Verfrorene Triebe

Lavendel schneiden: Im Oktober nicht mehr, er erfriert sonst vielleicht

  • Ines Alms
    VonInes Alms
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Kann oder soll man Lavendel im Herbst noch schneiden? Ist nur ein leichter Rückschnitt sinnvoll? Größere Eingriffe macht man besser im Frühling.

Ob im Beet oder auf dem Balkon – wer seinen Lavendel gut behandelt, wird meist mit einem kräftigen, gleichmäßigen Wuchs und einer reichen Blüte belohnt. Über einen jahreszeitlich passenden Rückschnitt lässt sich viel bewirken, doch der Herbst ist mit wenigen Ausnahmen kein guter Zeitpunkt dafür.

Lavendel schneiden: Im Herbst nicht mehr, er leidet sonst

Der Schnittzeitpunkt des Lavendels ist auch von den Temperaturen abhängig.

Etwa im Juli schneidet man den Lavendel nach der ersten Blüte zurück, um mit diesem Sommerschnitt einen zweiten Flor zu erreichen. Wer den Rückschnitt des Lavendels nach der Blüte bis August versäumt hat, sollte es auch im Herbst besser lassen. Denn wenn es draußen – vielleicht auch überraschenderweise – zu kalt wird, riskiert man den fehlenden Frostschutz der eigentlich winterharten Pflanze.

Sollte man in Regionen Deutschlands leben, in denen ein verlässlich mildes Klima herrscht, hält Lavendelgärtner Hans Müller auf dem Blog Berlingarten.de einen Erhaltungsschnitt des Lavendels bis Ende September für möglich. Hierfür kürzt man die Pflanze mit einer Garten- oder Heckenschere um etwa die Hälfte. Dabei muss man aber stets darauf achten, nicht bis in das alte, kahle Holz zu schneiden. Die Triebe müssen noch Blätter haben.

Wer sich mit den nächtlichen Temperaturen unsicher ist, sollte lieber auf den späten Rückschnitt verzichten, denn wie das Portal Lavendel.net erklärt, kann das Zurückschneiden im Herbst zu einem Austrocknen der Schnittstellen oder einem Erfrieren dieser Triebe bei Frost führen. Außerdem ist die Pflanze bei niedrigeren Temperaturen anfälliger für Schädlinge, die über die Schnittstellen eindringen können.

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Eine Frau begutachtet eine Salbeipflanze
Salbei wächst schnell, mag volle Sonne und Rückschnitte. Das verspricht eine gute Ernte. © Mint Images/Imago
Kresse in einer halbierten Eierschale in einem Eierbecher in Huhnform
Kresse lässt sich aus Samen auf kleinstem Raum kinderleicht selbst ziehen. © Manfred Ruckszio/Imago
Zweige und Blüte von Strauchbasilikum (Ocimum basilicum) Magic Blue in der Nahaufnahme
Das einjährige Strauchbasilikum wächst schnell und buschig. Perfekt für Bienen und zu Tomate-Mozzarella. © imagebroker/Imago
Ein älterer Herr riecht an einer großen Bohnenkrautstaude
Das winterharte Bohnenkraut braucht nicht viel Wasser und gedeiht auch auf dem Balkon sehr gut. © imagebroker/Imago
Knospender und blühender Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
Schnittlauch sollte man ernten, bevor sich Knospen bilden – aber mit Blüten ist er eine Zierde. © blickwinkel/Imago
Eine tiefgrüne Pflanze Krause Petersilie
Nicht zu trocken, nicht zu nass und genug Licht – damit ist die Petersilie schon zufrieden. © Shotshop/Imago
Eine Frau pflanzt Minze in einen Topf mit Erde, Ansicht von oben
Wenn man Minze genug gießt, wuchert sie wie verrückt. Der Anbau im Topf ist sinnvoll, um sie zu bremsen. ©  Westend61/Imago
Ein großer blühender Oregano (Origanum vulgare) und ein Thymian im Topf auf einem Balkon
Oregano ist eine winterharte Staude, die einen mageren Boden bevorzugt. Düngen muss man nicht, wässern nur bei großer Hitze. © blickwinkel/Imago
Zahlreiche Zitronenmelisseblätter von oben aufgenommen
Die Zitronenmelisse mag es sonnig, sie darf nur nicht austrocknen. Wenn man sie schneidet, bildet sie neue Triebe. © Shotshop/Imago
Ein Mann pflanzt einen Thymianbusch in einen Tontopf
Damit Thymian gut wächst, sollte er nach dem Kauf in einen größeren Topf, am besten in mit Sand gemischte Blumenerde. © Westend61/Imago

Im Herbst kann man welke Blüten entfernen, andererseits ist ein etwas unordentlicher Garten für Tiere hilfreich. Etwa Ende März oder Anfang April, wenn die meisten Fröste vorbei sind, sollte beim Lavendel der sogenannte Winterschnitt erfolgen.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago