Heute vor zehn Jahren

Schmerzlicher Jahrestag der Formel 1: Als Frankreich sein größtes Talent verlor

  • Sönke Brederlow
    VonSönke Brederlow
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Der 17. Juli 2015 gehört zu den schwarzen Tagen der Formel-1-Geschichte: Vor zehn Jahren verstarb Jules Bianchi an den Folgen seines schweren Unfalls.

Nizza – Der 17. Juli 2015 zählt zu den dunkelsten Tagen in der Geschichte der Formel 1: An diesem Tag verliert Jules Bianchi den langen Kampf um sein Leben. Der Franzose war bereits neun Monate zuvor, beim Großen Preis von Japan 2014 in Suzuka, so schwer verunglückt, dass er das Bewusstsein nie wiedererlangte. Er wurde nur 25 Jahre alt.

Jules Bianchi, geboren am 3. August 1989 in Nizza, absolvierte zwar nur 34 Rennen in der Formel 1, galt jedoch als eines der größten Talente im internationalen Motorsport. Die Leidenschaft für den Rennsport wurde ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt: Vater Philippe betrieb eine eigene Kartstrecke, auf der Jules bereits im Alter von drei Jahren seine ersten Runden drehte.

Spektakuläre Bilder: Die schwersten Formel-1-Unfälle der letzten Jahre

Bahrain 2020: Der Haas-Bolide von Romain Grosjean steht in Flammen
Bahrain 2020: Romain Grosjean (Haas) kracht kurz nach dem Start in die Leitplanke. Sein Bolide geht in Flammen auf, der Franzose kann sich nach wenigen Sekunden aus eigener Kraft aus dem Wrack retten. Er trägt leichte Brandverletzungen an der Hand davon. © Panoramic by PsnewZ/Imago
Silverstone 2022: Alfa-Romeo-Pilot Guanyu Zhou überschlägt sich bei einem Startunfall
Silverstone 2022: Guanyu Zhou (Sauber) überschlägt sich bei einem Startunfall. Der Chinese rutscht kopfüber in die Auslaufzone, wo er noch einmal hochschleudert und kopfüber zwischen Reifenstapel und Fangzaun liegen bleibt. Er ist unverletzt. © Lee Floyd/Avalon/Imago
Hockenheim 2001: Luciano Burti (Prost) überschlägt sich
Hockenheim 2001: Luciano Burti (Prost) überschlägt sich, nachdem er bei Michael Schumacher (Ferrari) ins Heck fährt. Der Brasilianer steigt anschließend in das Ersatzauto und fährt das Rennen nach dem Neustart wieder mit, kommt aber nicht ins Ziel. © Laci Perenyi/Imago
Monaco 2022: Mick Schumacher (Haas) verunfallt heftig, sein Auto wird in zwei Teile gerissen
Monaco 2022: Mick Schumacher (Haas) schlägt in der 27. Runde des Rennens heftig in die Begrenzung ein. Das Auto wird dabei in zwei Teile gerissen, die Unfallstelle gleicht einem Trümmerfeld. Rennunterbrechung! Schumacher bleibt unverletzt. © Panoramic by PsnewZ/Imago
Kanada 2007: Das Wrack des BMW-Sauber von Robert Kubica
Kanada 2007: Robert Kubica (BMW-Sauber) kracht nahezu ungebremst in eine Betonmauer, überschlägt sich und rutscht quer über die Strecke. Er muss das nächste Rennen in den USA aussetzen. Sein Ersatz damals: Der junge Sebastian Vettel. © Crash Media Group/Imago
Australien 2016: Fernando Alonso sitzt vor seinem zerstörten McLaren
Australien 2016: Fernando Alonso (McLaren) überschlägt sich spektakulär, sein Wrack bleibt kopfüber im Kiesbett liegen. Der Spanier klettert benommen aus dem Auto, bleibt kurz daneben sitzen – ein Bild mit Symbolcharakter. Alonso bleibt unverletzt. © Bevilacqua Giuliano/Abaca/Imago
Felipe Massa fährt mit einem Ferrari geradeaus in die Streckenbegrenzung
Ungarn 2009: Felipe Massa (Ferrari) bekommt die Sprungfeder des Brawn-Boliden von Rubens Barrichello an den Kopf. Der Brasilianer wird bewusstlos, fährt geradeaus in die Reifenstapel. Er wird schwer verletzt, muss notoperiert werden und fällt für den Rest der Saison aus. © ZUMA Press/Imago
Das Red-Bull-Wrack von Mark Webber nach dem Überschlag in Valencia 2010
Valencia 2010: Mark Webber (Red Bull) fährt im Zweikampf auf den Lotus von Heikki Kovalainen auf, hebt daraufhin ab und überschlägt sich spektakulär in der Luft. Der Australier knallt heftig in die Reifenstapel, bleibt allerdings unverletzt. © Back Page Images/Shutterstock/Imago
Brasilien 2003: Fernando Alonso (Renault) steigt seinem Crash aus dem zerstörten Boliden
Brasilien 2003: Fernando Alonso (Renault) knallt im Regenchaos von São Paulo auf einen Reifen, den Mark Webber (Jaguar) kurz zuvor nach einem Unfall verloren hatte. Der Spanier schlägt heftig ein, wirkt benommen. Das Rennen wird abgebrochen. © Kräling/Imago
Monza 2018: Sauber-Pilot Marcus Ericsson überschlägt sich im Formel-1-Training
Monza 2018: Marcus Ericsson (Sauber) verliert im Freien Training beim Anbremsen auf die erste Schikane die Kontrolle über sein Auto, biegt in die Leitplanken ab und überschlägt sich. Der Schwede steigt selbstständig aus. © Hasan Bratic/DeFodi.de/Imago
Indianapolis 2004: Ralf Schumacher kracht nach einem Reifenstapel in die Mauer
Indianapolis 2004: Ralf Schumacher (Williams) schlägt nach einem Reifenplatzer rückwärts in die Streckenbegrenzung ein. Der Deutsche zieht sich eine Gehirnerschütterung und zwei Wirbelbrüche zu, muss insgesamt sechs Rennen pausieren. © Crash Media Group/Imago
Indianapolis 2005: Ralf Schumacher kracht mit seinem Toyota in die Betonwand
Indianapolis 2005: Ralf Schumacher (Toyota) hat kein Glück in Amerika. Nur ein Jahr nach seinem schweren Unfall schlägt der Deutsche an gleicher Stelle ein weiteres Mal ein, wieder nach Reifenschaden. Diesmal bleibt er unverletzt. © Kräling/Imago
Österreich 2002: Nick Heidfeld (Sauber) kracht in den Jordan von Takuma Sato
Österreich 2002: Takuma Sato (Jordan) wird in der Kurve 3 seitlich mit rund 270 km/h nahezu ungebremst von Nick Heidfeld (Sauber) getroffen, der sich zuvor gedreht hatte. Der Japaner zieht sich leichte Verletzungen am Bein und Knie zu, kann schon das nächste Rennen in Monaco wieder fahren. © Kräling/Imago
San Marino 2006: Christijan Albers (MF1) bleibt nach einem Startunfall kopfüber im Kiesbett liegen
San Marino 2006: Christijan Albers (Midland F1) wird kurz nach dem Start in Imola von Yuji Ide (Super Aguri) getroffen, überschlägt sich mehrfach und bleibt kopfüber im Kiesbett liegen. Der Niederländer bleibt unverletzt. © MIS/Imago
Ungarn 2015: Force-India-Pilot Sergio Perez crasht im Freien Training auf dem Hungaroring
