Kind sitzt in einem grünen Kinder-Planschbecken im Sommer
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In kleinen Pools ist die Bakteriendichte noch höher. (Symbolbild)

Fäkalkeime und Co.

Bakterienschleuder Planschbecken: Wie dreckig sind Mini-Pools für Kinder?

  • Sarah Diedenhoven
    VonSarah Diedenhoven
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Planschbecken für Kinder können im Sommer schnell zu ekligen Brutstätten für Bakterien werden, die nicht einmal Chlor zuverlässig reinigt.

Schweiß, Urin und Grünzeug aus dem Garten: Besonders wenn nicht nur die eigenen Kinder im Planschbecken toben, wird das seichte Wasser schnell zur Keimschleuder. Das kann vor allem für die Kleinen gefährlich werden, wenn sie das Wasser beim Spielen verschlucken.

Im Planschbecken tummeln sich die Fäkalkeime

Für viele Eltern ist der kleine Kinder-Pool im Garten oder auf dem Balkon die optimale Lösung für heiße Sommertage und eine stressfreie und günstige Alternative zum Freibad. Im Vergleich zum Babybecken im Schwimmbad ist das Planschbecken zu Hause allerdings eine echte Bakterien-Brutstätte.

Eine dreckige Badehose oder Kot-Rückstände auf der Haut reichen bereits aus, um das Wasser im Pool zu verunreinigen. Die beliebten Schwimmwindeln halten zwar die festen Bestandteile zurück, sind aber nicht zu 100 Prozent dicht. Durch die geringe Wassermenge konzentrieren sich die Kolibakterien zudem und haben bei den hohen Temperaturen optimale Bedingungen um sich zu vermehren. Aus dem gleichen Grund sind auch Whirlpools in der Schwangerschaft lieber zu meiden.

Durchfall nach dem Spielen im Pool

Für Kinder wird das verunreinigte Wasser vor allem dann gefährlich, wenn sie beim Spielen größere Mengen verschlucken. „Es reichen minimale Spuren von infiziertem Kot am Gesäß, um das Wasser zu verunreinigen – insbesondere, wenn sich Badende nicht vorher duschen“, erklärt Dr. Monika Niehaus von den Kinder- und Jugendärzten im Netz. Bauchkrämpfe, Erbrechen und Durchfall der Kinder können die Folge sein. „Wer in den letzten zwei Wochen unter Durchfall gelitten hat, sollte nicht in den Pool. Denn auch nachdem ein Patient beschwerdefrei ist, scheidet er die infektiösen Erreger noch lange aus“, warnt Dr. Niehaus weiter.

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Kolibakterien in Planschbecken mit Chlorwasser nachgewiesen

Eine australische Studie konnte sogar in 66 Prozent der Pools, die mit Chlor gereinigt werden, noch Kolibakterien wie E. coli nachweisen. Grund dafür ist, dass sich Chlor bei hoher Sonneneinstrahlung schneller zersetzt – innerhalb weniger Stunden, wie die Forschenden erklären. Der Chlorgehalt lässt sich anders als im Schwimmbad zu Hause jedoch nur aufwändig messen. Besser ist es daher, das Wasser regelmäßig zu erneuern.

Wie oft muss ich das Wasser im Planschbecken wechseln?

Bei kleinen Planschbecken ist es ratsam, das Wasser täglich zu wechseln. Bei größeren Pools ist das Minimum „täglich etwa 30 Liter pro Benutzer durch frisches Wasser zu ersetzen“, rät Alexander Kämpfe vom Umweltbundesamt gegenüber der SZ. Wenn gerade niemand planscht, ist es außerdem sinnvoll, den Pool abzudecken. Blätter, Grashalme und andere größere Verunreinigungen sollten zudem entfernt werden, denn auch sie sind ein Nährboden für die Bakterien im Wasser.

