Rohstoff für Akkus

Gamechanger für Akkus: Esso darf in Deutschland nach Lithium suchen

  • VonNicola de Paoli
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Esso Deutschland, eine Tochtergesellschaft von Exxon Mobil, darf im Bremer Umland nach Lithium suchen. Eine entsprechende Genehmigung wurde nun erteilt.

Bremen – Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat Esso Deutschland insgesamt vier Erlaubnisfelder für die Suche nach Lithium zugeteilt. „Um den Ausstieg aus fossilen Energieträgern zu schaffen, benötigen wir Alternativen“, sagt LBEG-Präsident Carsten Mühlenmeier. Das Metall Lithium ist ein wichtiger Baustein der Energiewende. Es kommt in Akkus und Batterien zum Einsatz und spielt eine große Rolle bei der Produktion von E-Autos und bei Photovoltaikanlagen. Die geologischen Bedingungen im Norddeutschen Becken sind nach Ansicht des LBEG gut geeignet, um Lithium ressourcenschonend und ohne großen Flächenverbrauch zu gewinnen.

Die betroffene Fläche hat eine Größe von 1443 Quadratkilometern und ist damit sieben Mal so groß wie die Stadt Hannover. Zu den betroffenen Landkreisen zählen Aurich, Cloppenburg, Heidekreis, Oldenburg, Rotenburg (Wümme) sowie die Kreisfreie Stadt Emden. Die Genehmigung gilt ab dem 1. Januar 2025 und ist auf fünf Jahre befristet. Sie gibt Esso zunächst nur die Erlaubnis, nach Lithium zu suchen und ist somit nur ein erster Schritt. Für den Abbau braucht der Konzern dann eine weitere Genehmigung.

Lithiumhaltige Flüssigkeit wird aus tausenden Metern Tiefe an die Oberfläche befördert

Nach Angaben des LBEG ist die Gewinnung von Lithium in Norddeutschland im sogenannten Bohrlochbergbau möglich: Dabei werden aus mehreren tausend Metern Tiefe Flüssigkeiten nach oben gefördert. Diese enthalten Lithiumanteile, die abgeschieden werden. Der Rest der geförderten Flüssigkeiten kann wieder in die ursprünglichen Untergrundschichten zurückgepumpt werden. Die jetzt erteilten Genehmigungen sind für die Esso Deutschland GmbH nur ein Teil eines Gesamtprojekts. Das Unternehmen hat 19 weitere Anträge beim LBEG eingereicht, über die noch entschieden werden soll.

Wegen der zunehmenden Verbreitung von Elektroautos ist die Nachfrage nach Lithium weltweit sprunghaft angestiegen. Doch nur eine begrenzte Zahl an Ländern besitzt überhaupt entsprechende Vorkommen. Länder wie Australien, Chile und China sind aktuell führend im Abbau von Lithium. Aus deutscher Sicht geht es auch darum, einen eigenen Markt aufzubauen und sich damit von den Zulieferländern unabhängiger zu machen.

Gesucht wird in den fünf Landkreisen und nahe einer Stadt

  • Das Erlaubnisfeld „Greetsiel IV“ erstreckt sich entlang der Emsmündung von Emden bis an den Stadtrand von Norden (Landkreis Aurich) über eine Fläche von gut 325 Quadratkilometern.
  • Das Erlaubnisfeld „Hengstlage“ liegt auf einer Fläche von gut 429 Quadratkilometern zwischen Wardenburg und Wildeshausen. Beide Städte liegen im Landkreis Oldenburg.
  • Das Erlaubnisfeld „Hemslingen“ reicht mit gut 453 Quadratkilometern von Rotenburg (Wümme) und Visselhövede bis Schneverdingen im Landkreis Heidekreis.
  • Das Erlaubnisfeld „Wolterdingen“ schließt sich direkt östlich an mit einer knapp 236 Quadratkilometer großen Fläche, die bis nach Soltau und Bispingen reicht.

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

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