Biathlon: Franziska Preuß am Schießstand in Antholz bei Olympia 2026.
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Fragezeichen nach dem Einzel

Biathlon: Mit Wurzeln in Ruhpolding – Preuß erkennt Olympia-Wunder nicht

  • Tobias Ruf
    VonTobias Ruf
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Im Biathlon gab es bei Olympia die erste große Überraschung. Lora Hristova aus Bulgarien gewann Bronze. Die Spuren des Erfolges führen auch nach Ruhpolding. Franziska Preuß und viele andere waren verdutzt.

Im Biathlon gab es bei Olympia 2026 die erste dicke Überraschung. Im Einzel der Damen gewann die Bulgarin Lora Hristova die Bronzemedaille und verblüffte damit nicht nur die Experten.

„Wer ist eigentlich diese Bulgarin?“ Diese Frage stellte Franziska Preuß nach dem olympischen Biathlon-Einzel in der Umkleidekabine. „Das bin ich“, antwortete Hristova und sorgte damit durchaus für ein Lächeln bei Preuß, wie ihr nach dem Rennen deutlich anzusehen war.

Biathlon: Erfolg made in Ruhpolding – Pichler ist der Vater der Medaille

Dass Preuß ihre Kollegin nicht kannte, ist keinesfalls als arrogant zu werten. Hristova ist ein absoluter No-Name im Biathlon. Bis zum Olympia-Einzel am Mittwoch war ein 23. Platz im Einzel von Östersund die bislang beste Saisonplatzierung der 22-Jährigen.

Dass Bulgarien bei Olympia 2026 eine Medaille gewinnen würde, hatte vorab nur ein Mann für realistisch gehalten. Der kommt aus Ruhpolding, ist 71 Jahre alt und der Vater des bulgarischen Olympia-Wunders. Wolfgang Pichler leitet seit rund 1,5 Jahren die Geschicke im bulgarischen Biathlon-Verband. „Ich hab gleich gemerkt, dass ich den Haufen übernehmen muss, weil da hat Chaos geherrscht. Ich schaff also an“, sagte er im Interview mit chiemgau24.de und Home of Sports.

Biathlon: Pichler macht eine Einschränkung - „Wir sind eine richtige Bamperl-Mannschaft“

Der Biathlon-Weltverband IBU hat ein Programm gestartet, das die kleineren Nationen näher an die großen Biathlon-Länder heranführen soll. In diesem Zuge verschlug es Pichler nach Bulgarien. Er schreibt die Trainingspläne und ist offiziell als Berater tätig. „Ich habe gesagt, dass ich helfe, aber nicht reise. Ständig zum Flughafen, das brauche ich nicht mehr, das nervt“, betonte er im Interview.

Auf der wohl letzten Station seiner langen und erfolgreichen Trainerlaufbahn hat es Pichler also wieder einmal geschafft. „Ich bin sehr stolz. Weil, wenn ich uns mit den großen Teams vergleiche, sind wir eine richtige Bamperl-Mannschaft. Wir haben nur drei Wachser, aber jetzt eine Medaille. Das ist eigentlich unglaublich“, sagte der sichtlich gerührte Ruhpoldinger.

Im Biathlon-Medaillenspiegel steht Bulgarien gleichauf mit Deutschland. Dass sich das im Laufe der Olympischen Spiele noch ändern wird, hält Pichler für wahrscheinlich. „Die Franzosen sind sau stark. Ich hoffe sehr, dass Franzi Preuß noch eine Medaille macht“, betonte er und verabschiedete sich mit seinem Motto: „Follow your dreams“! (Quelle: chiemgau24.de, truf)

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