Ungarn 2015: Sergio Perez (Force India) kracht nach einem Fahrfehler im Freien Training in die Leitplanke. Eigentlich kein heftiger Einschlag, doch der abgerissene Vorderreifen sorgt dafür, dass sich der Mexikaner einmal überschlägt und auf dem Kopf liegen bleibt. © ZUMA Press Wire/Imago
Suzuka 2015: Daniil Kvyat überschlägt sich im Qualifying mit seinem Red Bull
Suzuka 2015: Daniil Kvyat (Red Bull) kracht im Qualifying zum Japan GP in die Reifenstapel und überschlägt sich einmal in der Luft. Der Russe kann seinem zerstörten Formel-1-Boliden selbstständig entsteigen. Im Rennen am Sonntag belegt er den 13. Platz. © Crash Media Group/Imago
Hockenheim 2014: Williams-Pilot Felipe Massa überschlägt sich nach einem Startunfall
Hockenheim 2014: Felipe Massa (Williams) rutscht nach einer Kollision mit McLaren-Rookie Kevin Magnussen kopfüber in die Auslaufzone, wo er sich zurück auf die Räder stellt. Der Brasilianer bleibt unverletzt und steigt aus einer Kraft aus. © Marca/Imago
Silverstone 2004: Renault-Pilot Jarno Trulli überschlägt sich bei einem heftigen Formel-1-Unfall
Silverstone 2004: Jarno Trulli (Renault) verliert die Kontrolle über sein Auto, schlägt erst in die Reifenstapel ein, bevor er sich im Kiesbett noch einmal überschlägt. Grund für den Unfall, bei dem der Italiener unverletzt bleibt, soll eine defekte Radaufhängung sein. © Thomas Melzer/Imago
Mick Schumacher wird nach einem Unfall aus seinem Haas-Boliden geborgen
Saudi-Arabien 2022: Mick Schumacher (Haas) kracht im Qualifying mit hohem Tempo in die Mauer. Der Deutsche muss aus seinem Wrack geborgen werden und wird zur Kontrolle ins Krankenhaus gebracht. Er bleibt unverletzt, kann das Rennen aber nicht starten. © Hoch Zwei/Imago
Suzuka 2014: Manor-Pilot Jules Bianchi kollidiert beim Formel-1-Rennen in Japan mit einem Bergungsfahrzeug
Suzuka 2014: Jules Bianchi (Marussia) verliert auf regennasser Fahrbahn die Kontrolle und rutscht in ein Bergefahrzeug, das sich um den Sauber von Adrian Sutil kümmert. Der Franzose erleidet schwere Kopfverletzungen, stirbt ein knappes Jahr später an den Folgen. © HochZwei/Imago
Spa 2012: Kurz nach dem Start kommt es zu einem Massenunfall mit mehreren Autos
Belgien 2012: Romain Grosjean (Lotus) verursacht einen spektakulären Startunfall, der unter anderem Fernando Alonso (Ferrari) und Lewis Hamilton (McLaren) aus dem Rennen reißt. Sechs Piloten scheiden aus, niemand wird verletzt. © Sven Simon/Imago
Das Red-Bull-Wrack von Sergio Perez nach dem Unfall beim Formel-1-Rennen in Monaco 2024
Monaco 2024: Sergio Perez (Red Bull) knallt nach einer Kollision mit Kevin Magnussen (Haas) heftig in die Leitplanken. Das Auto wird schwer beschädigt und alle Beteiligten bleiben unverletzt, aber das Rennen muss mit der roten Flagge unterbrochen werden. © Hoch Zwei/Imago
Red-Bull-Pilot Yuki Tsunoda hatte im Qualifying in Imola einen schweren Unfall
Imola 2025: Yuki Tsunoda (Red Bull) dreht sich nach einem Fahrfehler rückwärts in die Reifenstapel, woraufhin sein Auto abhebt und sich spektakulär überschlägt. Der Japaner kann selbstständig aussteigen und bleibt unverletzt. © Javier Jimenez/Imago

