Volle Auftragsbücher

Rheinmetall: Boom-Geschäft Rüstung – So viel Umsatz erwartet das Unternehmen in 2025

  • VonNicola de Paoli
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Der Dax-Konzern bleibt Profiteur der weltweiten Aufrüstung und erzielt fast zehn Milliarden Euro Umsatz. Der Personalbestand soll kräftig aufgestockt werden. Die Dividende steigt.

Düsseldorf – Angetrieben von wachsenden Verteidigungsausgaben infolge des Kriegs gegen die Ukraine hat der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall im vergangenen Jahr sehr gute Geschäfte gemacht. Im Jahr 2024 konnte Deutschlands größter Rüstungskonzern den bisherigen Rekordumsatz von 7,2 Milliarden Euro nochmals um 36 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro steigern. Das operative Ergebnis schnellte demnach um 61 Prozent nach oben und erreichte mit etwa 1,48 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert.

Rheinmetall: Auftragsbücher sind so voll wie nie

„Eine Epoche der Aufrüstung in Europa hat begonnen, die uns allen viel abverlangen wird“, erklärte Rheinmetall-Vorstandsvorsitzender Armin Papperger. Dem Unternehmen bringe sie für die kommenden Jahre aber „Wachstumsperspektiven, wie wir sie noch nie erlebt haben“ . Die Auftragsbücher waren so voll wie nie. Der Auftragsbestand erreichte mit 55 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert, nach 38,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Dividende je Aktie soll von 5,70 Euro im Vorjahr auf 8,10 Euro steigen. Erwartet wurden hier im Vorfeld nur 7,62 Euro je Aktie.

Der Bestand, das sogenannte Backlog, umfasst neben verbindlichen Aufträgen auch abgeschlossene Rahmenverträge. Rund 80 Prozent seines Geschäfts macht Rheinmetall eigenen Angaben nach mittlerweile mit seiner Militärsparte. Der Umsatz in diesem Bereich kletterte im vergangenen Jahr verglichen mit 2023 um 50 Prozent. Rheinmetall baut unter anderem Kampfpanzer, Drohnen, Flugabwehrsysteme und Artilleriesysteme.

Das Autozulieferer-Geschäft ist „branchentypisch“ rückläufig

Das zivile Geschäft als Autozulieferer indes ist „branchentypisch“ rückläufig. Deswegen steuert der Konzern etwas um und möchte Standorte, die bislang nur für das Autozulieferer-Geschäft genutzt wurden, auch für die Militärproduktion nutzen. „Wir sind der Meinung, dass Automobilzulieferer kaum noch eine Wachstumschance in Deutschland haben“, sagt Vorstandschef Papperger. „Wir wollen versuchen, einzelne Werke umzuwandeln und Defence in diesen Werken zu produzieren.“ Neuss und Berlin würden „Hybridwerke“, wo also sowohl für den zivilen als auch für den militärischen Bereich produziert werden solle. 

Mit Blick auf die Schwäche der Autobranche sagt der Manager: „Im Grunde genommen müssten wir im automobilen Bereich Leute entlassen - das wollen wir aber nicht.“ Ein Großteil der dortigen Mitarbeiter werde künftig im Defence-Bereich arbeiten. Rheinmetall möchte seinen Personalbestand insgesamt um ein Fünftel aufstocken. Von derzeit rund 32.000 Mitarbeitern komme man binnen zwei Jahren vermutlich auf 40.000, sagte Vorstandschef Papperger. Bei den Zahlen sind Leiharbeiter inkludiert. 

Für 2025 rechnet Rheinmetall derzeit mit einem Umsatzanstieg bis zu 30 Prozent

Auch für das kommende Jahr gehe er daher von einem anhaltenden Umsatz- und Ergebniswachstum aus. Für 2025 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzanstieg um 25 bis 30 Prozent. Mit Blick auf möglicherweise weiter steigende Militärausgaben in Europa könnte das Wachstum noch stärker ausfallen. Die Prognose umfasse noch nicht die „Verbesserung des Marktpotenzials“, die sich aufgrund geopolitischer Entwicklungen in den vergangenen Wochen voraussichtlich ergeben habe, erklärte der Rüstungsbauer. In Deutschland wollen Union und SPD die Verteidigungsausgaben weitgehend von der Schuldenbremse ausnehmen.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa