Bankkonto
Das richtige Girokonto finden: kostenlose EC-Karte, keine Kontoführungsgebühren
- VonJosefine Lietzauschließen
Ein Girokonto ist eigentlich keine komplizierte Angelegenheit. Trotzdem können dabei ein paar Sachen falsch gemacht werden. Das Girokonto ist die Basis Ihrer Finanzen, immerhin wird z. B. Ihr Gehalt dorthin überwiesen. Sie können beim Girokonto aber auch ein paar Dinge falsch angehen:
1. Sie zahlen Kontoführungsgebühr
In dem Fall geht es Ihnen wie den meisten Menschen in Deutschland. Acht von zehn Bankkundinnen bzw. -kunden müssen laut einer Verivox-Umfrage für ihr Girokonto bezahlen.
Diese Gebühr können Sie sich aus einem einfachen Grund sparen: Viele Girokonten sind kostenlos, wenn pro Monat Geld eingeht. Gute Gesamtpakete bieten Ihnen Consorsbank*, DKB*, ING* und Comdirect*. Ab 700 Euro Geldeingang im Monat ist die Kontoführung dort kostenlos. Wie Sie das richtige Girokonto für sich finden, lesen Sie im Ratgeber vom Verbraucherportal Finanztip.
Die Banken verdienen doppelt an Ihnen
Bei vielen Banken bezahlen Sie aber nicht nur Gebühren fürs Konto, sondern bekommen gleichzeitig keine bzw. kaum Zinsen auf Ihr Guthaben oder ein Sparkonto, falls Sie das bei der gleichen Bank haben. Aber das ist noch nicht alles. Falls Sie mal ins Minus kommen, haben es die Dispozinsen, die Sie dann zahlen müssen, in sich.
Dieser Zinsunterschied lohnt sich für die Banken. Das zeigen Zahlen der Bundesbank: So ist die Differenz zwischen dem Sparbuchzins und dem Zins für „revolvierende Kredite“ – dazu gehören der Dispo und Kreditkartenschulden – von durchschnittlich 7 Prozent im Herbst 2022 auf über durchschnittlich 10 Prozent Anfang 2024 gestiegen.
Dispo- und Kreditkartenschulden sollten Sie also in jedem Fall vermeiden. Und falls Ihr Konto doch mal ins Minus rutscht: Der Finanztip-Ratgeber zum Dispo hilft Ihnen, es wieder herauszuholen.
2. Sie haben keine Girocard
Die Girocard – die Sie vielleicht noch als EC-Karte kennen – ist beim Zahlen in Deutschland oft unverzichtbar. Zu oft klappt eine Kartenzahlung nur mit der Girocard, Sie kennen sicher das Schild „Nur EC-Karte“ von vielen Kassen kleiner Läden. Viele Neo- und Direktbanken geben sie aber standardmäßig nicht aus, bei manchen gibt es sie gar nicht.
Das kann unpraktisch sein. Am besten ist es deshalb, wenn Sie eine Girocard haben. Bei der Consorsbank gibt es sie kostenlos dazu, bei den übrigen Empfehlungen von Finanztip können Sie sie gegen eine kleine Gebühr von ca. 12 Euro/Jahr dazubuchen.
Wenn es bei Ihrer Bank keine Girocard gibt, ist C24 Smart* eine Option als Zweitkonto. Denn dazu gibt es eine optionale Girocard – und zwar kostenlos. Ohne Girocard sollten Sie sicherheitshalber immer genug Bargeld dabeihaben.
3. Für Sie ist Nähe der wichtigste Faktor
Vor allem Sparkassen und Genossenschaftsbanken werben gerne damit, dass sie Ihnen nah sind. Mit dem Automaten oder auch der Filiale, die Sie aufsuchen können. Aber die Filialen haben oft sehr eingeschränkte Öffnungszeiten, Sie werden genötigt, sie während Ihrer Arbeitszeit aufzusuchen.
Und die Geldautomaten aus Ihrem Verbund brauchen Sie auch nicht unbedingt, bzw. können Sie dort oft auch mit fremden Karten kostenlos abheben. Insgesamt wird die Zahl der Automaten sogar immer kleiner.
Einige Sparkassen und Volksbanken sperren die Karten bestimmter Banken zwar (mehr Infos dazu finden Sie im Finanztip-Girokonto-Ratgeber). Für Sie muss das aber kein Problem sein, denn Sie haben eine fast überall verfügbare Alternative.
Heben Sie beim Einkaufen Geld ab
Und zwar, indem Sie im Supermarkt oder einer Drogerie an der Kasse Bargeld abheben. In Supermärkten geht das ohne Probleme. Meistens können Sie ab 5 Euro (z. B. Lidl) oder 10 Euro Einkaufswert (z. B. Netto) abheben. Teilweise reicht es aber auch, wenn Sie nur eine Sache kaufen (z. B. bei DM und Müller). Hier ein paar Beispiele, wo Sie mit welcher Karte abheben können:
Bei Edeka hängt es vom jeweiligen Markt ab, bei Rewe können Sie mit der Girocard abheben (siehe Tabelle oben) – aber nicht in allen, sondern in über 3.300 Märkten. Bei den Drogerien ist es noch einfacher: Bei DM und Müller können Sie mit Girocard und Debitkarte abheben. Bei Rossmann bekommen Sie nur Bargeld, wenn Ihre Bank das Abheben per Viacash anbietet.
4. Sie sparen auf dem Girokonto
Klar, Sparen ist erstmal eine gute Sache. Sie sollten das aber nicht auf dem Girokonto machen – so wie es laut einer Studie von Forget Finance aber 37 Prozent der 25- bis 40-Jährigen in Deutschland tun. Denn zum einen bekommen Sie auf dem Girokonto keine Zinsen.
Heißt: Ihr Geld vermehrt sich nicht – und wird durch die Inflation weniger wert. Zum anderen funktioniert Sparen mit einem modernen Sparschwein einfach besser – es fällt Ihnen einfach nicht ganz so leicht, das sauer Ersparte eben mal schnell wieder auszugeben, wenn es sich getrennt von Ihrem Girokonto ansammelt. Und das moderne Sparschwein ist natürlich ein Tagesgeldkonto.
Suchen Sie sich also ein gut verzinstes Tagesgeldkonto, dabei hilft Ihnen der Tagesgeldrechner vom gemeinnützigen Geldratgeber Finanztip. So bekommen Sie Zinsen und bremsen die Inflation immerhin ein bisschen aus.
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Dieser Artikel liegt IPPEN.MEDIA im Zuge einer Kooperation mit dem gemeinnützigen Geldratgeber Finanztip vor – das Original zu diesem Beitrag „Machst Du diese 4 Girokonto-Fehler?“ stammt aus dem wöchentlichen Finanztip Newsletter vom 12. April 2024.
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