Zechprellerei

Gäste prellen in Restaurant die Zeche – und lassen 7300-Euro-Rechnung zurück

  • Vivian Werg
    VonVivian Werg
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In Schweden sorgte ein besonders schwerer Fall der Zechprellerei für großes Aufsehen. Mit welchen rechtlichen Konsequenzen Zechpreller rechnen müssen.

Malmö – Wer in einem Restaurant etwas getrunken oder gegessen hat, aber anschließend einfach ohne zu bezahlen geht, macht sich strafbar. Das hat eine große Gruppe an Gästen des Restaurants „Atmosfär“ in der Stadt Malmö (Schweden) offenbar nicht davon abgehalten, sich an Weihnachten Getränke und Speisen im Wert von über 82.000 Kronen (etwa 7300 Euro) servieren zu lassen. Und dann im Anschluss in Taxis wegzufahren, wie die schwedische Zeitung Sydsvenskan berichtet.

Zechprellerei kann unter Umständen rechtliche Folgen haben

In Deutschland ist die Zechprellerei laut dem Rechtsportal juraforum.de an sich nicht strafbar. Diese kann aber, wie die Kanzlei Herfurtner auf ihrer Website informiert, je nach Einzelfall verschiedene Formen annehmen – und unterschiedliche rechtliche Folgen nach sich ziehen. Wenn allerdings ein Gast bereits beim Betreten des Lokals weiß, dass er das Bestellte nicht beabsichtigt zu zahlen, liegt ein Betrug vor. In einem solchen Fall ist der Straftatbestand des Betruges gemäß § 263 StGB erfüllt. Das kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe geahndet werden.

Laut juraforum.de kann der Wert bei einem begründeten Verdacht auf Zechprellerei die Polizei rufen oder den Gast sogar festhalten, wenn sich dieser nicht identifiziert. Ein Gast muss aber auch nicht ewig auf seine Rechnung warten, trotz mehrfacher Erinnerung. Bevor man das Lokal verlässt, müsse man unbedingt eine Anschrift oder Visitenkarte hinterlassen, damit der Wirt eine Rechnung stellen kann.

In einem schwedischen Restaurant essen und trinken 35 Gäste für über 7000 Euro – ohne am Ende zu bezahlen (Symbolbild)

Zechprellerei: Staatsanwaltschaft nimmt Fall wegen großem öffentlichen Interesse wieder auf

Nachdem die Restaurantbesitzer in Schweden die Unsitte festgestellt hatten, verständigten sie umgehend die Polizei. Diese fuhr zwar mit mehreren Fahrzeugen in verschiedene Teile der Stadt und hielt zahlreiche Taxis mit Gästen an – die Polizeimaßnahme blieb jedoch erfolglos, schreibt die BBC.

Die Polizei in Malmö stellte das Ermittlungsverfahren am 8. Januar vorzeitig ein. Berichten zufolge zeigte sich die Öffentlichkeit darüber empört. Zwei Tage später schaltete sich die Staatsanwaltschaft ein und nahm den Fall wieder auf. Gegenüber der Sydsvenskan erklärte Staatsanwalt Henrik Nordquist, dass er die Entscheidung der Polizei zwar respektiere, aber zu einer anderen Einschätzung gelangt sei.

