Sicher durch den Sommer

Sommer-Risiko-Check: Diese Gefahren sollte niemand auf die leichte Schulter nehmen 

Der DLRG-Bundesverband schlägt Alarm: Schon 48 Menschen sind dieses Jahr in Bayern ertrunken (Archivbild).
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Ertrinkungsgefahr: Ertrinken passiert leise und innerhalb von Sekunden – ohne Rufen um Hilfe, ohne wildes Planschen, wie die DLRG immer wieder betont. Besonders gefährlich sind unbekannte Badeseen ohne Aufsicht, starke Strömungen in Flüssen, Kreislaufprobleme und die Kombination von Alkohol und Wasser. Kinder sollten am Wasser grundsätzlich nie unbeaufsichtigt sein. Im Notfall gilt: sofort Notruf 112 wählen und – wenn sicher möglich – einen Rettungsring oder schwimmfähigen Gegenstand zuwerfen.
Schild mit Schriftzug vom Baden wird abgeraten Blaualgen See
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Blaualgen in Badeseen: Blaualgen sind keine Algen, sondern Bakterien, die sich bei Hitze und Windstille rasant vermehren. Bei hoher Konzentration können ihre Giftstoffe Hautreizungen, Übelkeit und im schlimmsten Fall Leberschäden auslösen. Für Hunde ist bereits eine kleine Menge potenziell tödlich.
Symbolfoto: Hitze im Büro Ventilator
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Wirtschaft unter Hitzestress: Hitzewellen kosten die deutsche Wirtschaft Milliarden: Wer bei großer Hitze arbeitet, ist weniger produktiv – Studien zeigen, dass die Leistungsfähigkeit ab 33 °C deutlich sinkt. Besonders betroffen sind Branchen mit Außeneinsatz, aber auch Büros ohne Klimaanlage. Hinzu kommen Ernte- und Lieferausfälle, überlastete Energienetze und steigende Gesundheitskosten.
Eine junge Frau sitzt in ihrer Wohnung, schwitzt und wischt sich den Schweiß ab.
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Schweiß: Wo Haut auf Haut liegt, wird Dauerfeuchtigkeit schnell zum Problem. Rötungen, Brennen und Pilzinfektionen durch sogenannte Intertrigo sind typische Sommerfolgen. Dazu kommen Hitzeausschlag und anhaltender Körpergeruch trotz Dusche. Atmungsaktive Kleidung und konsequente Körperpflege lindern die Beschwerden spürbar.
Achtung, Zecken: Diese 10 Hotspots sollten Sie unbedingt meiden
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FSME und Borreliose: Hohes Gras, Büsche, Waldränder – überall dort lauern im Sommer Zecken. Sie können zwei ernste Krankheiten übertragen: FSME, gegen die es eine Impfung gibt, und Borreliose, gegen die es bis heute keine gibt. Nach jedem Ausflug ins Grüne gilt daher: den ganzen Körper gründlich absuchen und Zecken so schnell wie möglich entfernen.
Asiatische Tigermücke b(Symbolbild)
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Nervige Insekten: Mücken, Wespen, Bremsen – im Sommer suchen sie aktiv die Gesellschaft von Menschen. Mückenstiche jucken, können bei empfindlicher Haut stark anschwellen und durch Kratzen infiziert werden. Wespen werden durch süße Speisen und hektisches Wedeln provoziert: Ruhe bewahren ist die beste Gegenstrategie. Offene Getränke und Speisen beim Picknick oder auf dem Balkon sollten immer abgedeckt werden – damit keine Wespe unbemerkt in das Glas krabbelt.
Eine Frau hat nach einem Mückenstich eine juckende Haut und kratzt sich.
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Insektenstiche mit heftiger Reaktion: Für die meisten Menschen ist ein Bienen- oder Wespenstich schmerzhaft, aber harmlos – für Allergiker kann er lebensgefährlich werden. Bei einer anaphylaktischen Reaktion sinkt der Blutdruck rasant, die Atemwege schwellen an: ohne Notfallmedikament (Adrenalin-Autoinjektor) ein medizinischer Notfall. Wer weiß, dass er eine Insektengiftallergie hat, sollte das Notfallset im Sommer immer griffbereit haben und den Notruf 112 kennen. Eine Desensibilisierungstherapie kann die Allergie langfristig abschwächen.
Ein heller und moderner Spielplatz mit einer Metallrutsche und einem Klettergerüst, umgeben von Bäumen an einem sonnigen Tag
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Verbrennungen auf heißem Untergrund: Metallrutschen auf Spielplätzen ohne Schatten, Pflastersteine am Pool, heißer Sand – was harmlos wirkt, kann Kinderhaut in Sekunden verbrennen. Auch Erwachsene unterschätzen oft, wie heiß Oberflächen in der Sonne werden können. Vor dem Barfußlaufen oder Klettern kurz mit der Hand prüfen und im Zweifel lieber Schuhe anlassen.
Selfie Girl Slim Legs Blue Shoes and Dress Isolated on Concrete Floor.  Flip Flops
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Sommerschuhe: Der Sommer ist hart für Füße: Badelatschen bieten wenig Halt und Dämpfung und überlasten bei langen Strecken Fußgewölbe und Achillessehne. Sandalen schneiden häufig ein, enge Turnschuhe sorgen bei Hitze für Schweißfüße und Blasen. Und wer barfuß unterwegs ist, riskiert Schnittwunden, Verhornungen oder Verbrennungen auf heißem Untergrund. Der Fuß und das passende Schuhwerk verdienen im Sommer mehr Aufmerksamkeit.
Ein Mann, der sich vor Schmerzen an den Bauch fasst, möglicherweise mit Verdauungsproblemen.
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Lebensmittelvergiftung: Nicht immer sind Salmonellen schuld. Im Sommer vermehren sich verschiedene Keime besonders schnell, wenn Speisen zu lange warm stehen. Riskant sind Buffets auf Sommerfesten, Grillpartys oder Brunches – vor allem mit rohem Ei (Desserts, Mayonnaise), Fleisch, Fisch oder Milchprodukten. Faustregel: Was gekühlt werden muss, gehört nicht stundenlang in die Sonne.
  • Nadja Spielvogel
    VonNadja Spielvogel
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Erst wird der Sommer herbeigesehnt, dann wird er manchmal zur Belastungsprobe. Welche Gefahren warme Tage mitbringen und warum Aufmerksamkeit hilft.