Wie oft reinigen? 15 Stellen im Haus, die gerne vergessen werden

Auf Küchenflächen lagern sich mehr Mikroben als sonst wo.
Auf Küchenflächen lagern sich mehr Mikroben und Bakterien ab, als den meisten Menschen bewusst ist – nämlich mehr als irgendwo sonst im Haus. Vor allem, weil dort Lebensmittel zubereitet werden, kann das ungesund sein. Außerdem können vom Kochen und Backen Fettschichten und Essensreste zurückbleiben. Deshalb sollten die Arbeitsflächen einmal am Tag abgewischt werden. Wenn man es regelmäßig macht, reicht dazu meist ein Schwamm mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel. © Imago
Die Spüle mit dem Geschirr gehört zu den täglichen Putzstellen.
Je nachdem, wie viele Menschen im Haushalt leben, gehört auch die Spüle mit dem Geschirr zu den täglichen Putzstellen. Spült man Teller, Tassen und Co. täglich, häuft sich nie ein Berg an Geschirr an und das Reinigen ist einfacher, weil keine Speisereste antrocknen. © Imago
In einer Toilette leben im Durchschnitt knapp 3.000 Bakterien.
In einer Toilette leben im Durchschnitt knapp 3.000 Bakterien. Das stille Örtchen ist also eine Putzstelle, der man sich regelmäßig zuwenden sollte. Am besten putzt man die Toilette alle drei Tage, um für einen angemessenen Hygiene-Standard zu sorgen.  © Imago
Die Mülleimer im Haus sollten je nach Größe des Haushalts alle paar Tage geleert werden.
Auch beim Müll gilt: Besser öfter als zu selten. Die Mülleimer im Haus sollten je nach Größe des Haushalts alle paar Tage geleert werden. Besonders der Biomüll bleibt im Idealfall nicht länger als drei Tage im Haus stehen, sondern wird regelmäßig nach draußen in die Tonne oder zum Kompost gebracht. © Imago
Eine Putzstelle, die oft übersehen wird: die Türklinken.
Eine Putzstelle, die oft übersehen wird: die Türklinken. Zwar können sich Bakterien dort nicht besonders gut vermehren, allerdings ziemlich lange überleben. Deshalb sollte man Türklinken alle drei Tage abwischen, um die Verbreitung der Bakterien zu verhindern. © Imago
Staubsaugen und Wischen sind lästige Arbeiten
Staubsaugen und Wischen sind lästige Arbeiten, die im Haushalt aber mindestens wöchentlich erledigt werden sollten. Dazu gehört Fegen oder Saugen, um den Hausstaub und anderen Dreck zu beseitigen. Und je nach Zustand der Fußböden sollte man auch einmal in der Woche den Mopp herausholen. © Imago
Badezimmer etwa einmal in der Woche putzen
Die Toilette muss alle paar Tage gereinigt werden, der Rest vom Badezimmer etwa einmal in der Woche. Dazu gehören auch der Spiegel, die Dusche und der Abfluss, alle Ablagen und der Fußboden. © R. Rebmann/Imago
Bettwäsche gehört nicht zu den traditionellen „Putzstellen“.
Bettwäsche gehört nicht zu den traditionellen „Putzstellen“, sollte aber trotzdem einmal im Monat gewachsen und gewechselt werden. Mit der Zeit setzen sich Bakterien und Milben in den Fasern ab, die bei einer Waschtemperatur ab 60 Grad wieder abgetötet werden können. © Imago
Teppiche einmal im Monat ausklopfen
Wer in seiner Wohnung Teppiche liegen hat, sollte diese einmal im Monat ausklopfen, um Dreck, Krümel, Flusen und andere Rückstände des alltäglichen Lebens zu beseitigen.  © Imago
Die Fenster zu putzen, gehört zu den aufwendigeren Haushaltsaufgaben