Fünf Gerichte, die Sie Küchenchefs zufolge nie im Restaurant bestellen sollten

Meeresfrüchte Garnelen Spießchen Teller.
Sie essen gerne Meeresfrüchte, wie beispielsweise Garnelen oder Shrimps? Oder darf es gerne auch einmal ein lecker zubereiteter Fisch sein? Fein, greifen Sie im Restaurant ruhig zu. Aber seien Sie skeptisch bei Tagesgerichten oder Spezialgerichten – ganz besonders montags. © Oleksandr Latkun/imageBROKER/Imago
Ansicht von oben Meeresfrüchte mit Zitronenaustern.
„Spezialgerichte sind bei Restaurants knifflig. Es könnte das frischeste und leckerste Essen sein, aber in manchen Restaurants sind diese Tagesgerichte eine Notlösung, um die Kühlschränke zu leeren.“, sagt Silvia Barban, Chefköchin bei Aita und LaRina gegenüber Business Insider. © Oleksandr Latkun/imageBROKER/Imagp
Beef Strip Steak medium rare auf einem Teller.
Auch auf gut durchgebratenes Fleisch sollten Sie im Restaurant nach Möglichkeit besser verzichten. Denn bei „medium rare“ (siehe Foto), also nicht vollständig durchgebraten, gebe man sich mehr Mühe. Außerdem ist nicht gänzlich durchgebratenes Fleisch häufig frischer als durchgebratenes. © Aleksei Isachenko/imageBROKER/Imago
Scheiben eines gegrillten Steaks auf einem Teller.
Meint zumindest James Briscione, Director of Culinary Research am Institute of Culinary Education, im Gespräch mit Business Insider: „Meistens heben sie die schlechteren Stücke (dünne, härtere Stücke) auf, um sie gut durchzubraten. Allgemein wird sich bei gut durchgebratenem Fleisch weniger Mühe gegeben.“ © Bernd Juergens/Imago
Weißer Trüffel.
Haben Sie im Restaurant schon einmal ein Gericht mit Trüffelöl bestellt? Dem Bericht des Business Insiders zufolge besteht dieses nur in seltenen Fällen aus echten Trüffeln. Vielmehr sei es ein Gemisch aus Chemikalien, die nach Trüffeln schmecken sollen. © Fotografie Lisa + Wilfried Bahnmüller/imageBROKER/Imago
Trüffel und Trüffelöl.
James Briscione rät von Trüffelöl-Speisen ab: „Die Chancen stehen gut, dass der nachgemachte Trüffel-Geschmack auffallend stark sein wird, und die Tropfen Trüffelöl für 20 Cent, die auf euren Teller getröpfelt werden, werden das Gericht unglaublich viel teuer machen.“ © Brebca/Imago
Burger mit Pommes.
Auch von aufwändig kreierten Burger-Spezialitäten rät der Profi ab: „Wenn Köche teure Zutaten aufeinanderstapeln, ist das nur, damit sie euer Geld stehlen können.“  © Oleksandr Latkun/imageBROKER/Imago
Burger.
Seiner Ansicht nach bestehen gute Burger aus „ordentlichen Scheiben Fleisch wie Rindernacken, Bruststück oder Rippchen.“ Teures Fleisch zu zermalmen, sei Verschwendung. © Oleksandr Latkun/imageBROKER/Imago
Miesmuscheln in Eis.
„Ich bestelle niemals Miesmuscheln in Restaurants“, sagt Mary Dumont, Köchin und Geschäftsführerin von Cultivar in Boston im Interview mit Business Insider. Sie ergänzt, dass trotz richtiger Lagerung und Zubereitung eine „schlechte Muschel“ dabei sein könne, was eine Lebensmittelvergiftung nach sich ziehen kann. © Harald Biebel/Imago
Miesmuscheln.
Der Koch Anthony Bourdain teilte diese Meinung. In seinem Buch „Kitchen Confidential“ schrieb er einst, dass er nur Miesmuscheln bestelle, wenn er den Koch persönlich kenne.  © Michael Gstettenbauer/Imago

Zechprellerei im Restaurant: Hohe Rechnung wurde bislang noch nicht bezahlt

Das „Atmosfär“ wird im Michelin-Führer als „formelles und doch entspanntes Restaurant“ beschrieben. Nach Angaben der Polizei hatte das Restaurant indes der Person, die die Reservierung vorgenommen hatte, eine Rechnung mit Verzugszinsen von zehn Prozent geschickt. Diese sei laut dem BBC-Bericht noch nicht beglichen worden. Nach Angaben der Polizei sei es die Sache des Restaurants, die Angelegenheit mit einem Inkassounternehmen weiterzuverfolgen.

Bei kurzfristigen Tischreservierungen kann das Restaurant eine Entschädigung verlangen, wenn der Wirt den Tisch nicht mehr an andere Gäste vergeben kann. In einigen Restaurants gibt es mittlerweile schon die Stornogebühren. Beim Trinkgeld variiert der angemessene Betrag von Land zu Land. In einem US-amerikanischen Restaurant nahm eine Kellnerin die Sache selbst in die Hand – und manipulierte die Rechnung zu ihren Gunsten. (vw)

Rubriklistenbild: © Robert Michael/dpa

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