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Commerzbank mit höchstem Gewinn seit 2007 - Kreditinstitut will zurück in den Dax

  • VonRobert Wallenhauer
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Bei der Commerzbank wächst nach einem starken Jahr das Selbstbewusstsein. Jetzt will die Bank zurück in den Dax.

Frankfurt/Main - Die Commerzbank knüpft mit einem Milliardengewinn an Zeiten vor der Finanzkrise an und strebt in diesem Jahr weiteres Wachstum an. „Unter dem Strich soll das Konzernergebnis deutlich über dem von 2022 liegen“, kündigte die Bank am Donnerstag (16. Februar) an.

Commerzbank: Nach einem starken Jahr 2022 will die Bank wieder in den Dax.

Im vergangenen Jahr verdiente die Commerzbank unter dem Strich gut 1,4 Milliarden Euro und damit mehr als dreimal so viel wie ein Jahr zuvor - und das trotz Belastungen von rund einer Milliarde Euro bei der polnischen Tochter mBank. Einen höheren Überschuss hatte die Commerzbank zuletzt 2007 mit etwas mehr als 1,9 Milliarden Euro ausgewiesen. 2010 lag der Gewinn knapp unter dem Wert von 2022.

Staat rettet Commerzbank in Finanzkrise 2008/2009

In den vergangenen zehn Jahre musste das Geldinstitut zahlreiche Krisen und Umstrukturierungen bewältigen. Nachdem die Dresdner Bank während der Finanzkrise 2008/2009 übernommen wurde, rettete der Staat das Unternehmen durch Steuermilliarden vor dem Zusammenbruch. Bis heute hält der Staat einen Anteil von 15,6 Prozent und ist damit der größte Einzelaktionär. Ein gescheiterter Fusionsversuch mit der Deutschen Bank und interne Streitigkeiten führten in den Jahren nach der Finanzkrise zu Unruhen.

2021 war die Commerzbank nach einem Konzernumbau in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt und hatte unter dem Strich 430 Millionen Euro verdient. Der Anfang 2021 angetretene Konzernchef Manfred Knof hatte den Sparkurs verschärft. Die Bank baute Tausende Stellen ab und verkleinerte ihr noch vor der Pandemie mit etwa 1000 Standorten in Deutschland relativ engmaschiges Filialnetz deutlich. In diesem Jahr soll etwa 400 Filialen übrig bleiben.

Commerzbank-Chef Knof: Die Commerzbank ist wieder da

„Die Commerzbank ist wieder da“, bilanzierte Knof am Donnerstag. Getragen vom Geschäft vor allem mit Firmenkunden und dank der Zinswende steigerte die Commerzbank 2022 ihre Erträge - also die gesamten Einnahmen - zum Vorjahr um rund zwölf Prozent auf gut 9,46 Milliarden Euro.

Die Zahlen kamen bei den Anlegern offenbar gut an. Am Donnerstagnachmittag notierte die Aktie mit einem Kursplus von 9,5 Prozent auf 11,28 Euro und damit dem höchsten Stand seit fünf Jahren.

Zinsen bei der EZB und Stellenabbau verhelfen der Commerzbank zu starkem Jahr 2022

Banken bekommen seit Juli 2022 wieder Zinsen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank parken. Zudem verdienen Geldhäuser zum Beispiel an höheren Kreditzinsen. Ihren Zinsüberschuss will die Commerzbank in diesem Jahr auf deutlich mehr als 6,5 Milliarden Euro steigern nach 6,29 Milliarden im vergangenen Jahr. Nach den Einsparungen durch Filialschließungen und Stellenabbau sollen die Kosten weiter auf 6,3 (Vj.: 6,49) Milliarden Euro gesenkt werden.

An Erträgen und Gewinn der Commerzbank zehrten auch 2022 Belastungen im Zusammenhang mit Schweizer-Franken-Krediten bei der Tochter mBank. Hinzu kamen unter anderem die in Polen gesetzlich verordneten Zins- und Tilgungsstundungen. Die mBank schrieb 2022 rote Zahlen.

Commerzbank will Rückkehr in den Dax und zahlt wieder Dividende

Nachdem die Commerzbank in den letzten beiden Jahren Gewinne verzeichnen konnte, will sie nun zurück in den Dax. Um diese Rückkehr in die erste deutsche Börsenliga nach viereinhalb Jahren zu beschleunigen, hatte das Unternehmen Ende Januar bereits Eckdaten für das vergangene Jahr veröffentlicht. Die Deutsche Börse wird am Freitagabend bekannt geben, welches Unternehmen am 27. Februar in den Kreis der 40 Konzerne im Deutschen Aktienindex aufrücken wird, und den Gasehersteller Linde ersetzt.

Auch den Aktionärinnen und Aktionären verspricht das Commerzbank-Management wieder bessere Zeiten: Die Anteilseigner sollen erstmals seit 2018 wieder eine Dividende erhalten - und zwar 20 Cent je Aktie. Zudem ist ein Aktienrückkaufprogramm geplant, über das Kapital zurückfließen kann. (dpa/rowa)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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