Ein Junge trinkt aus einem durchsichtigen Glas Wasser
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Kinder müssen „Durst“ erst lernen. Daher müssen sie ans Trinken regelmäßig erinnert werden.

Wie hoch ist der Bedarf?

Trinkrituale für Kinder: So klappt's bei Hitze

  • Michaela Brehm
    VonMichaela Brehm
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Regelmäßiges Trinken ist bei hohen Temperaturen entscheidend. Mit Ritualen und Vorbildern können Eltern ihre Kinder unterstützen. Geduld zahlt sich aus.

Bei den aktuellen Temperaturen von bis zu 40 Grad wird ausreichendes Trinken für Kinder zur absoluten Priorität. Während Erwachsene bei Hitze automatisch mehr trinken, vergessen Kinder beim Spielen oft völlig den Durst – selbst wenn ihr Körper dringend Flüssigkeit benötigt. Mit gezielten Strategien schaffen Sie es trotzdem, Ihr Kind auch bei extremer Hitze zum regelmäßigen Trinken zu motivieren.

Flüssigkeitsbedarf: Die richtige Trinkmenge für jedes Alter

Die benötigte Flüssigkeitsmenge hängt vom Alter Ihres Kindes ab. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt folgende Richtwerte:

  • 1-3 Jahre: etwa 820 ml pro Tag
  • 4-6 Jahre: etwa 940 ml pro Tag
  • 7-9 Jahre: etwa 970 ml pro Tag
  • 10-12 Jahre: etwa 1,1 Liter pro Tag
  • 13-14 Jahre: etwa 1,3 Liter pro Tag
  • 15-18 Jahre: etwa 1,5 Liter pro Tag

Diese Werte beziehen sich ausschließlich auf die Flüssigkeitszufuhr durch Getränke. Bei körperlicher Aktivität oder Temperaturen über 30 Grad Celsius steigt der Bedarf deutlich an. Dann ist es umso wichtiger, Kinder regelmäßig an das Trinken zu erinnern. Gekühlte, aber nicht eiskalte Getränke wie Wasser, ungesüßte Früchte- oder Kräutertees sind ideal, um den Durst zu löschen. Vermeiden Sie süße Getränke wie Limonaden und Cola. Diese enthalten viel Zucker und verstärken paradoxerweise das Durstgefühl, anstatt es zu stillen.

Sechs Tipps: Kinder animieren, mehr zu trinken

Kinder haben oft noch kein eigenes Durstempfinden und müssen immer wieder zum Trinken motiviert werden. Die nachfolgenden Tipps können dabei helfen.

Geschmack ins Spiel bringen: Verwandeln Sie langweiliges Wasser in ein spannendes Getränk. Schneiden Sie frisches Obst wie Erdbeeren, Himbeeren oder Zitronenscheiben ins Wasser. Auch Gurkenscheiben verleihen eine erfrischende Note. Verwenden Sie durchsichtige Gläser – so sieht Ihr Kind das bunte Obst im Wasser, was das Trinken gleich viel interessanter macht.

Besondere Trinkgefäße einsetzen: Investieren Sie in eine schöne Trinkflasche speziell für Ihr Kind. Viele Hersteller bieten kleinere Flaschen mit kindgerechten Motiven an. Wenn Ihr Kind seine eigene, besondere Flasche hat, trinkt es oft automatisch mehr.

Strohhalme als Motivationshilfe: Bunte Strohhalme in verschiedenen Formen machen das Wassertrinken aufregend. Ihr Kind muss den Becher nicht anheben und kann bequem trinken. Als umweltfreundliche Alternative zu Plastikstrohhalmen eignen sich Röhrennudeln – so vermeiden Sie Einwegplastik und animieren gleichzeitig zum Trinken.

Feste Trinkrituale entwickeln: Etablieren Sie klare Strukturen. Lassen Sie Ihr Kind zu jeder Mahlzeit ein Glas Wasser trinken oder nach dem Spielen draußen. Sie können auch einen Trink-Wecker stellen, der alle daran erinnert, dass Trinkzeit ist. Solche Rituale geben Kindern Sicherheit und helfen dabei, das Trinken nicht zu vergessen.

Als Vorbild vorangehen: Kinder orientieren sich stark am Verhalten ihrer Eltern. Trinken Sie bewusst Wasser, wenn Ihr Kind in der Nähe ist. Erklären Sie dabei, wie gut und wichtig Wasser für die Gesundheit ist. Gemeinsames Trinken verstärkt diesen Effekt zusätzlich.

Belohnungssysteme nutzen: Falls Ihr Kind trotz aller Bemühungen wenig trinkt, kann ein Belohnungssystem helfen. Erstellen Sie gemeinsam ein Plakat, auf dem Ihr Kind täglich abhakt, ob es genug getrunken hat. Nach einer erfolgreichen Woche gibt es eine kleine Belohnung.

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Clevere Alternativen zum puren Wasser

Wenn Ihr Kind partout kein Wasser trinken möchte, greifen Sie zu wasserhaltigen Alternativen. Die versorgen den Körper mit wichtiger Flüssigkeit, ohne dass Ihr Kind das Gefühl hat, „trinken zu müssen“. Zuckerfreies Wassereis ist besonders bei hohen Temperaturen ein Hit. Es kühlt von innen und liefert gleichzeitig Flüssigkeit. Frieren Sie einfach verdünnten Fruchtsaft oder Tee in Eisformen ein. Ihr Kind wird begeistert sein und merkt gar nicht, dass es dabei seinen Flüssigkeitshaushalt auffüllt. Wassermelone und Gurke bestehen vorwiegend aus Wasser. Ein paar Scheiben zwischendurch ersetzen locker ein Glas Wasser. Auch Erdbeeren und Tomaten punkten mit einem hohen Wassergehalt. Erdbeeren lassen sich wunderbar in Obstsalate mischen oder als erfrischender Snack zwischendurch anbieten. Cocktailtomaten sind ebenso perfekt für kleine Kinderhände. Der große Vorteil: Diese natürlichen Alternativen liefern nicht nur Flüssigkeit, sondern auch wichtige Vitamine und Mineralstoffe. So unterstützen Sie die Gesundheit Ihres Kindes doppelt.

Warnsignale für Flüssigkeitsmangel erkennen

Ein Flüssigkeitsmangel zeigt sich bei Kindern ähnlich wie bei Erwachsenen. Sie bekommen trockene, klebrige Lippen und Mundschleimhaut, die Augen können leicht eingesunken sein, die Haut ist weniger elastisch und fühlt sich trocken und kühl an. Kinder, die dringend Flüssigkeit benötigen, wirken quengelig und reizbar, sie weinen ohne Tränen. Achten Sie bei Hitze etwas genauer darauf, wie häufig Ihr Kind auf die Toilette muss: Ist der Urin dunkelgelb gefärbt oder bleibt er mehr als sechs Stunden aus, sind das ebenfalls Warnsignale. Bei starkem Flüssigkeitsverlust bzw. Flüssigkeitsmangel können zusätzlich Schwindel, Schwächegefühl und Kreislaufbeschwerden auftreten. Das Kind wirkt zunehmend kraft- und teilnahmslos. Spätestens bei diesen Symptomen sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.

Praktische Umsetzung im Alltag

Ausreichendes Trinken ist eine der wichtigsten Gesundheitsgewohnheiten, die Sie Ihrem Kind mitgeben können. Gerade die aktuelle Hitzeperiode zeigt, wie entscheidend eine gute Trinkroutine ist. Probieren Sie verschiedene Strategien aus und bleiben Sie geduldig. Wichtig ist: Machen Sie das Trinken nie zum Machtkampf. Stattdessen schaffen Sie positive Erlebnisse rund ums Wasser. So entwickelt Ihr Kind eine gesunde Beziehung zum Trinken, die weit über die Kindheit hinaus Bestand hat.