Clever Heizen
Elektroauto im Winter: Mit fünf Tipps lässt sich bei Kälte möglichst viel Reichweite retten
VonSebastian Oppenheimerschließen
Bei Minustemperaturen sinken die Reichweiten von E-Autos dramatisch. Man kann jedoch einiges tun, um möglichst viele Restkilometer aus dem Akku herauszukitzeln.
Elektroautos und Eiseskälte – das ist eine Kombination, die nur wenig Freude macht. Denn Kälte setzt der Leistungsfähigkeit der Batterie dramatisch zu: Die Reichweite reduziert sich mit jedem Grad Außentemperatur und im Gegenzug werden die Ladezeiten immer länger. Doch mit ein paar einfachen Maßnahmen lässt sich viel Reichweite retten und Zeit an der Steckdose sparen.
Stromer am besten noch an der Ladestation vorheizen
Beim Elektroautofahren im Winter ist es wie beim Sport: Wer sich vorher warm macht, kommt weiter. Denn alle Elektroautos haben eine Standheizung, die sich in der Regel per Smartphone-App steuern oder zumindest im Bordcomputer programmieren lässt. Wenn das Auto an der Ladestation angeschlossen ist, wird so beim ersten Erwärmen kein Strom aus dem Akku verbraucht und man startet mit wohliger Wärme. Für alle, die nicht in der Garage parken, ist das noch wichtiger. Und natürlich: Schneeräumen nicht vergessen. Und zwar diesmal nicht nur an den Scheiben. Schließlich geht’s hier nicht nur um die Sicht, sondern auch um das Gewicht und den Luftwiderstand. Je mehr Schnee, desto mehr muss der Motor schleppen – und desto weniger weit kommt er.
Energieverbrauch niedrig halten: Sitz- und Lenkradheizung nutzen
Um den Energieverbrauch für die Komfortfunktionen möglichst kleinzuhalten, sollten E-Fahrer clever heizen – und nur jene Bereiche des Autos aufheizen, die auch tatsächlich genutzt wurden. Wer allein im Auto sitzt und die Einstellungen entsprechend anpassen kann, der spart zum Beispiel den Fond einfach aus. Außerdem gilt: Je näher die Wärmequelle, desto wohliger fühlt es sich an: Deshalb lieber die Sitz- oder die Lenkradheizung anschalten, statt die Luft im Wagen auf Temperatur zu bringen. Das geht schneller und kostet weniger Energie.
Kurzstrecken nach Möglichkeit zu einer längeren Tour zusammenfassen
Wenn’s ans Fahren selbst geht, sollte man die Routenplanung anpassen und einzelne Kurzstrecken, wenn möglich, lieber zu langen Touren verknüpfen. Denn bei langen Standzeiten zwischen kurzen Fahrten kühlen Innenraum und die Batterie ab und müssen immer wieder neu aufgeheizt werden.
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Laden bei „Wohlfühltemperatur“ – am besten direkt nach längerer Fahrt
Auch beim Laden gibt es einiges zu beachten: Wer kann, der heizt seine Batterie vor und erhöht so die Ladeleistung. Wo das nicht möglich ist, lädt man am besten unmittelbar nach einer längeren Fahrt, weil der Akku dann ohnehin schon auf Temperatur ist. Und zu guter Letzt empfiehlt sich ein Blick in die Bedienungsanleitung. Denn einige Hersteller machen dort präzise Vorgaben für den Winter und warnen zum Beispiel davor, den Wagen bei Frost mit leerem Akku abzustellen.
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Elektroauto im Stau: Einfach Abwarten und Tee trinken
Spätestens im Winterstau – so lautet das Vorurteil – ist es endgültig vorbei mit der Elektromobilität. Während die Verbrenner zur Wellnessoase werden, auf Saunatemperatur heizen, die Ambientebeleuchtung schimmert und das Entertainment auf Hochtouren läuft, klammern sich E-Fahrer mit klammen Fingern an eine laue Tasse Tee aus der Thermoskanne, harren bibbernd bei Dunkelheit aus und müssen am Ende doch schieben, weil natürlich der Akku leer ist. Blödsinn, sagt der ADAC und verweist auf Messungen, wonach Elektroautos etwa 1,5 bis 2 kW Leistung benötigen, um den Innenraum bei minus zehn Grad Außentemperatur konstant auf 20 Grad zu erwärmen. In einem zwölfstündigen Stau ist demnach mit einem Stromverbrauch von 18 bis 24 Kilowattstunden zu rechnen. Die meisten Elektroautos haben heutzutage deutlich größere Akkus verbaut, geben die Experten Entwarnung. Da können auch E-Fahrer ganz beruhigt Abwarten und Tee trinken – oder mithilfe des in vielen E-Autos vorhandenen externen Stromanschlusses zwischendurch sogar einen Kaffee frisch aufbrühen. (Benjamin Bessinger/SP-X)
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