Die Fenster zu putzen, gehört zu den aufwendigeren Haushaltsaufgaben, weshalb man sie wohl eher ungern erledigt. Alle drei Monate sollte man sich aber trotzdem dazu aufraffen. Zwar schadet es den Scheiben nicht, wenn sie schmutzig sind, und es kann auch keinem Mieter vorgeschrieben werden, wie oft er sie zu putzen hat. Allerdings sind dreckige Scheiben vor allem im Sonnenlicht nicht besonders schön anzusehen. © R. Rebmann/Imago
In Ablagerungen und Lebensmittelverkrustungen können sich Bakterien und Schimmelpilze ansiedeln
Beim Backofen ist es hingegen schlimmer, wenn dieser nicht regelmäßig gereinigt wird. In Ablagerungen und Lebensmittelverkrustungen können sich Bakterien und Schimmelpilze ansiedeln, die ungesund sind. Deswegen sollte man den Backofen alle drei Monate reinigen.  © Imago
Waschmaschine sollte alle drei Monate geputzt werden.
Ähnliches gilt für die Waschmaschine, die ebenfalls alle drei Monate geputzt werden sollte – vor allem das Flusensieb. Passiert das nicht, können Flusen und Ablagerungen in die Leitungen gelangen, die verstopfen, sodass das Wasser nicht mehr richtig abfließen kann. Das kann zu Schimmel in der Maschine und zu müffelnder Kleidung führen.  © Imago
Beim Putzen vergessen wir oft die Schränke
Beim Putzen vergessen wir oft die Schränke – vor allem die, die eine geschlossene Tür haben. Trotzdem muss man regelmäßig darin putzen. Küchenschränke sollten alle drei Monate ausgewischt werden, damit sich dort keine Fettschicht vom Kochen absetzt. Kleiderschränke sollte man einmal im Jahr von innen putzen. © Imago
Kühl- und Gefrierschrank einmal im Jahr abtauen
Ähnliches gilt für den Kühl- und Gefrierschrank. Dieser sollte ebenfalls mindestens einmal im Jahr ausgeräumt und von innen geputzt werden. Dabei kann er auch gleich einmal abgetaut werden. Macht man das nicht, bildet sich eine Eisschicht, die dafür sorgen kann, dass das Gerät nicht mehr richtig kühlt oder der Stromverbrauch steigt. © Imago
Vorhänge und Gardinen
Oft vergessen: Vorhänge und Gardinen sind ebenfalls Möbelstücke, in denen sich Dreck ablagern kann. Deswegen sollte man sie regelmäßig von der Stange nehmen und reinigen. Je nach Haushalt reicht es meist, wenn das einmal im Jahr erledigt wird. Bei Rauchern oder wenn Kinder und Tiere sie verschmutzen, geht das natürlich auch öfter. © K. Wothe/Imago

Verunreinigungen im Planschbecken vermeiden

Eine ordentliche Hygiene ist der beste Weg, damit das Planschbecken erst gar nicht zur dreckigen Bakterienschleuder wird. Deshalb gilt:

  • Kinder vor und nach dem Planschen ordentlich abduschen
  • Schwimmwindeln regelmäßig prüfen und bei Bedarf wechseln
  • Größere Kinder regelmäßig an den Toilettengang erinnern, etwa jede Stunde
  • Vor dem Becken einen Behälter aufstellen um Gras, Blätter und Co. von den Füßen abzuwaschen
  • Getränke, Eis und Snacks haben im Planschbecken nichts verloren
  • Verschmutzungen regelmäßig entfernen und das Planschbecken bei Nicht-Benutzung abdecken
  • Wasser regelmäßig austauschen

Besonders wichtig ist es, die Kinder vor und nach dem Planschen abzuduschen, denn der Pool zählt nicht als Bad, wie eine Mama aus den USA meint. Das gilt nicht nur für das Freibad und den heimischen Garten-Pool. Auch im Badesee tummeln sich Erreger wie die Entenflöhe, die einen unschönen Ausschlag bei Kindern verursachen können.