Modelljahr 2025
Neuer Audi A6 Avant: Erste Eindrücke der neuen Kombi-Generation aus Ingolstadt
VonVolker Pfauschließen
Lange war es ruhig um den A6 von Audi. Nun zeigen die Ingolstädter bei einer statischen Präsentation erstmals die Kombiversion Avant für das Modelljahr 2025.
Zahlen lügen nicht: Bei den Verkäufen des Audi A6 entfallen rund 80 Prozent auf die Kombi-Version Avant. Kein Wunder, dass die Ingolstädter dem Lastentransporter ihrer Business-Limousine eine eigene Präsentation gönnten. Auffallend ist die deutlich gestrecktere, nun auf 4,99 Meter Länge gewachsene Karosserie mit dem bislang flachsten Avant-Heck seit Beginn der A6-Baureihe im Jahr 1994, die den legendären Audi-100-Kombi ablöste, der im Jahr 1977 debütierte. Ein langer Radstand von 2.927 Millimetern und die lange Motorhaube sorgen optisch für sportlichere Proportionen. Ersteres trägt zu einem sehr großzügigen Platzangebot im Innern bei. Davon konnten wir uns mit 1,80 Metern Körpergröße überzeugen: Auch hinten sitzt es sich sehr komfortabel, lange Strecken machen einem nicht bange, und über einem hat man durch das einteilige Glasdach einen Blick auf Sonnen- oder Sternenhimmel. Audi nimmt offenbar die Kritik an der Qualität ernst und arbeitet an einer Verbesserung. Positiver Nebeneffekt der Karosserieform: Mit einem cW-Wert von 0,25 erreicht das neue Modell den besten Wert eines Audi Avant mit Verbrennungsmotor.
Auf Wunsch 20 Millimeter höher oder 10 Millimeter niedriger
Bei der Entwicklung des Kombis wurde vor allem Wert auf Langstreckenkomfort gelegt. So verfügt der A6 Avant beispielsweise über eine aktive Luftfederung. Im Fahrmodus Comfort liegt der Kombi bis zu einer Geschwindigkeit von 85 km/h um 20 Millimeter höher, im sportlichen Dynamic-Modus dagegen um zehn Millimeter tiefer. Wer grundsätzlich sportlicher unterwegs sein will, kann das Sportfahrwerk ordern, das die Karosserie um 20 Millimeter tieferlegt, und das im S-line-Exterieurpaket serienmäßig enthalten ist. Die Einstellung der Fahrwerkshöhe kann übrigens durch den Sprachbefehl „Fahrzeug anheben“ oder „senke die Luftfeder ab“ ganz bequem erfolgen. Auch die Schalldämmung im Inneren wurde – verglichen mit dem Vorgängermodell – um bis zu 30 Prozent verbessert.
Für den Alltagskomfort ist in Verbindung mit dem Quattro-Antrieb eine Hinterradlenkung erhältlich. Diese verkleinert den Wendekreis um rund einen Meter. Bis zu einer Geschwindigkeit von etwa 60 km/h werden damit die Hinterräder bis zu fünf Grad entgegengesetzt zu den Vorderrädern eingeschlagen, wodurch sich der Wendekreis um bis zu einem Meter auf 11,3 Meter verringert. Bei mittlerem und höherem Tempo werden dagegen die Hinterräder gleichsinnig eingeschlagen. Dies soll laut des Herstellers ein stabiles und noch präziseres Fahrverhalten ermöglichen.
Zum Start stehen zwei Benzin- und ein Dieselmotor zur Wahl
Als Antrieb stehen zum Start zwei Benzinmotoren und ein Diesel zur Wahl. Dies entspricht dem Kundenwunsch: In einer Umfrage in Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich sprach sich mehr als die Hälfte der Befragten für eine Abschaffung oder Verschiebung des geplanten Zulassungsverbots neuer CO₂-emittierender Diesel, Benziner und Hybride aus. Der Selbstzünder, ein Vierzylinder-Turbodiesel, wird das Kürzel 2.0 TDI tragen und bei einem maximalen Drehmoment von 400 Nm eine Leistung von 204 PS aufweisen. Er ist mit Frontantrieb oder als Quattro erhältlich, die Höchstgeschwindigkeit wird mit 241 km/h (Quattro: 238 km/h) angegeben. Genauso stark ist der kleinere der beiden Benzinmotoren, der 2.0 TFSI. Der Vierzylinder hat ein maximales Drehmoment von 340 Nm und beschleunigt den Wagen auf bis zu 240 km/h. Das vorläufige Topmodell ist der 3.0 TFSI. Der Sechszylinder hat eine Leistung von 367 PS, ein maximales Drehmoment von 550 Nm und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Die Mild-Hybrid-Technologie MHEV plus (48-Volt-Batterie, zusätzliches Antriebsmoment von bis zu 230 Nm und bis zu 24 PS zusätzliche Leistung) wird vorerst im Diesel und im großen Benziner angeboten.
Virtuelles Cockpit mit drei Bildschirmen
Hinterm Lenkrad hat man das Virtuelle Cockpit mit 11,9 Zoll sichtbarer Bildschirmdiagonale sowie das freistehende Panoramadisplay mit 14,5 Zoll großem Touchdisplay gut im Blick, während sich die Person auf dem Beifahrersitz an einem eigenen, 10,9 Zoll großen Display erfreuen kann. Dank des sogenannten dynamischen Privacy Mode sind Inhalte wie zum Beispiel Videos, die den Menschen am Steuer ablenken könnten, vom Fahrersitz während der Fahrt nicht einsehbar. Während das Lenkrad nicht mit zu vielen Funktionen überladen ist (Sprachsteuerung, Radiobedienung, Cockpiteinstellung und Steuerung des Head-up-Displays) und der Tempomat einen eigenen Lenkstockhebel hat, zählten wir in der Türinnenseite sage und schreibe 18 Funktionen.
Marktstart für den A6 Avant soll bereits im Mai sein. Die Preisliste beginnt bei 58.000 Euro für den Einstiegs-Benziner, Der 2.0 TDI kostet ab 61.700 Euro. Es ist naheliegend, dass zu späteren Terminen weitere Motorisierungen und Karosserieversionen präsentiert werden.
Nach dem Typen-Wirrwarr kehrt Audi wieder zu den alten Namen zurück
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Dass Audi den Neuen mit A6 Avant bezeichnet, bedeutet auch die Abkehr von der erst im Sommer eingeführten neuen Nomenklatur. Elektromodelle sollten demnach mit geraden, Verbrennermodelle mit ungeraden Ziffern unterschieden werden. Offenbar war dies von den Kunden der zuletzt nicht gerade erfolgsverwöhnten Marke nicht so gut aufgenommen worden. Die in der Zwischenzeit bereits neu eingeführten Modelle A5 (als Nachfolger des A4) und A6 e-Tron behalten allerdings ihre Namen.
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