Krönender Abschluss?

„Wie in Trance“: Biathlon-Star Preuß weiß von erster Olympia-Staffel fast nichts mehr

  • VonAlexander Vormstein
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Biathlon-Star Franziska Preuß ist auf Abschiedstour. Mit Olympia hat die deutsche Medaillen-Hoffnung allerdings noch eine Rechnung offen.

Weltmeisterin, Gesamtweltcupsiegerin und Sportlerin des Jahres: Sportlich hätte es bei Franziska Preuß kaum besser laufen können. Vor dieser Saison sagte die 31-Jährige, dass ihr ganzer Fokus Olympia in Mailand, Cortina d‘Ampezzo – und für die Biathleten – in Antholz gilt. Es könnte ein goldener Abschluss für die Vorzeige-Biathletin werden.

Franziska Preuß im Januar beim Heim-Weltcup in Ruhpolding.

Außerdem hat Preuß noch eine Rechnung mit den Winterspielen offen. Ihre erste Teilnahme vor zwölf Jahren endete in einer Katastrophe, wie sie im Interview mit Home of Sports gewohnt offen erzählt. Alle Wettkampf-Infos zu Olympia gibt es hier.

Franziska Preuß, 2025 war verrückt. War es das bisher beste und schönste Jahr Ihres Lebens?
Ja, das war es definitiv!
Gibt es denn einen Tag aus dem letzten Jahr, den Sie gerne noch einmal erleben möchten?
Vielleicht den Verfolgungstag in der Lenzerheide. Wenn der noch einmal so passiert, dann wäre ich nicht traurig (lacht).
Damals sind Sie Weltmeisterin geworden. Bevor wir nach Antholz blicken, haben Sie noch Erinnerungen an Ihre ersten Olympischen Spiele?
Die waren so prägend, dass ich sie aus meinem Gedächtnis gelöscht habe. Das war wie so eine Art Selbstschutz vom Körper, dass manche Tage einfach verdrängt werden.
Besonders bitter war für Sie der Staffel-Tag, als Sie erst gestürzt sind, lange nur mit einem Stock laufen mussten und beim ersten Schießen viel Zeit verloren haben, weil sich Schnee im Ringkorn gesammelt hat. Können Sie mittlerweile über das Pleiten-Pech-und-Pannen-Rennen zumindest schmunzeln?
Ja, klar. Man kann jetzt schon offen drüber sprechen, aber es ist tatsächlich so, dass ich von diesem Tag echt nicht mehr so viel weiß. Also bis zu dieser Besprechung, als wir erfahren haben, was mit der Evi (Sachenbacher-Stehle musste nach einer positiven Dopingprobe die Spiele verlassen, Anm. d. Red.) ist, weiß ich noch relativ viel. Aber danach war es wie in Trance. Ich war dann völlig überfordert. Und das war ein Rennen, das habe ich mir tatsächlich danach nie wieder angeschaut.

Preuß nur auf Platz 9, Dahlmeier überrascht: Die erfolgreichsten deutschen Biathletinnen der Geschichte