Auch in der Familie gab es motorsportliche Vorbilder. Großvater Mauro Bianchi war in der Sportwagen-Weltmeisterschaft erfolgreich, Großonkel Lucien Bianchi startete in der Formel 1 und feierte 1968 sogar den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans. Dass auch Jules Bianchi eines Tages zu den herausragenden Rennfahrern der Welt zählen würde, daran bestand kaum ein Zweifel.

Jules Bianchi sollte für Ferrari in der Formel 1 fahren

Bianchi kämpfte sich über die Nachwuchsklassen bis in die Formel 1, feierte sein Debüt in der Königsklasse im März 2013 beim Großen Preis von Australien in Melbourne. Ein Jahr später, in der Saison 2014, sorgte der Franzose ausgerechnet bei seinem Heimrennen in Monaco für Aufsehen, als er mit einem neunten Platz sowohl für sich als auch das unterlegene Marussia-Team die ersten WM-Punkte einfahren konnte.

Jules Bianchi am 05. Oktober 2014, kurz vor seinem Unfall, der neun Monate später zum Tod des Franzosen führte.

Nicht nur dank dieses Erfolgs wurde er hinter den Kulissen bereits als möglicher Nachfolger von Kimi Räikkönen bei Ferrari gehandelt. Als Mitglied der Ferrari Driver Academy galt Bianchi als einer der vielversprechendsten Kandidaten für ein künftiges Cockpit bei der Scuderia.

„Er war unser Mann der Zukunft, wenn einmal der Vertrag mit Kimi Räikkönen endet“, verriet der damalige Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo gegenüber Sky Sport Italia. Doch dazu kam es nie: Am 5. Oktober 2014 nahm das Leben des talentierten Franzosen eine tragische Wendung.

Ein verregneter Tag im Oktober 2014, der alles verändert ...

Der Große Preis von Japan auf dem Suzuka International Racing Course war von Regen geprägt, die Bedingungen für die Fahrer entsprechend schwierig. In Runde 42 kam Sauber-Pilot Adrian Sutil von der Strecke ab und blieb im Kiesbett stecken. Um den Wagen bergen zu können, wurden gelbe Flaggen geschwenkt, und ein Bergefahrzeug rückte auf die Strecke aus.

Ärzte und Helfer sind am Unfallort des französischen Formel-1-Fahrers Jules Bianchi.

Nur einen Umlauf später, in der 43. Runde des Rennens, ereignete sich der folgenschwere Unfall: Bianchi, zu diesem Zeitpunkt im Marussia unterwegs, war offenbar zu schnell unterwegs und verlor an gleicher Stelle wie Sutil die Kontrolle über seinen Wagen. Spätere Untersuchungen ergaben, dass Bianchi nur 2,61 Sekunden später mit etwa 120 km/h in das Heck des Bergefahrzeugs prallte.

Der Kopf des jungen Franzosen wurde dabei mit einer Verzögerung von 254 g belastet. Bianchi zog sich schwerste Schädelverletzungen zu und verlor auf der Stelle das Bewusstsein. Die Rettungskräfte waren schnell vor Ort und begannen umgehend mit lebensrettenden Maßnahmen. Drei Runden später wurde das Rennen abgebrochen und Lewis Hamilton zum Sieger erklärt.

Von Kobe Bryant bis Diogo Jota: Diese Sport-Stars verunglückten tödlich

Florence Griffith Joyner am 21. September 1988
Die US-Sprinterin Florence Griffith stellte 1988 Weltrekorde über 100 und 200 Meter auf. Am 21. September 1998 erstickte sie im Schlaf – wahrscheinlich aufgrund eines epileptischen Anfalls. Trotz Dopinggerüchten bleibt ihr sportliches Vermächtnis beeindruckend. © IMAGO / Sven Simon
Michael Westphal am 20. Juni 1991
Das deutsche Tennis-Talent Michael Westphal starb am 20. Juni 1991 an den Folgen einer AIDS-Erkrankung. Die Todesursache wurde erst Jahre später von seiner Partnerin öffentlich bestätigt. © Kicker/Liedel/ IMAGO
Maurice Banach ist am 17. November 1991
Das aufstrebende Talent Maurice Banach des 1. FC Köln starb am 17. November 1991 bei einem Autounfall auf dem Weg zum Training. Zum Zeitpunkt seines Todes führte er die Torschützenliste der Bundesliga an. © IMAGO / Kicker/Liedel
Ulrike Maier am 29. Januar 1994
Die österreichische Doppel-Weltmeisterin Ulrike Maier stürzte am 29. Januar 1994 in Garmisch-Partenkirchen schwer und erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen. Der Schock saß tief, doch das Rennen wurde trotz des Unfalls fortgeführt. © IMAGO / TT
Andres Escobar am 02. Juli 1994
Andres Escobar: Wenige Tage nach seinem Eigentor bei der WM 1994 wurde der kolumbianische Nationalspieler am 2. Juli in Medellín erschossen. Die Hintergründe deuten auf Verbindungen zur Drogenmafia – der Mord schockierte weltweit. © IMAGO / Colorsport
Ayrton Senna am 1. Mai 1994
Der brasilianische Ausnahmefahrer Ayrton Senna verunglückte am 1. Mai 1994 tödlich beim Grand Prix von Imola. Der dreifache Weltmeister gilt bis heute als einer der größten Rennfahrer aller Zeiten – sein früher Tod erschütterte die gesamte Motorsportwelt. © IMAGO / WEREK
Marc-Vivien-Foe am 26. Juni 2003
Während des Confed-Cup-Halbfinales am 26. Juni 2003 brach der kamerunische Mittelfeldspieler Marc-Vivien-Foe auf dem Spielfeld zusammen. Im Krankenhaus wurde Herzversagen festgestellt.  © IMAGO / Panoramic by PsnewZ
Marco Pantani am 14. Februar 2004
Der charismatische Italiener Marco Pantani gewann 1998 sowohl die Tour de France als auch den Giro. Doch Skandale und persönliche Krisen überschatteten seine Karriere. Am 14. Februar 2004 wurde er tot in einem Hotelzimmer gefunden – offiziell an einer Kokain-Überdosis gestorben. © IMAGO / Sirotti
Antonio Puerta am 28. August 2007
Der Profi des FC Sevilla Antonio Puerta erlitt am 25. August 2007 während eines Spiels einen Herzstillstand. Drei Tage später verstarb er im Krankenhaus. Kurz nach seinem Tod wurde sein Sohn geboren – ein tragisches Vermächtnis. © IMAGO / Cordon Press/Miguelez Sports
Robert Enke am 10. November 2009
Der deutsche Nationaltorwart Robert Enke nahm sich am 10. November 2009 das Leben. Er litt an schweren Depressionen. Seine Frau Teresa gründete später eine Stiftung zur Aufklärung über mentale Gesundheit im Leistungssport. © IMAGO / Hübner
Robert Müller am 21. Mai 2009
Dem deutschen Nationaltorwart Robert Müller wurde 2006 ein Hirntumor diagnostiziert. Trotz Comeback verstarb er am 21. Mai 2009 an den Folgen seiner Krebserkrankung. Der Traditionsverein Kölner Haie zog daraufhin seine Rückennummer 80 zurück. © IMAGO / Herbert Bucco
Sarah Burke am 19. Januar 2012
Die kanadische Ski-Freestylerin Sarah Burke stürzte schwer bei einem Training und erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma. Neun Tage später, am 19. Januar 2012, verstarb die mehrfache Weltmeisterin an ihren Verletzungen. © IMAGO / Icon Sportswire
Jules Bianchi am 05. Oktober 2014
Trotz verbesserter Sicherheitsstandards erschütterte Jules Bianchis Unfall die Motorsportwelt. Der französische F1-Pilot prallte am 5. Oktober 2014 beim Grand Prix von Japan in Suzuka in ein Bergungsfahrzeug. Nach neun Monaten im Koma starb er am 17. Juni 2015. © IMAGO / Crash Media Group
Junior Malanda 10. Januar 2015
Das belgische Talent Junior Malanda des VfL Wolfsburg verunglückte am 10. Januar 2015 auf der A2 bei Porta Westfalica. Bei einem Autounfall wurde er als Beifahrer aus dem Wagen geschleudert. © IMAGO / Christian Schroedter
Camille Muffat am 09. März 2015
Die französische Olympiasiegerin Camille Muffat starb am 9. März 2015 bei einem Helikopterabsturz während Dreharbeiten in Argentinien. Ihr früher Tod erschütterte die Schwimmwelt. © imago sportfotodienst
Emiliano Sala 21. Januar 2019
Der argentinische Stürmer Emiliano Sala befand sich auf dem Weg zu seinem neuen Verein Cardiff City, als sein Kleinflugzeug am 21. Januar 2019 über dem Ärmelkanal abstürzte. Seine Leiche wurde erst Wochen später aus dem Wrack geborgen. © IMAGO / Panoramic by PsnewZ
Kobe Bryant am 26. Januar 2020
Am 26. Januar 2020 starb NBA-Legende Kobe Bryant bei einem Hubschrauberabsturz nahe Los Angeles. Auch seine Tochter Gianna und sieben weitere Personen kamen dabei ums Leben – die Welt trauerte um „Black Mamba“. © IMAGO / Nordiek
Tori Bowie am 02. Mai 2023
Die US-Olympiasiegerin und Weltmeisterin über 100 Meter Tori Bowie wurde am 2. Mai 2023 tot in ihrem Haus aufgefunden. Sie war hochschwanger und starb offenbar an Komplikationen während der Geburt – eine Tragödie für die Leichtathletik-Welt. © IMAGO / Bildbyran
Gino Mäder 16. Juni 2023
Bei der Tour de Suisse 2023 stürzte der Schweizer Gino Mäder auf einer Abfahrt in eine Schlucht. Einen Tag später, am 16. Juni, erlag er seinen Verletzungen. Sein Tod schockierte die Radsportwelt © IMAGO / Manuel Stefan
Diogo Jota am 3. juli 2025
Der portugiesische Nationalspieler Diogo Jota verstarb am 3. Juli 2025 überraschend. Sein Bruder und er verunglückten bei einem tragischen Autounfall in Spanien. Nur elf Tage zuvor hatte er geheiratet. Jota hinterlässt Ehefrau Rute und drei Kinder. © STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL/IMAGO

Zum Feiern war zu diesem Zeitpunkt bereits niemandem zumute, denn die Nachricht von Bianchis Zustand verbreitete sich rasch. Weil der Helikopter bei den widrigen Wetterverhältnissen nicht starten konnte, wurde der verletzte Franzose per Rettungswagen in das nächstgelegene Krankenhaus nach Yokkaichi gebracht. Dort erfolgte eine Notoperation, anschließend wurde Bianchi in ein künstliches Koma versetzt.

Bianchis Unfalltod hat die Formel 1 nachhaltig verändert

Auch seine Familie reiste umgehend aus Frankreich an und traf bereits am folgenden Tag in Japan ein. Doch Bianchis Zustand blieb auch in den folgenden Tagen weiterhin kritisch. Zwar atmete er selbstständig, als er nach mehreren Wochen aus dem Koma geholt und in die Heimat nach Nizza verlegt wurde, aber das Bewusstsein erlangte er auch in den folgenden Monaten nicht wieder.

21. Juli 2015: Sebastian Vettel und seine Formel-1-Kollegen nehmen Abschied von Jules Bianchi.

Am 17. Juli 2015 erlag Jules Bianchi schließlich seinen schweren Kopfverletzungen. Es war der bislang letzte tödliche Unfall in der Formel 1, doch einer, der die Königsklasse nachhaltig veränderte. So setzte sich der Automobil-Weltverband FIA infolge des Unfalls für die rasche Einführung des Halo-Systems ein. Auch der Einsatz des Safety-Cars gehört in vergleichbaren Situationen längst zum Standard.

Die Startnummer 17, die Bianchi zu seiner Zeit im Marussia trug, wird ihm zu Ehren seither nicht mehr vergeben. Sein einst für Ferrari vorgesehenes Cockpit übernahm schließlich Charles Leclerc, und damit kein Geringerer als Bianchis Patenkind. Auch Leclerc drehte seine ersten Runden auf der Kartbahn von Bianchis Vater und war mit dem Franzosen eng befreundet. Zumindest ein Teil des verstorbenen Franzosen ist der Formel 1 damit bis heute erhalten geblieben. (SoBre)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Crash Media Group