Bei Elektroautos und Verbrennern

Audi setzt Rotstift an: Verwirrende Nummern werden aus Modellnamen gestrichen

  • Simon Mones
    VonSimon Mones
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Nach nur sieben Jahren passt Audi seine Modellbezeichnungen wieder an. Die leistungsbezogenen Doppelziffern werden gestrichen. Das ist aber nicht die einzige Änderung.

Die Namensfindung für ein Modell ist nicht einfach. Was in der einen Sprache gut klingt, kann in einer anderen ein gewaltiger Griff ins Klo sein. Audi hat sich bereits ein paar solcher Fauxpas erlaubt. In Frankreich heißen die Elektroautos nämlich übersetzt Kackhaufen. Obendrein sind die Bezeichnungen der Modelle mit unter auch Verwirrend. Doch das soll sich künftig wieder ändern.

Ursache für die unklaren Bezeichnungen ist die Nomenklatur, die Audi 2017 eingeführt hat. Vor den Kürzeln TDI und TSI stehen seit her leistungsbezogene Doppelziffern. Modelle mit 109 bis 128 PS tragen nun eine 30 im Namen. Steht eine 70 davor, sind es mindestens 536 PS. Das gilt auch für die Elektroautos mit den vier Ringen. Die Doppelziffer ermöglicht so eine einheitliche Namensgebung, denn E-Autos haben im Gegensatz zum Verbrenner keinen Hubraum.

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Doppelziffern für Leistung fallen weg: Q8 e-tron und Q6 e-tron tragen Zahlencodes bereits nicht mehr

Während BMW und Mercedes schon lange auf Zahlen als Hinweis auf die Leistung nutzen, kam die Umstellung bei den Audi-Kunden offenbar weniger gut an. Nach sieben Jahren stellen die Ingolstädter nämlich schon wieder um, wie Auto, Motor und Sport (AMuS) schreibt.

Beim Q8 e-tron und Q6 e-tron verzichtet Audi bereits auf die Doppelziffern.

Schon der Q8 E-Tron kam ohne die zusätzliche Bezeichnung daher und auch beim Q6 E-Tron verzichtete man darauf. Man wolle es den Kunden einfacher machen, sagte der Leiter für Vertrieb und Produktmarketing, Florian Hauser, dem britischen Auto Express. Folgerichtig finden sich die Doppelziffern dann nach und nach auch nicht mehr am Heck der Verbrenner. Die haben in Ingolstadt aber auch weiterhin ein Ablaufdatum. Audi setzt auch weiterhin voll auf das Elektroauto. Im Prospekt und Konfigurator können die Zahlencodes aber weiterhin auftauchen.

