Paketzustellung

DHL-Botin beantwortet Fragen zu ihrem Alltag – und gibt „ein paar hilfreiche Tipps“

  • Karolin Schaefer
    VonKarolin Schaefer
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Angesichts der Menge an auszuliefernden Paketen kann der Job als Zusteller stressig werden. Wie der genau aussieht, erklärt jetzt eine DHL-Botin.

München – Der ein oder andere wird sich sicherlich schon einmal über die Zustellung von Paketen geärgert haben. Ob ein Bote, der Pakete einfach in die Ecke schmeißt oder verweigerte Lieferungen: Bei der ganzen Flut an Online-Bestellungen kann es schon mal unübersichtlich werden. Meist muss es bei der Zustellung vor allem schnell gehen. Doch wie sieht der Arbeitsalltag von Zustellern eigentlich aus?

DHL-Botin gibt „ein paar hilfreiche Tipps“ bei der Paketzustellung

Fragen rund um den Beruf und die Paketzustellung hat jetzt eine DHL-Botin bei Reddit beantwortet. Sie hat die Online-Community dazu aufgerufen, Fragen zu stellen. „Freue mich, wenn ich sogar hier und da ein paar hilfreiche Tipps geben kann“, schreibt sie in ihrem Beitrag.

Dabei lassen die Fragen nicht lange auf sich warten. „Wie hoch ist der Paketschnitt bzw. Stoppanzahl mittlerweile?“, fragt beispielsweise ein Nutzer. Laut der Paketzustellerin sollten während der Schicht idealerweise 160 Pakete verteilt werden, um als „eingelernter Bote“ zu zählen. „Bestenfalls noch eine Packstation“, heißt es weiter.

DHL-Botin hier. AMA!
by u/ghettoschamanin in de_IAmA

Dabei ist der DHL-Botin zufolge die Arbeitszeit eng getaktet. Früher dürfen die Zusteller demnach nicht anfangen und auch nur höchstens 15 Minuten der Arbeitszeit überziehen. Dafür sei die Paketmenge aber teilweise sehr hoch. „Man macht sich mega den Stress, um alles in der Zeit zu schaffen und die meisten, die das tun, machen keine Pause“, schreibt die Botin. Bei besonders schweren Paketen kommt die Sackkarre zum Einsatz. Gelegentlich bittet die DHL-Botin auch die Empfänger, beim Tragen des Pakets zu helfen. „In 98,9% der Fälle sind die Leute absolut dazu bereit zu helfen.“

DHL-Botin klärt auf: Warum Verbraucher manchmal länger auf ihre Pakete warten müssen

Wer sich fragt, warum das langersehnte Paket zu einer entfernter liegenden Packstation geliefert wurde, hat möglicherweise mehr Verständnis, wenn er den Grund dafür kennt. Der Zustellerin zufolge können sich die Boten die Packstation zwar aussuchen. „Praktisch nehmen wir aber die, die wir eventuell sowieso in unserer Tour haben.“ So sparen die Zusteller vor allem Zeit.

Dass es manchmal länger dauern kann, bis das Paket eintrifft, obwohl beispielsweise nur noch drei Zustellstopps dazwischen liegen, kann verschiedene Gründe haben. Briefe würden beispielsweise nicht als Zustellstopp angezeigt werden. So müssten Zusteller im Verbund, die sowohl Pakete als auch Briefe ausliefern, „quasi an jeder Haustür halten“. Aber auch der Verkehr oder die Sortierung der Ladung kann einige Zeit in Anspruch nehmen.

Im Arbeitsalltag von Paketzustellern herrscht oft ein hoher Zeitdruck. (Symbolbild)

Gelegentlich gibt es auch mal Trinkgeld von Kunden. Vor allem von älteren Menschen, wie die Zustellerin erzählt. „Die freuen sich einfach so sehr, wenn man da ist“, schreibt sie. Im Schnitt seien es zwei Euro, manchmal sei auch ein Fünf-Euro-Schein dabei. In erster Linie würde sich die Botin aber über mitdenkende, freundliche Kunden freuen.

„Bin froh, wenn ich die Pakete doch noch zustellen kann“: DHL-Botin gibt Tipps zur Zustellung

„Schaust du auf die Absender und spekulierst, was im Paket sein könnte?“, fragt eine Person, was wohl viele Menschen denken. Die DHL-Botin gesteht: „Ich würde hart lügen, wenn ich Nein sage.“ Vereinzelt komme es schon mal vor, jedoch eher „aus Interesse am Paket selbst“. Meist habe sie dafür aber einfach keine Zeit.

Wer die Klingel überhört, das Lieferauto aber noch in der Straße sieht, kann auch einfach mal beim Paketboten nachfragen – zumindest, wenn es nach der Botin bei Reddit geht. „Ich bin froh, wenn ich die Pakete doch noch zustellen kann. Allein weil wir uns nach Richtwerten halten sollen und Benachrichtigungen nur in einem gewissen Rahmen entstehen sollen, ist das immer besser“, sagt sie dazu.

Angesichts der offenen Einblicke in den Paketboten-Alltag verzichten vielleicht einige Empfänger in Zukunft auf Wut-Zettel an Paketzusteller. Auch ein anderer Paketbote gab bereits Tipps, wie Pakete besser zugestellt werden können. (kas)

Rubriklistenbild: © Frank Drechsler/imago

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