Debüt im März 2004
Biathlon: Eine Legende tritt ab – 22 Jahre Weltcup und eine besondere Schnapszahl
VonTobias Rufschließen
Beim Saisonfinale in Oslo verabschiedet sich eine wahre Biathlon-Legende. Nach mehr als 20 Jahren im Weltcup hört Simon Eder auf. Österreich verliert binnen kürzester Zeit ein zweites Aushängeschild.
Als Simon Eder am 11. März 2004 sein Debüt im Biathlon-Weltcup feierte, war der kommende Gesamtweltcupsieger Eric Perrot gerade einmal zwei Jahre alt. Diese Zahl macht deutlich, welche Spuren der Österreicher in seinem Sport hinterlassen hat.
Jetzt ist aber Schluss. Im Alter von 43 Jahren hängt der Dauerbrenner Ski und Gewehr an den Nagel. Bereits im Vorfeld der Saison hatte er angekündigt, dass der olympische Winter sein letzter sein wird. Vor dem Weltcupfinale in Oslo bekräftigte der aus Zell am See stammende Eder seine Entscheidung. „Ich habe mich in den letzten Tagen dazu entschieden, dass Schluss ist“, sagte Eder gegenüber dem ‚KURIER‘.
Biathlon: Eder erreicht beeindruckende Schnapszahl – 27 Rennen bei Olympia
Der als starker Schütze bekannte Eder hinterlässt beeindruckende Zahlen und Erfolge. Bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina hatte er jüngst die Schallmauer von 555 Einsätzen im Weltcup, bei Weltmeisterschaften und bei Olympischen Spielen gebrochen. Im Olympia-Massenstart von Antholz bestritt er sein 27. Rennen bei Winterspielen.
Seine Erfolge verteilte Eder über viele Jahre. 2009 gewann er im russischen Chanty-Mansisk erstmals ein Weltcuprennen. Seinen letzten Sieg feierte er 2017 in der Single-Mixed-Staffel von Östersund. Sieben Weltcupsiege, davon vier in Staffeln, stehen zu Buche. Eder gewann zwei olympische Silbermedaillen und fünf Medaillen bei Weltmeisterschaften – zweimal Silber und dreimal Bronze.
Biathlon: Österreich verliert zweites Aushängeschild - Kampf ums Finale am Sonntag
Eders Karriereende ist ein weiterer Einschnitt im österreichischen Biathlon. Kurz vor dem Weltcupfinale in Solo hatte bereits Lisa Theresa Hauser ihren Rücktritt verkündet. Im Gegensatz zu Eder kam die Entscheidung von Hauser durchaus überraschend. Mit nur 32 Jahren macht die erfolgreichste Biathletin der österreichischen Geschichte Schluss und hinterlässt eine große Lücke. Wie auch Eder, der mehrere Generationen seines Sports entscheidend prägte.
Die Abschiedstour des 43-Jährigen beginnt am Freitag mit dem Sprint bei den Herren. Am Samstag wird zudem im Verfolger gelaufen. Sollte er dabei gute Resultate erzielen, könnte er sich auch für den finalen Massenstart am Sonntag qualifizieren. (Quelle: chiemgau24.de, truf)