Zeitenjagd auf Nordschleife: Diese 10 Elektroautos waren am schnellsten

Porsche Taycan Turbo auf der IAA.
Platz 9 – Porsche Taycan Turbo: Die Zuffenhausener sind fast schon Stammgast in der Eifel. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis man nach dem Rekord für in Serie gebaute Elektroautos greift. Und so schickten die Schwaben 2019 einen Vorserien Taycan Turbo auf die Nordschleife. Die offizielle Zeit: 7:42,3. Ein neuer Rekord! Übrigens: Der BMW M4 CS der vorherigen Generation war genauso schnell. © Manfred Segerer/Imago
Tesla Model S
Platz 8 – Tesla Model S Plaid: Wo es um Elektroautos geht, ist Tesla nicht weit weg. Und so wollten die Amerikaner auch den Rundenrekord auf der Nordschleife. Um Porsche abzulösen, schickte man 2021 das Model S Plaid ins Rennen. Mit Erfolg: Das 1.020 PS starke Elektroauto durchquerte die Grüne Hölle in 7:35,5 Minuten. Es war der Anfang eines Duells um die Bestzeit. © Tesla
Porsche Taycan Turbo S auf der Nordschleife.
Platz 7 – Porsche Taycan Turbo S: Nur ein Jahr später schickte sich Porsche an den Tesla-Rekord zu knacken. Dieses Mal sollte es der Taycan Turbo S richten. Und er pulverisierte die Bestmarke der Texaner. Mit 7:33,3 Minuten war er knapp zehn Sekunden schneller als das Model S Plaid. © Porsche
Tesla Model S auf der Nordschleife.
Platz 6 – Tesla Model S Plaid Track Pack: Im Jahr 2023 folgte dann ein weiterer Anlauf von Tesla. Dieses Mal war das Model S Plaid zusätzlich noch mit dem Track Pack ausgestattet. Perfekte Voraussetzungen für einen Trackday mit Rundenrekord. Und den schnappten sich die Texaner auch. Die Zeit: 7:25,2 Minuten. Satte 8,1 Sekunden schneller als Porsche. © Tesla
Toyota TMG EV P002 auf der Nordschleife.
Platz 5 – Toyota TMG EV P002: Der Name dieses Stromers ist ähnlich kryptisch, wie der des ersten Elektro-Toyotas bz4X. Dahinter verbirgt sich aber ein elektrischer Prototyp eines Rennautos mit 469 PS. Mit 7:22,32 stellte Toyota 2012 für kurze Zeit den Rekord für Elektroautos auf der Nordschleife auf. © Toyota Gazoo Racing Europe
Porsche Taycan Turbo GT auf der Nordschleife.
Platz 4 – Porsche Taycan Turbo GT: Und täglich grüßt das Murmeltier oder in diesem Fall Zuffenhausen. Im Januar 2024 schickte die VW-Tochter einmal mehr eine Vorserienversion des Elektrosportlers auf die Nordschleife, um den Tesla Rekord einzustellen. Und das gelang eindrucksvoll. Mit 7:07,5 Minuten blieb man nur knapp über sieben Minuten. Platz drei verpasste der Taycan um grade einmal 2,3 Sekunden. Zeitgleich war man knappe 18 Sekunden schneller als Dauerkonkurrent Tesla. © Sebastian Kubatz/Porsche
Rimac Nevera
Platz 3 – Rimac Nevera: Mit einer Zeit von 7:05,2 ist das Hypercar hauch dünn, das schnellste Serien-Elektroauto auf der Nordschleife. Die 1.088 PS haben bei der Rekordfahrt Ende 2023 sicherlich geholfen, um Porsche, Tesla und Co. hinter sich zu lassen. Den Sprint von null auf 100 schafft der Nevera in 1,7 Sekunden. Auch abseits der Grünen Hölle ist er somit eines der schnellsten Elektroautos auf dem Markt. Zudem hält der Sportwagen einen Weltrekord für die höchste Geschwindigkeit im Rückwärtsgang. © Cover-Images/Imago
NIO EP9
Platz 2 – NIO EP9: Auch wenn der Sportwagen zwischen 2016 und 2019 für etwa 1,55 Millionen Euro verkauft wurde, ein Serienfahrzeug ist er nicht. Lediglich zehn Exemplare wurden gebaut. Auf der Nordschleife durfte das 1.360-PS-Monster 2017 zeigen, was in ihm steckt. Und das ist einiges: Als erstes Elektroauto bezwang er die Grüne Hölle in unter sieben Minuten. Und zwar deutlich. Am Ende zeigte die Stoppuhr 6:45,9 Minuten. Beim ersten Versuch im Vorjahr blieb das Hypercar mit 7:05,12 Minuten noch knapp darüber. © Pond5 Images/Imago
Ein Lotus Elvija X auf der Nordschleife.
Platz 2 – Lotus Elvija X: Schon die Serienversion des Elektro-Hypercars ist beeindruckend. 2.039 PS katapultieren den Lotus Elvija in 9,1 Sekunden auf Tempo 300, das maximale Drehmoment beträgt 1.704 Newtonmeter. Daran hat sich auch bei der Nordschleifen-Version nichts geändert. Lediglich an der Aerodynamik hat Lotus geschraubt. Der Elvija X trägt einen massiven Heckflügel sowie einen ausgeprägten Frontsplitter und Luftleitbleche. Hinzu kommen Karbonbremsen und Rennreifen von Pirelli. Mit diesen minimalen Modifikationen brannte das Hypercar eine Zeit von 6:24,047 Minuten in den Asphalt der Grünen Hölle. Damit ist es das schnellste Auto mit Serienfahrwerk. © Lotus
VW ID.R auf der Nordschleife.
Platz 1 – VW ID.R: Noch bevor Volkswagen voll auf Elektro gesetzt hat, experimentierte man in Wolfsburg mit dem Alternativ-Antrieb herum. Heraus kam der ID.R. Mit 680 PS und weniger als 1.100 kg Gewicht war die Studie ein offensichtlicher Kandidat für den Elektro-Rekord in der Eifel. 2019 war es dann so weit und die Grüne Hölle war kein Gegner für den ID.R. Der Elektrorenner brauchte nur 6:05,3 Minuten für die Nordschleife. Damit ist er mit deutlichem Abstand der schnellste Stromer auf der Kult-Strecke. Einzig der Porsche 919 Hybrid Evo legte die 23 Kilometer schneller zurück. © Bildagentur Kräling/Volkswagen

Audi überarbeitet Nomenklatur: Elektroautos tragen künftig grade Zahlen

Eine Erklärung für die Umstellung könnte das immer kleiner werdende Motorenspektrum sein, mutmaßt die AMuS. Zudem gibt es mit Quattro für die Allradmodelle und RS respektive S für besonders sportliche Audis genug Ergänzungen für die Namen.

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Umgewöhnen müssen sich die Kunden ohnehin. Denn Audi verabschiedet sich auch von der aktuellen Namensvergabe. Bisher war der A5 beispielsweise eine Coupe-Version des A4. Ähnlich war es mit dem A6 und A7. Künftig werden die ungeraden Nummern an Verbrennermodelle vergeben. Heißt, der A4 wird zum A5. Die Elektroautos tragen dann wiederum grade Nummern. Hier ist Audi aber in bester Gesellschaft, denn auch BMW ändert mit der Neuen Klasse seine Namensgebung.

Rubriklistenbild: © Audi

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