Neuer Termin nicht bekannt

Bleibt Putins Gas im Fluss? EU hält Fahrplan für Unabhängigkeit von Russland bereit

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Die EU-Mitgliedsstaaten streben an, sich von Putins Gas zu befreien. Ein Fahrplan war geplant - dessen Bekanntgabe wurde jedoch wiederholt aufgeschoben.

Brüssel – Die Europäische Kommission hat die Ankündigung ihres Plans zur schrittweisen Beendigung der Abhängigkeit der Region von russischen Energieimporten zum zweiten Mal vom 26. März auf einen nicht näher festgelegten Termin verschoben, wie aus einem jüngst veröffentlichten Zeitplan hervorgeht.

Loskommen von Putins Gas: EU will Ankündigung wichtigen Fahrplans verschieben

Die Kommission wollte sich zu einem neuen Termin nicht äußern. Energiekommissar Dan Jorgensen sagte im November 2024 bei einer Parlamentsanhörung, er werde den Plan während seiner ersten 100 Tage im Amt vorstellen. Dieser Termin wurde nun jedoch zweimal verschoben. Die ursprüngliche Ankündigung des Plans war für Februar 2025 geplant.

Nachdem Russland 2022 die Ukraine angegriffen hatte, hatte die EU angekündigt, die russischen Erdgasimporte bis 2027 einzustellen. Einige Mitgliedstaaten haben jedoch wenig zur Diversifizierung unternommen, und die russischen Gasimporte stiegen im vergangenen Jahr.

Für die EU-Mitglieder ist das ein schwieriges Dilemma: Denn sie müssen die Energiesicherheit sichern und gleichzeitig die Preise zu senken, um die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Industrien gegenüber Konkurrenten in China und den USA zu erhalten, wo die Energiekosten um ein Vielfaches niedriger sind.

Fließt Putins Gas weiter? EU verschiebt wichtigen Fahrplan für Ende von Russland-Abhängigkeit

EU will Abhängigkeit von Russlands Wirtschaft reduzieren – doch einige Länder beziehen noch Putins Gas

Seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 hat die EU eine Reihe von Sanktionen gegen Russlands Wirtschaft verhängt. Die Maßnahmen sollten die Geschäfte im Finanzsektor, aber vor allem die Energie-Deals Russlands stark einschränken. Die Maßnahmen sollten Druck auf die russische Wirtschaft ausüben, damit sich Russland aus den Öl- und Gasgeschäften zurückzieht, von dem mehrere EU-Länder vor dem Krieg stark abhängig waren. Zu den Sanktionen gehören umfassende Embargos auf die Einfuhr von Kohle und Öl über den Seeweg.

Durch verschiedene Tricks, wie den Einsatz einer Schattenflotte aus Tankschiffen, versucht Putin konsequent, unter anderem das westliche Ölembargo zu umgehen. Allerdings zeigen die Sanktionen insofern Wirkung, als Putins loyale Handelspartner aus Sorge vor Folgen der Sekundärsanktionen den Kauf russischer Energieprodukte offenbar einstellen wollen.

Hat Europa zu viel für russisches Öl und Gas ausgegeben – und Russlands Wirtschaft befeuert?

Die EU hatte mehrere Schritte eingeleitet, um die Abhängigkeit von russischem Gas und Öl zu reduzieren. Von den EU-Mitgliedern zählen Belgien, Frankreich und Spanien weiterhin als Einfuhrpunkte für russisches Flüssigerdgas. Untersuchungen des Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA), einer unabhängigen Organisation, deuten darauf hin, dass die 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union seit Beginn der groß angelegten Invasion im Jahr 2022 russische fossile Brennstoffe, darunter Öl, Kohle und Gas, im Wert von über 205 Milliarden Euro gekauft haben.

Aus dem im vergangenen September veröffentlichten Jahresbericht zur Lage der Energieunion geht hervor, dass die EU selbst im dritten Kriegsjahr bei ihrer Gasversorgung noch immer zu fast einem Fünftel (18 Prozent) auf Russland angewiesen ist. Laut CREA zahlten die EU-Länder im dritten Kriegsjahr 21,9 Milliarden Euro für Öl und Gas aus Moskau, womit sich ihr Exportvolumen im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 1 Prozent verringerte. Andere nichteuropäische Länder wie Großbritannien und Norwegen waren vor der Invasion weit weniger von russischen Energieprodukten abhängig. (bohy mit Material von reuters)

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