Die wichtigsten Fallen im sommerlichen Alltag

Sommer gilt als die unkomplizierte Jahreszeit: mehr Licht, mehr Draußensein, mehr Gefühl von Pause. Gleichzeitig verändert Hitze den Alltag oft stärker, als es auf den ersten Blick auffällt. Der Körper arbeitet mehr, Lebensmittel halten weniger aus, Gewässer reagieren auf Wärme, und aus kleinen Unachtsamkeiten können schnell echte Probleme entstehen. Genau deshalb lohnt ein genauer Blick auf typische Sommerrisiken – nicht als Spaßbremse, sondern als Realitätscheck für Tage, die sonst vor allem nach Eis, Freibad und Feierabend aussehen.

Wenn der Körper auf Hochbetrieb läuft

Hohe Temperaturen sind für den Organismus kein Wellnessprogramm, sondern Arbeit. Über Schwitzen versucht er, die Körpertemperatur stabil zu halten; dabei gehen Flüssigkeit und Mineralstoffe verloren. Kommen direkte Sonne, körperliche Anstrengung, Alkohol, zu wenig Schlaf oder Vorerkrankungen dazu, steigt die Belastung deutlich.

Warnzeichen wie starke Erschöpfung, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen oder ungewöhnliche Benommenheit sollten deshalb ernst genommen werden. Gerade das macht Hitze tückisch: Sie fühlt sich zunächst nach Sommer an – und oft erst später nach einem echten Kreislaufproblem.

