebaut wurde – er lief ab 1995 im neuen Werk in Spartanburg (USA) vom Band. Seinen ersten Einsatz hatte er im Dienste von James Bond – er debütierte im Blockbuster „GoldenEye“. Ab Sommer 1998 bekam der Roadster auch eine Coupé-Variante zur Seite gestellt. © BMW
Ein Fiat Barchetta
Fiat Barchetta: Der Name bedeutet auf Deutsch so viel wie „kleines Boot“ oder „Bötchen“. Der Zweisitzer schwamm auf der 1990er-Jahre-Roadster-Welle mit, die vor allem durch den Mazda MX-5 ausgelöst worden war. © Fiat/Stellantis
Ein Peugeot 406 Coupe
Peugot 406: Im Herbst 1995 trat der er 406 die Nachfolge des Peugeot 405 an. Das französische Mittelklasse-Fahrzeug gab es als Limousine, Kombi – und, wie hier auf dem Bild zu sehen, als Coupe-Version. © Heritage Images/Imago
Ein Ferrari F50
Ferrari F50: Mit dem F50 feierte Ferrari im Jahr 1995 das 50-jährige Bestehen des Unternehmens. Selbst, wenn man genügend Geld auf dem Konto hatte (damals rund 380.000 Euro Neupreis) war nicht garantiert, dass man den 520 PS starken V12-Mittelmotor-Supersportwagen auch bekam: Ferrari verkaufte den F50 nur an ausgewählte Kunden. Offiziell wurden bis 1997 gerade einmal 349 Exemplare gebaut. © Dreamstime/Imago
Zwei VW Sharan
VW Sharan: Der Sharan entstand in einer Gemeinschaftsentwicklung mit Ford. Als der Van im Sommer 1995 auf den Markt kam, war er zunächst nahezu baugleich mit dem Ford Galaxy. Zielgruppe waren junge Familien. © Volkswagen
Zwei Porsche 911 Turbo
Porsche 911 Turbo (993): Als Topmodell der Porsche-911er-Modellreihe 993 kam 1995 der Turbo auf den Markt. Mit dem dicken, feststehenden Flügel war er auf der Straße auch ziemlich leicht zu erkennen. © Porsche
Ein Alfa Romeo 146
Alfa Romeo 146: Der Alfa Romeo 146 kam 1995 als fünftüriges Schwestermodell des Alfa Romeo 145 auf den Markt. Besonderes Designmerkmal ist die Mischung aus Stufen- und Steilheck. ©  Alfa Romeo/Stellantis
Ein Renault Sport Spider
Renault Sport Spider: Ursprünglich wurde das Fahrzeug für den Rennsport entworfen – von Frühjahr 1995 bis Herbst 1999 wurde er aber auch als Straßenversion gebaut. Der Renault Sport Spider zählt zu den spektakulären Highlights des H-Kennzeichen-Klassiker-Jahrgangs 2025 – nur knapp 1.500 Exemplare wurden gebaut. © Renault
Ein Lancia Y
Lancia Y: Mit seinem extravaganten Design setzte sich der Lancia Y deutlich von der Kleinwagen-Konkurrenz ab. Und dazu nicht nur von außen: Im Innenraum sorgten die mittig auf dem Armaturenbrett angeordneten Instrumente für das „spezielle“ Etwas. © Lancia/Stellantis
Ein Diablo VT Roadster.
Lamborghini Diablo VT Roadster: Der Countach-Nachfolger Diablo kam bereits 1990 auf den Markt. 1993 schob Lamborghini dann mit dem VT (Visco Traction) eine Allradversion des 492 PS starken V12-Geschosses nach. Noch einmal zwei Jahre später folgte dann die Roadster-Variante. © Lamborghini
Ein Volvo V40 und ein Volvo s40
Volvo S40/V40: Mit dem S40 (Limousine) leitete Volvo ab Herbst 1995 eine neue Designsprache ein. Kurz darauf kam die besonders in Deutschland beliebte Kombi-Version V40 auf den Markt. Produziert wurden die „Schweden“ in einem Werk in den Niederlanden. © Volvo
Ein Citroën Xantia
Citroën Xantia Break: Zwei Jahre nach der Xantia-Limousine kam 1995 auch die Kombi-Variante namens Break auf den Markt. 2001 endete die Xantia-Produktion – im Iran jedoch wurde das Fahrzeug in einer einfachen Variante aber noch in Lizenz bis 2010 weiterproduziert. © Citroën/Stellantis
Ein Chrysler Grand Voyager
Chrysler Voyager: Im Frühjahr 1995 kam die dritte Generation des Chrysler Voyager auf den Markt. Den Van gab es in zwei Ausführungen: Der Grand Voyager bot durch seine größeren Abmessungen im Innenraum mehr Platz. © Chrysler Brand Heritage
Ein Fiat Brava
Fiat Brava: Bei diesem Auto kam es auf den letzten Buchstaben an: Der Fiat Brava war ein kompakter Fünftürer, der kürzere Dreitürer ging als Fiat Bravo an den Start. © Fiat/Stellantis

Audi-Zusatzkürzel „TFSI“, „TDI“ und „e-tron“ kehren zurück

Künftig wird die Ziffer hinter dem Buchstaben wieder für die Position im Modellportfolio stehen. Also: Je höher die Zahl, desto „größer“ das Auto. „A“ steht weiterhin für die Flachbodenfahrzeuge und „Q“ für die SUVs. Per Zusatzkürzel wird in Zukunft wieder ersichtlich, um was für eine Antriebsvariante es sich handelt. Also beispielsweise A6 Avant TFSI für den Kombi-Benziner, A6 TDI für die Diesel-Limousine – während die Kombi-Elektroversion künftig beispielsweise als A6 Avant e-tron bezeichnet wird. Allerdings gibt es keine rückwirkende Umbenennung. Der aktuelle „Verbrenner-A4“ heißt also zunächst weiterhin A5.

Früher ließ sich aus den Typenbezeichnungen der Automodelle einiges herauslesen – beispielsweise die Hubraumgröße, teils auch die Zylinderzahl. Inzwischen ist das kaum noch möglich. Trotzdem kommt es teils zu mehr als kuriosen Modellbezeichnungen, wobei Porsche wohl den längsten Autonamen für sich reklamieren dürfte. Worauf es bei einer guten Auto-Modellbezeichnung ankommt, erklärte Autonamen-Erfinder Manfred Gotta vor einiger Zeit im Interview mit IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Audi

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