Gold für die 4x7 5km Staffel v li Uschi Disl Kathrin Apel Kati Wilhelm und Andrea Henkel alle
Egal ob Olympische Winterspiele oder Weltmeisterschaften, für die deutschen Biathletinnen sind bei allen Wettkämpfen Medaillen eingeplant. Deutschland wird seinem Ruf als große Biathlon-Nation immer wieder gerecht – auch dank dieser 24 Athletinnen. © Imago
Irene Schroll gehörte zur erfolgreichen deutschen Mannschaft, die bei der WM 1990 in Minsk die Silbermedaille gewinnen konnte. Das war ihr größter Erfolg. Außerdem hat sie drei deutsche Meistertitel.
Platz 24: Irene Schroll gehörte zur erfolgreichen deutschen Mannschaft, die bei der WM 1990 in Minsk die Silbermedaille gewinnen konnte. Das war ihr größter Erfolg. Außerdem hat sie drei deutsche Meistertitel. © imago sportfotodienst
Platz 24: Inga Schneider, geboren Kesper, feierte gleich drei WM-Erfolge. 1989 gab es Bronze, 1990 Silber und 1992 in Nowosibirsk Gold. Alle Medaillen gewann sie mit der Mannschaft.
Platz 23: Inga Schneider, geboren Kesper, feierte gleich drei WM-Erfolge. 1989 gab es Bronze, 1990 Silber und 1992 in Nowosibirsk Gold. Alle Medaillen gewann sie mit der Mannschaft. © Imago
Platz 23: Gleich sechsmal gewann Kerstin Moring die DDR-Meisterschaften. 1991 stand sie dazu bei der WM in Lahti mit der Staffel auf dem Treppchen und feierte die Bronzemedaille.
Platz 22: Gleich sechsmal gewann Kerstin Moring die DDR-Meisterschaften. 1991 stand sie dazu bei der WM in Lahti mit der Staffel auf dem Treppchen und feierte die Bronzemedaille. © Imago/Montage
22.02.2025, Biathlon, WM, Saison 2024/2025, Lenzerheide, WM, Biathlon, Staffel Frauen (4x6km)
Platz 21: Die aktive Biathletin Sophia Schneider durfte ihre größten Erfolge bei den Weltmeisterschaften 2023 und 2024 feiern, als sie mit der Staffel Silber und Bronze gewann. Dazu ist die Traunsteinerin zweifache deutsche Meisterin, im Einzel und Sprint. © IMAGO/Gabor Baumgarten
Bilder des Tages SPORT Franziska Hildebrand Germany IBU World Cup Biathlon Sprint Ladies 7 5km on
Platz 20: Franziska Hildebrand war mit der Staffel etwas erfolgreicher und gewann 2015 und 2017 die Goldmedaille bei der WM. © Kalle Parkkinen
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Platz 19: Janina Hettich-Walz durfte bereits dreimal bei einer Biathlon-WM jubeln. Neben Bronze und Silber mit der Staffel holte sie 2024 bei der WM in Tschechien Silber im Einzel. © IMAGO/PETTER ARVIDSON
Platz 19: Eine weitere erfolgreiche Staffelläuferin war Tina Bachmann, die 2011 und 2012 im Team erfolgreich war. Darüber hinaus gewann die Biathletin 2011 auch die Silbermedaille im Einzel.
Platz 18: Eine weitere erfolgreiche Staffelläuferin war Tina Bachmann, die 2011 und 2012 im Team erfolgreich war. Darüber hinaus gewann die Biathletin 2011 auch die Silbermedaille im Einzel. © imago sportfotodienst
Oberhof 06 01 2017 Biathlon Weltcup in Oberhof in der DKB Ski Arena Sprint der Frauen auf 7 5
Platz 17: Bachmann feierte die Staffelerfolge zusammen mit Miriam Neureuther. Die Biathletin gewann dazu auch eine Silbermedaille bei Olympia 2010 – allerdings im Langlauf. © imago sportfotodienst
04.02.2023, Obertilliach, Österreich (AUT): Vanessa Hinz (GER) Biathlon, IBU Cup Obertilliach, Sprint Damen 7,5 km *** 0
Platz 16: Dreimal war Vanessa Hinz mit der Staffel bei einer Biathlon-WM erfolgreich und konnte sich dazu 2020 auch im Einzel aufs Podest stellen. Die Münchnerin gewann Silber. © IMAGO/Harald Deubert
Sport Bilder des Tages 06.02.2023, GER, Biathlon, Saison 2022/2023, Maenner / Frauen, BMW IBU Weltmeisterschaften, Train
Platz 15: Die Bronzemedaille bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking mit der Frauenstaffel war Vanessa Voigts größter Erfolg. Dazu kommen eine Silber- und Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften 2023 und 2024. © IMAGO
Platz 14: Die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver waren die erfolgreichsten für Simone Hye-Soon Hauswald. Die Athletin gewann mit der Staffel und beim Massenstart Bronze. Fünfmal stand sie bei Weltmeisterschaften auf dem Treppchen, einmal sogar ganz oben
Platz 14: Die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver waren die erfolgreichsten für Simone Hye-Soon Hauswald. Die Athletin gewann mit der Staffel und beim Massenstart Bronze. Fünfmal stand sie bei Weltmeisterschaften auf dem Treppchen, einmal sogar ganz oben. © imago sportfotodienst
Platz 13: Bei den Spielen 1994 in Lillehammer gewann Simone Greiner-Petter-Memm mit der Staffel ebenfalls Silber. Von 1995 bis 1999 kamen dafür jedoch gleich vier goldenen WM-Medaillen mit der Staffel hinzu.