Auch die Sonne selbst wird oft unterschätzt. UV-Strahlung ist unsichtbar, ihre Folgen sind es jedoch nicht. Sonnenbrand ist keine harmlose Begleiterscheinung eines schönen Tages, sondern eine akute Hautschädigung. Langfristig zählt deshalb nicht nur, ob der Sommertag angenehm war, sondern auch, wie konsequent Schatten, Kleidung und Sonnenschutz genutzt wurden.

13 Lebensmittel, die bei großer Hitze vermieden werden sollten

Butter Beef Steak with herbs and potato wedges Butter Beef Steak with herbs and potato wedges
Sehr fettreiche Speisen: Lebensmittel mit hohem Fettgehalt, wie zum Beispiel fettige Braten, Sahnesoßen oder Frittiertes, benötigen viel Energie für die Verdauung. Dieser Prozess erzeugt Wärme im Körper und kann die innere Temperatur zusätzlich erhöhen, was bei Hitze zu Kreislaufproblemen führen kann. © IMAGO/Zoonar.com/Darius Dzinnik
Klassischer Long Island Eistee, Cocktails mit starken Getränken. Wodka, Gin, Rum, Tequila und Zitronensaft mit Cola und Eis
Stark zuckerhaltige Getränke: Limonaden, gesüßte Eistees oder Fruchtsäfte mit hohem Zuckeranteil löschen den Durst nur kurzfristig. Der hohe Zuckergehalt kann zu einem schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels führen und anschließend einen erneuten Durst auslösen, was die Dehydrierung bei Hitze fördern kann. © IMAGO/Zoonar.com/Pavel Marys
Composition consisting of variations of spices in white bowls and metal spoons
Scharfe Gewürze: Chili, Ingwer, Pfeffer oder Cayennepfeffer können die Durchblutung anregen und die Schweißproduktion steigern. Obwohl Schwitzen ein natürlicher Kühlmechanismus ist, können scharfe Speisen das Hitzegefühl intensivieren und bei empfindlichen Personen zu Magen-Darm-Beschwerden führen. © IMAGO/Zoonar.com/Tetiana Chernykova
Assorted snacks in glass bowls Chips, Salzgebäck
Sehr salzige Snacks: Chips, Salzstangen oder stark gesalzene Nüsse können den Durst verstärken und den Elektrolythaushalt des Körpers belasten. Ein übermäßiger Salzkonsum kann zudem zu Wassereinlagerungen führen, was bei Hitze unangenehm sein kann. © IMAGO
Eine Vielzahl von Cocktails auf einem Tisch vor einem hellblauen Hintergrund angeordnet
Alkoholische Getränke: Alkohol erweitert die Blutgefäße und beschleunigt den Wasserverlust des Körpers durch erhöhte Urinausscheidung. Dies kann bei Hitze schnell zu Dehydrierung führen und zudem die Belastung für Herz und Kreislauf erhöhen. © IMAGO/Zoonar.com/Evgeny Karandaev
Balls of homemade assorted ice cream. Balls of homemade lemon, basil and berry ice cream in a wooden bowl Eiscreme
Eiscreme in großen Mengen: Obwohl Eiscreme kurzzeitig kühlt, kann der hohe Zucker- und Fettgehalt die Verdauung belasten. Zudem kann der schnelle Temperaturunterschied bei übermäßigem Konsum von sehr kaltem Eis zu Magenkrämpfen führen. © IMAGO/Zoonar.com/Marina Saprunova
kohlsorte,kohlgemüse,kohl Weißkohl, Rotkohl
Kohl und Kohlarten: Gemüsesorten wie Weißkohl, Rotkohl oder Brokkoli sind schwer verdaulich und können zu Blähungen führen. Bei heißem Wetter kann dies das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen und ein unangenehmes Völlegefühl verursachen. © IMAGO/CSH
Hülsenfrüchte chickpeas, cannellini beans, quail beans, black beans, yellow lentils, red lentils, black len
Große Mengen Hülsenfrüchte: Linsen, Bohnen oder Kichererbsen sind zwar gesund, können aber in großen Mengen blähend wirken und die Verdauung belasten. Bei Hitze ist es ratsam, leichtere Kost zu bevorzugen, um den Verdauungsapparat nicht zusätzlich zu fordern. © IMAGO/Larissa Veronesi
31.12.2022: Mettbrötchen. Brötchen mit Mett (Hackepeter oder Thüringer Mett
Rohes Fleisch und Fisch: Bei Hitze steigt das Risiko für die Vermehrung von Bakterien in rohen Lebensmitteln rapide an. Der Verzehr von Sushi, Tartar oder anderen nicht durchgegarten Fleisch- und Fischprodukten kann bei hohen Temperaturen schneller zu Magen-Darm-Infektionen führen. © IMAGO/Rüdiger Wölk
Sipl Brot und Kaffee, Baeckerei und Konditorei. Foto: Torte bzw Torten, Sahnetorte, Plunder mit suesser Fuellung Backwaren
Gezuckerte Backwaren: Kuchen, Gebäck und Kekse mit viel Zucker und Fett liefern zwar schnell Energie, können aber auch zu einem raschen Blutzuckeranstieg führen, gefolgt von Heißhunger. Die Verdauung von fetthaltigen Backwaren kann zudem Wärme erzeugen. © IMAGO/Manfred Segerer
Weißbrot, Baguette Bäckerei, Konditorei und Snack
Weißbrot, Brötchen oder Croissants enthalten wenig Ballaststoffe und werden schnell verdaut, was zu einem schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels führen kann. Dies kann den Körper unnötig belasten und den Durst fördern. © IMAGO/Manfred Segerer
Sortiment von Schweine- und Rindfleischausschnitten, Schinken und Fleisch auf Holzbrettchen
Wurstwaren und gepökeltes Fleisch: Wurst, Schinken oder andere gepökelte Fleischprodukte sind oft salz- und fetthaltig. Der hohe Salzgehalt kann den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen und die Belastung für die Nieren erhöhen, während der Fettgehalt die Verdauung erschwert. © IMAGO/imageBROKER/Aleksei Isachenko
Auswahl an Käse wie Camembert, Bergkäse und Schweizer Käse Auswahl an Käse wie Camembert, Bergkäse und Schweizer Käse
Schwer verdauliche Milchprodukte: Käse mit hohem Fettgehalt, Sahnequark oder fetter Joghurt können die Verdauung bei Hitze zusätzlich beanspruchen. Leichtere Milchprodukte wie Magerquark oder Buttermilch sind bei hohen Temperaturen besser verträglich. © IMAGO/Zoonar.com/Markus Mainka

Sommerorte haben eigene Regeln

Aufenthalte an Badeseen, in Freibädern, auf Wiesen, in Stadtparks und bei Sommerfesten gehören zur warmen Jahreszeit dazu, bringen aber jeweils ganz eigene Risiken mit sich. In warmen Gewässern können sich Blaualgen stark vermehren. Warnhinweise vor Ort sind deshalb ernst zu nehmen. Im hohen Gras wiederum steigt die Wahrscheinlichkeit für Zeckenkontakt, weshalb Absuchen nach dem Aufenthalt im Grünen zur einfachen, aber sinnvollen Routine gehört. Und bei Buffets im Freien zeigt sich, dass Wärme nicht nur Menschen träge macht: Auch Keime profitieren, wenn Speisen zu lange ungekühlt stehen.

Der wichtigste Schutz bleibt also Aufmerksamkeit. Viele Sommerrisiken lassen sich nicht vollständig vermeiden, aber gut begrenzen, wenn Warnsignale erkannt und einfache Regeln eingehalten werden. Der Sommer verliert dadurch nichts von seinen schönen Seiten. Im Gegenteil: Wer typische Gefahren kennt, kann Hitze, Wasser, Sonne und Draußensein entspannter genießen – zwar mit etwas weniger Leichtigkeit, aber hoffentlich trotzdem mit viel Sommer-Feeling.

Rubriklistenbild: © xEugene97794x/IMAGO