Wie grün kann das neue Quartier auf dem Real-Gelände werden? Der Bürgerkreis zieht Vergleiche zum eigenen Entwurf und informiert über den Stand der Planungen.
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Wie grün kann das neue Quartier auf dem Real-Gelände werden? Der Bürgerkreis zieht Vergleiche zum eigenen Entwurf und informiert über den Stand der Planungen.

Gesammelte Kritik an Bauplänen fürs Real-Gelände

Bürgerkreis Real-Gelände bringt eigenes Infoportal ins Netz

  • VonBettina Merkelbach
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Der Bürgerkreis Real-Gelände wird nicht müde, seine Kritik an den Plänen zur Bebauung des Grundstückes des ehemaligen Real-Marktes am Ortseingang Dörnigheims zu erneuern. Jetzt haben die Anwohner eine eigene Internetseite ins Leben gerufen, die ihre Erkenntnisse zu den aktuellen Planungen bündelt.

Maintal – Unter der Webadresse www.buergerkreisreal.de stellen die Dörnigheimer die konsolidierte Entwurfsplanung ihrem eigenen Konzept gegenüber, das ihrer Meinung nach in den Punkten Nachhaltigkeit, Klimafreundlichkeit, Verkehrsanbindung, zukunftssichere Mobilität, Barrierefreiheit und Aufenthaltsqualität Vorteile bietet.

„Wir wollen so neutral wie möglich informieren und Antworten auf die Fragen: Was macht der Investor? Was macht die Politik? Und was wollen die Bürger? geben“, erklärt Hayriye Rupin ihre Ziele. Bereits seit 2022, als die ersten Entwürfe des Investors und Grundstückeigentümers Instone Real Estate den Maintaler Gremien präsentiert wurden, mischen sich die Anwohner ein und pochen auf Verbesserungen an den Entwurfsplanungen. Besonders die in ihren Augen zu hohe Baudichte, fehlende Grünflächen und Beschattungen, eine zu hohe Bodenversiegelung und ein ungenügendes Verkehrskonzept ist dem Bürgerkreis ein Dorn im Auge.

„Nachhaltige Stadtentwicklung braucht Bürgerbeteiligung“

„Wir sind der Meinung: Eine nachhaltige Stadtentwicklung ist nur mit Bürgerbeteiligung möglich“, betont Rupin. Dazu wollten die Bürger mit der neuen Internetpräsenz einen Beitrag leisten. In der Vergangenheit hatte sich die Initiative auch um den Dialog mit den Stadtverordneten bemüht, indem sie mit großer Resonanz zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion eingeladen hatte. Auch mit der Stadtverwaltung will der Bürgerkreis das Gespräch pflegen. Mit wenig Erfolg, wie die Anwohner berichten.

Doch das ist nicht der einzige Kritikpunkt Richtung Rathaus: Der Magistrat informiere intransparent und ungenügend zu dem Neubauprojekt, das das Gesicht des Stadtteils immerhin maßgeblich verändern wird. Die dadurch entstandenen Wissenslücken will der Bürgerkreis nun selbst mit seiner Webseite füllen. „Das soll ganz bewusst kein Angriff auf die Politik sein“, erklärt Rupin. „Wir wollen nur zeigen: Es gibt Alternativen. Wir sind den Investorenplänen nicht machtlos ausgeliefert.“

Anwohner vergleichen Investoren- mit eigenem Entwurf

Im Kern drehen sich die zusammengetragenen und aufbereiteten Informationen um einen Vergleich der von Instone präsentierten Entwurfsplanung namens „Landschaftshügel“ mit dem eigenen Konzept des Bürgerkreises namens „Leben – Wasser“. Denn, so heißt es im Vorwort, der „Planentwurf des Investors entspricht nicht den erforderlichen, zeitgemäßen Anforderungskriterien für eine vorausschauende, umweltbewusste, soziale Stadtentwicklung.“

Die Hauptkritikpunkte beziehen sich auf die Riegelbebauung an den Außengrenzen des Grundstücks zu Kennedy- und Kesselstädter Straße hin. Die geplante Wohnbebauung riegele sich architektonisch vom öffentlichen Raum ab und integriere sich nicht in das vorhandene Stadtbild, bemängelt der Bürgerkreis. Dass dies aus Lärmschutzgründen geschehen soll, lassen die Anwohner nicht gelten. Ihr Entwurf löse das Lärmschutzproblem ebenfalls, aber mit einer wesentlich luftigeren Bebauung mit einer Baumallee und mehr Grünflächen.

Bürgerkreis kritisiert zu hohe Baudichte

Zu eng, zu dicht, zu versiegelt, zu verschlossen, so lassen sich die zentralen Kritikpunkte der Bürger zusammenfassen. Auch, dass der Planentwurf einen 10 000 Quadratmeter großen „Hypermarkt“ statt kleiner Gewerbeflächen vorsieht, stößt bei den Anwohnern auf Missfallen, ebenso wie die Vielzahl an Parkplätzen, die aus Sicht des Bürgerkreises die Stellplatzsatzung sogar übertreffe und für eine Vollversiegelung der Fläche sorge.

Ganz fertig sei die Webseite jedoch noch nicht, betonen die Anwohner. Zu ihren eigenen Analysen und einer Terminübersicht über die kommenden Gremiensitzungen sollen nach und nach zum Beispiel auch die aktuellen politischen Beschlüsse hinzukommen. „Die Bürgerinnen und Bürger sollen sich selbst ein Urteil über das bilden können, was hier entstehen soll“, sagt Rupin.

Infos zur Webseite

Die Webseite ist unter den Adressen www.buergerkreisreal.de und www.bürgerkreisreal.de zu finden.

Von Bettina Merkelbach

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