Platz 13: Bei den Spielen 1994 in Lillehammer gewann Simone Greiner-Petter-Memm mit der Staffel ebenfalls Silber. Von 1995 bis 1999 kamen dafür jedoch gleich vier goldene WM-Medaillen mit der Staffel hinzu. © Imago
Platz 12: Martina Seidl, geboren Zellner, fuhr eine der erfolgreichsten deutschen Staffeln der Biathlon-Geschichte. 1998, bei den Olympischen Winterspielen in Nagano, holt die Polizeiobermeisterin Gold. Außerdem gewann sie unter anderem 1999 WM-Gold im Sprint.
Platz 12: Martina Seidl, geboren Zellner, fuhr eine der erfolgreichsten deutschen Staffeln der Biathlon-Geschichte. 1998, bei den Olympischen Winterspielen in Nagano, holt die Polizeiobermeisterin Gold. Außerdem gewann sie unter anderem 1999 WM-Gold im Sprint. © Imago
Platz 11: Katrin Apel kann man gut und gerne als deutsche Staffel-Queen der Biathlonwelt bezeichnen. Ihr größter Erfolg war das Staffel-Gold 2002 bei Olympia in Salt Lake City. 1996, 1997, 1999 und 2004 kamen gleich vier WM-Erfolge mit der Staffel hinzu. Beim Massenstart 2004 kam auch ein Silbermedaillencoup ohne Staffelbeteiligung hinzu.
Platz 11: Katrin Apel kann man gut und gerne als deutsche Staffel-Queen der Biathlonwelt bezeichnen. Ihr größter Erfolg war das Staffel-Gold 2002 bei Olympia in Salt Lake City. 1996, 1997, 1999 und 2004 kamen gleich vier WM-Erfolge mit der Staffel hinzu. Beim Massenstart 2004 kam auch ein Silbermedaillencoup ohne Staffelbeteiligung hinzu. © Imago
Platz 10: Antje Harvey, geboren Misersky, feierte in den 90er Jahren riesige Erfolge. 1992 feierte sie bei den Spielen in Albertville eine Goldmedaille im Einzel und eine Silbermedaille im Sprint. 1994 kam durch den Erfolg mit der Staffel eine Silbermedaille hinzu.
Platz 10: Antje Harvey, geboren Misersky, feierte in den 90er Jahren riesige Erfolge. 1992 feierte sie bei den Spielen in Albertville eine Goldmedaille im Einzel und eine Silbermedaille im Sprint. 1994 kam durch den Erfolg mit der Staffel eine Silbermedaille hinzu. © Imago
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Platz 9: Für Franziska Preuß sprang bei Olympischen Winterspielen bislang lediglich die Bronzemedaille mit der Staffel raus. Allerdings gewann die Biathletin mehrfache die Weltmeisterschaft und sicherte sich in der Saison 2024/25 den historischen Gewinn des Gesamtweltcups. Das schafften vor ihr erst fünf deutsche Athletinnen. © imago sportfotodienst
Platz 8: Auch wenn Martina Beck, geborene Glagow, nie eine Goldmedaille bei Olympia gewinnen konnte, zählt ihre Leistung bei den Winterspielen 2006 in Turin zu den besten in der deutschen Wintersportgeschichte. Im Einzel, der Verfolgung und der Staffel reichte es jeweils für die Silbermedaille. 2010 kam eine bronzene hinzu. Zuvor gewann sie 2002/03 den Gesamtweltcup.
Platz 8: Auch wenn Martina Beck, geborene Glagow, nie eine Goldmedaille bei Olympia gewinnen konnte, zählt ihre Leistung bei den Winterspielen 2006 in Turin zu den besten in der deutschen Wintersportgeschichte. Im Einzel, der Verfolgung und der Staffel reichte es jeweils für die Silbermedaille. 2010 kam eine bronzene hinzu. Zuvor gewann sie 2002/03 den Gesamtweltcup. © Imago
IBU Worldcup Biathlon Hochfilzen 2023, 09.12.2023 Biathlon, IBU Worldcup Biathlon Hochfilzen 2023, 09.12.2023, Verfolgun
Platz 7: Einen der größten Erfolge, der im Biathlon überhaupt zu erreichen ist, ist die Goldmedaille im Einzel bei Olympischen Winterspielen. Diese Meisterleistung ist Denise Hermann-Wick 2022 in Peking gelungen. Bei den selben Spielen gewann die Athletin mit der Staffel Bronze. Neun WM-Medaillen, zweimal Gold, sechsmal Silber und einmal Bronze, stehen ebenfalls auf ihrem Konto. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Nils Koepke
Platz 6: Petra Behle, gebürtig Schaaf, stammt aus keiner Wintersporthochburg hat aber trotzdem eine unglaublich erfolgreiche Karriere vorzuweisen. Die Offenbacherin holte nach den Silbermedaillen bei den Spielen 92 und 94 1998 zum Abschluss ihrer Karriere in Nagano Gold, alle Erfolge mit der Staffel. Dazu ist die Sportökonomin neunfach Weltmeisterin.
Platz 6: Petra Behle, gebürtig Schaaf, stammt aus keiner Wintersporthochburg hat aber trotzdem eine unglaublich erfolgreiche Karriere vorzuweisen. Die Offenbacherin holte nach den Silbermedaillen bei den Spielen 92 und 94 1998 zum Abschluss ihrer Karriere in Nagano Gold, alle Erfolge mit der Staffel. Dazu ist die Sportökonomin neunfach Weltmeisterin. © imago sportfotodienst
Platz 5: Die Erfolge von Uschi Disl sind wirklich bemerkenswert. Gleich neun Medaillen gewann die Sportlerin aus Bad Tölz bei Olympischen Winterspielen, darunter zwei goldene mit der Staffel. Außerdem sammelte sie in ihrer langen und erfolgreichen Karriere 19 WM-Medaillen, darunter 8-mal Gold.
Platz 5: Die Erfolge von Uschi Disl sind wirklich bemerkenswert. Gleich neun Medaillen gewann die Sportlerin aus Bad Tölz bei Olympischen Winterspielen, darunter zwei goldene mit der Staffel. Außerdem sammelte sie in ihrer langen und erfolgreichen Karriere 19 WM-Medaillen, darunter 8-mal Gold. © Imago
JOKA Biathlon World Team Challenge Auf Schalke am 28.12.2019 in der Veltins Arena in Gelsenkirchen Laura Dahlmeier ( Deu
Platz 4: Eine der besten deutschen Biathlonleistungen in der Geschichte der Olympischen Winterspiele lieferte Laura Dahlmeier bei den Wettkämpfen in Pyeongchang ab. Im Sprint und der Verfolgung feierte die Garmisch-Partenkirchener jeweils einen Golderfolg. Im Einzel gab es Bronze. Außerdem sammelte sie in ihrer Karriere gleich 15 Weltmeistermedaillen, sieben davon in Gold. Mit nur 31 Jahren verstarb Dahlmeier im Juli 2025 auf tragische Weise bei einem Bergunfall in Pakistan. Ihre Erfolge bleiben für immer. © Revierfoto via www.imago-images.de
25 02 2014 Oberhof Haus des Gastes Thüringen empfängt seine Olympiateilnehmer Andrea Henkel GER
Platz 3: Andrea Henkel gehört zu den absoluten Top-Biathletinnen der deutschen Sportgeschichte. 2002 holte sie bei den Spielen in Salt Lake City neben dem Staffelgold auch Gold im Einzel. Zwei weitere Olympiamedaillen kamen später hinzu, genauso wie insgesamt acht Weltmeisterschaften, die Henkel zu einer echten Ikone des Wintersports machen. © imago sportfotodienst
060218 Winter Olympics 2006, Biathlon: Gold medalist Kati Wilhelm of Germany celebrate after winning womens 10 km pursu
Platz 2: Keine Erfolge im Biathlon haben ein so hohes Ansehen wie Goldmedaillen bei Olympia. Kat Wilhelm konnte in ihrer Karriere gleich drei davon sammeln und ergänzte ihre Sammlung durch drei silberne und eine bronzene. Unter anderem gehören auch fünf WM-Erfolge zur Vita der ARD-Expertin. © Arne Forsell via www.imago-images.de
Platz 1: Für das Siegerpodest führt kein Weg an Magdalena Neuner vorbei. Nach ihrem Debüt im Weltcup im Jahr 2006 gewann die Garmisch-Partenkirchenerin ab 2007 im Grunde alles. Zwei Gold- und eine Silbermedaille bei Olympia in Vancouver und in sechs Jahren gleich zwölf WM-Titel, vier WM-Zweit- und eine Drittplatzierung. 2007, 2011 und 2012 wurde sie als Deutschlands Sportlerin des Jahres ausgezeichnet – so oft wie keine andere Biathletin. Mit nur 25 Jahren beendete Magdalena Neuner ihre glorreiche Karriere und verhinderte damit weitere gigantische Erfolge.
Platz 1: Für das Siegerpodest führt kein Weg an Magdalena Neuner vorbei. Nach ihrem Debüt im Weltcup im Jahr 2006 gewann die Garmisch-Partenkirchenerin ab 2007 im Grunde alles. Zwei Gold- und eine Silbermedaille bei Olympia in Vancouver und in sechs Jahren gleich zwölf WM-Titel, vier WM-Zweit- und eine Drittplatzierung. 2007, 2011 und 2012 wurde sie als Deutschlands Sportlerin des Jahres ausgezeichnet – so oft wie keine andere Biathletin. Mit nur 25 Jahren beendete Magdalena Neuner ihre glorreiche Karriere und verhinderte damit weitere gigantische Erfolge. © imago sportfotodienst
Kommt das häufiger vor, dass Sie sich im Nachhinein noch einmal etwas anschauen?
Ab und zu schon. Aber da geht es eher um technische Aspekte oder wie es beim Schießen von außen ausgeschaut hat.
Auch mal fürs gute Gefühl von einem Sieg?
Da kommt man eher nicht drum herum, weil es einem gezeigt wird (lacht). Also die Szenen aus Oslo habe ich jetzt doch schon des Öfteren gesehen.
Zu Olympia: Welche Erwartungen haben Sie an Antholz – nicht nur sportlich?
Mich freut es mega, dass wir endlich mal wieder Olympische Spiele in Europa haben. Und dann auch noch an so einem Ort, wo es große Wintersport-Euphorie gibt, wo es Fans gibt, die Wintersport einfach gern haben und den auch supporten. Das freut mich am meisten, weil ich habe jetzt an drei Winterspielen teilgenommen – und da war das nie so. Und dafür nehme ich es auch gerne in Kauf, dass es kein olympisches Dorf gibt. Man muss vielleicht irgendwo Abstriche machen. Da ist es mir lieber, man ist an Orten, die einfach etabliert sind, auch wenn es dann kein Dorf gibt.
Letztes Jahr waren Sie beim Skispringen. Welche anderen Sportarten hätten Sie bei den Spielen gerne besucht?
Ja, man würde schon gern mal woanders zuschauen, aber das ging bisher bei keinen Olympischen Spielen, weil wir Biathleten vom Anfang bis Ende selbst so viele Rennen haben. Deswegen war das bei uns nie ein Thema.

