Neue Studie

VW präsentiert ID. EVERY1: Ist das endlich der Volksstromer?

  • Simon Mones
    VonSimon Mones
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Volkswagen wagt den nächsten Versuch: Mit dem ID. EVERY1 wollen die Wolfsburger endlich ein Elektroauto für die breite Masse auf die Straße bringen. Doch bis zum Marktstart dauert es noch.

Es gibt Daten, die streicht man sich rot im Kalender an. Geht es nach Volkswagen, gehört auch 5. März dazu. Denn mit dem ID. EVERY1 hat der Wolfsburger Autobauer seine Vision eines bezahlbaren Elektroautos für die breite Masse vorgestellt. Es ist bereits der zweite Anlauf nach dem ID.Life.

Schon im Vorfeld der Vorstellung im Congress Centrum Düsseldorf sprach Volkswagen von der „Champions Leauge des Automobilbaus“. Das Elektroauto, das rund 20.000 Euro kosten soll, würde die Modellpallette nach unten abrunden. Der Marktstart ist für 2027 anvisiert. Wie der ID. 2all ist er Teil der neuen Electric Urban Car Familie.

VWs Volksstromer erinnert an den up!

Doch was dürfen die Kunden vom neuen ID. EVERY1 erwartet? Der Stromer baut auf der MEB-Plattform auf und soll laut Volkswagen eine WLTP-Reichweite von 250 Kilometern schaffen. Angetrieben wird das neue ID-Modell von einem Elektromotor mit 95 PS (70 kW) an der Front. Mit einer Länge von 3.880 mm ist der ID. EVERY1 zwischen dem ehemaligen up! (3.600 mm), dem ID. 2all (4.050mm) und dem aktuellen Polo (4.074 mm) positioniert. Innen bietet er Platz für vier Personen und ein Kofferraumvolumen von 305 Litern.

Optisch ist der ID. EVRY1 an den VW up! angelehnt.

Optisch ist der ID. EVERY1 wieder ein echter Volkswagen und geht weg vom futuristischen Design der bisherigen ID-Modelle. Eine Entwicklung, die sich schon beim ID. 2all gezeigt hatte. Beim ID.EVERY1 greift VW nun die Designsprache des beleibten up! auf, der bis 2023 gebaut wurde. „Unser Anspruch war es, etwas Mutiges und doch Zugängliches zu schaffen. Der ID. EVERY1 tritt selbstbewusst auf, bleibt aber sympathisch – dank Details wie dendynamischen Frontleuchten und dem lächelnden‘ Heck. Diese Designelement emachen ihn zu mehr als nur zu einem Auto: Sie verleihen ihm Charakter und eine Identität, mit der sich Menschen verbinden können“, betont VW -Chefdesigner Andreas Mindt.

Kaum zu sehen: Diese 10 Automarken sind echte Exoten in Deutschland

Lucid Air auf Kies
Platz 10 – Lucid (USA): Schick sieht er ja schon aus der Air. Und mit rund 800 Kilometern Reichweite ist das Elektroauto auch absolut langstreckentauglich. In Deutschland ist das Luxusmobil aber noch ein absoluter Geheimtipp © Lucid Motors
Luicid Air
Grade einmal 392 Neuzulassungen gab es 2024 in Deutschland. Das dürfte auch an dem Preis liegen. Der Lucid Air kostet in der Basisversion Pure bereits stolze 85.000 Euro. Wer den Luxus-Strom voll ausgestattet haben will, muss für den Air Sapphire sogar 250.000 Euro auf den Tisch legen. © Lucid Motors
Lotus Emeya
Platz 9 – Lotus (China): Hier trifft Tradition auf Moderne. Oder britisches Understatement auf chinesische Technologie. Denn wie MG gehört auch diese britische Ikone längst zu einem chinesischen Konzern. © Lotus Cars
Lotus Eltere
Doch anders als MG tut sich Lotus auf dem deutschen Markt noch schwer. Lediglich 365 Autos wurden 2024 verkauft. Das dürfte auch dem Wandel zur Elektromobilität geschuldet sein. © Lotus
Rolls-Royce Cullinan
Platz 8 – Rolls-Royce (Großbritannien): Wenn es um Luxusautos geht, führ kein Weg an Rolls-Royce vorbei. Die Briten stehen für Handarbeit, opulente Materialien und absolute Exklusivität. Ein echtes Statussymbol eben. © Rolls-Royce
Rolls-Royce Cullinan
Das hat natürlich seinen Preis und den können nur wenige zahlen. Wer Rolls-Royce fährt, gehört zu einem sehr exklusiven Kreis. Das zeigt sich auch bei den Neuzulassungen: Grade einmal 360 Fahrzeuge gingen 2024 an die gutbetuchte Kundschaft. © Rolls-Royce
Leapmotor T03
Platz 7 -Leapmotor (China): Ein weiterer Geheimtipp, der sich aber vermutlich nicht mehr lange auf dieser Liste finden dürfte. Denn Leapmotor gehört zum Stellantis-Konzern und greift mit dem günstigen T03 in Europa an. © Leapmotor
Leapmotor C10
Bisher sind die Zulassungszahlen aber noch sehr übersichtlich. 2024 wurde grade einmal 178 Autos bestellt. © Leapmotor
Cadillac Lyriq
Platz 5 – Cadillac (USA): Normal sind es die USA eher gewohnt, die Welt anzuführen. Oder wie Donald Trump sagen würde: America first! Im Falle von Cadillac klappt das jedoch nicht so wirklich gut. © Weigl/Cadillac
Cadillac Lyriq
2024 setzten die Amerikaner lediglich 175 Einheiten des Elektroautos Lyriq ab. Der E-SUV ist derzeit das einzige Modell das Cadillac hierzulande anbietet. © Simon Rainer/Cadillac
VinFast VF 6
Platz 5 – Vinfast (Vietnam): Geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid. Das gilt auch für das Ranking der seltensten Automarken. Und so teilen sich Vinfast und Cadillac den fünften Rang. © Pond5 Images/Imago
Vinfast VF8
Denn auch Vinfast setzte im Jahr 2024 lediglich 175 Elektroautos in Deutschland ab. Das erste Auto wurde im Mai 2024 übergeben und das, obwohl man eigentlich schon 2022 auf den hiesigen Markt expandieren wollte. © Pond5 Images/Imago
Fisker Ocean
Platz 4 – Fisker (USA): Ein saubere Zukunft für alle. Das versprach Fisker. Möglich machen sollten das nachhaltige Materialien. Doch da Projekt scheiterte krachend. © Pond5 Images/Imago
Fisker Ocean
Statt sauberen Meeren gab es finanzielle Probleme. Die 134 Autos, die in Deutschland verkauft wurden, waren da nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Im Sommer 2024 meldete Fisker schließlich Insolvenz an. © Pond5 Images/Imago
Maxus EUNIQ 6
Platz 3 - Maxus (China): Die Strategie mit der Maxus nach Europa kam, unterscheidet sich von den zahlreichen anderen Marken aus Fernost. Neben Elektroautos hat Maxus auch Transporter im Angebot. © Maxus
Maxus e-Delivery
Trotzdem spielt die Marke in Deutschland keine wirkliche Rolle. Lediglich 70 Fahrzeuge wurden 2024 neuzugelassen. © Maxus
Lynk & Co. 02
Platz 2 – Lynk & Co. (China): Auch Lynk & Co. geht in Deutschland mit einem ungewöhnlichen Konzept an den Start. Die Autos gibt es lediglich im Abo, aber nicht zu kaufen. © Lynk & Co.
Lynk & Co. 01
Wirklich erfolgreich ist das Konzept in Deutschland aber nicht. Grade einmal 68 Abos wurde 2024 abgeschlossen. © Lynk & Co.
Zwei Autos von Aiways
Platz 1 – Aiways (China): Noch seltener erblickt man in Deutschland nur die Autos von Aiways. Und das obwohl der Hersteller bereits seit 2020 in Deutschland aktiv ist. © Aiways
Aiways U6 SUV-Coupé
Wirklich erfolgreich war man seitdem jedoch nicht. 2024 lief für den chinesischen Hersteller aber besonders schlecht. Nur 27 Autos wurden verkauft – das sind nicht einmal zwei pro Monat.  © Aiways

VW ist mit dem ID.1 spät dran

Klar ist aber auch: Der ID. EVERY1 oder ID.1, wie das Modell bei Markteinführung heißen dürfte, wird nicht in Deutschland gebaut. Ansonsten wäre der Preis von rund 20.000 Euro nicht machbar. Der kompakte Stromer soll jedoch in Europa vom Band laufen, wie VW einmal mehr betont.

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Mit dem ID. EVERY1 ist Volkswagen jedoch etwas spät dran. Denn auch die Konkurrenz weiß, dass bezahlbare Modelle für den Erfolg der Elektromobilität wichtig sind. Stellantis ist bereits mit mehreren Modellen vorgeprescht, wie dem Citroën ë C3 und dem Fiat Grande Panda. Auch Renault hat mit dem Renault 5 bereits ein bezahlbares Modell im Angebot. Bei Volkswagen geht es – zumindest bis 2027 – mit dem ID.3 los und der ist mit rund 30.000 Euro alles andere als günstig.

Rubriklistenbild: © Ivo Hercik/VW