Biathlon-Star Franziska Preuß träumt von Medaille bei Olympia

Also voller Fokus auf Antholz, wie Sie selbst gesagt haben. Was müsste passieren, dass Sie sagen: „Das war ein geiler Abschluss!“
Wenn man einfach Rennen macht, mit denen man mit sich und seiner Leistung zufrieden ist. Für was es schlussendlich reicht, hat man, glaube ich, eh nicht in der eigenen Hand. Eine Medaille, die passiert dann einfach, sowas kann man nicht planen. Aber klar wäre eine Medaille cool.
Die Medaille bei der WM letztes Jahr war ja auch Ihr großes Ziel. Da hat es geklappt mit dem Plan.
Was ich schon irgendwie merke, ist das mit dem Gesamtweltcup. Das war mein größter Traum. Und was jetzt noch kommt, ist einfach das i-Tüpfelchen. Aber ich bin zufrieden mit dem, was ich habe.
Wenn Sie auf Ihre Karriere schauen. Welche Eigenschaft an Ihnen schätzen Sie privat, ist aber total hinderlich als Profi?
Dass ich manchmal wahrscheinlich zu empathisch bin.
Gibt es denn auch Momente, in denen Sie sich überhaupt nicht als Profi fühlen?
Wenn, dann eigentlich nur im April. In der Pause, wenn man da mal zwei Wochen im Urlaub ist. Da ist der Sport mal sehr weit weg. Aber ansonsten ist man schon 24/7 Sportler.
Und da sind Sie bekanntlich sehr diszipliniert. Wie schwer fällt Ihnen das?
Das Training ist natürlich das Einfachste. Das macht ja auch Spaß und es fühlt sich immer cool an, wenn man draußen ist. Was für mich manchmal schwieriger ist, dass man im privaten Leben so diszipliniert sein muss. Gerade so über die Weihnachtszeit, wenn man sich echt abschottet und die Familie draußen trifft – das fällt mir schon immer schwerer natürlich.
Aber das müssen Sie nicht mehr so lange machen.
(lacht) Ja, genau.
Sie beenden Ihre aktive Karriere nach dieser Saison, was steht dann an im Hause Preuß/Schempp?
Ganz konkrete Pläne habe ich noch nicht. Bisher bin ich einfach Sportler. Und das bin ich auch noch ein paar Wochen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON