Kälte nicht für alles gut

Raus aus der Kälte: Welche Lebensmittel nicht in den Kühlschrank gehören

  • Maria Wendel
    VonMaria Wendel
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Bewahren Sie verderbliche Lebensmittel immer im Kühlschrank auf, weil sie da am längsten frisch bleiben? Einigen Produkten schaden Sie damit eher.

Von Gemüse und Obst über Milchprodukte, Fleisch und Wurst, bis hin zu Fisch: Bei manch einem kommen sogar Brot und Kaffee in den Kühlschrank. Aber Sie tun damit bei weitem nicht allen Lebensmitteln einen Gefallen. Denn eine kühle Lagerung ist nicht für alle Nahrungsmittel optimal, bei manchen bewirkt es sogar eher, dass sie schneller schlecht werden, an Aroma verlieren oder durch die Feuchtigkeit im Kühlschrank anfangen zu schimmeln. Beachten Sie deshalb die folgenden Tipps, welche Lebensmittel Sie schnell aus dem Kühlschrank herausholen sollten.

Der Kühlschrank ist für einige Obst- und Gemüsesorten sowie weitere Lebensmittel nicht der beste Aufbewahrungsort.

Richtige Lagerung: Dieses Obst gehört nicht in den Kühlschrank

  • Äpfel: Äpfel sollten dunkel und kühl gelagert werden, aber nicht kühlschrankkalt. Im Keller oder in einem kühlen Vorratsraum bleiben sie knackiger und geschmackvoller.
  • Pfirsiche, Pflaumen, Kirschen etc.: Allgemein Steinobst muss nicht in den Kühlschrank, für diese Sorten ist es dort zu kalt. Lagern Sie sie deshalb bei Zimmertemperatur.
  • Bananen: Auch Bananen haben im Kühlschrank nichts verloren, die Schale verfärbt sich dort schneller und der Geschmack leidet.
  • Zitronen, Orangen, Limetten: Zitrusfrüchte mögen es warm und reagieren empfindlich auf eine Lagerung im Kühlschrank. Sie mögen stattdessen eine kühle Speisekammer.

Pfeifen Sie auf das MHD: So erkennen Sie, ob ein Lebensmittel verdorben ist

Brot, das schimmelt, gehört in den Müll. Hartes Brot können Sie dagegen noch retten.
Kennen Sie die Regel, dass ein fauler Apfel den ganzen Korb verdirbt? So ähnlich ist es mit Brot auch. Wenn Sie an einem Brotlaib oder auch nur an einer Brotscheibe Schimmel entdecken, sollten Sie das gesamte Brot in den Müll werfen. Brot ist so porös, dass die Schimmelsporen ganz leicht und rasend schnell alles durchdringen. Ist das Brot dagegen nur abgelaufen, hart oder trocken, müssen Sie nicht gleich Abschied nehmen. © picture alliance/dpa
Eier Haltbarkeit erkennen
Je älter ein Ei ist, desto mehr Luft konnte durch die poröse Eierschale ins Innere gelangen. So entsteht ein Luftpolster zwischen Eigelb und Schale. Wenn Sie das Ei in ein Glas mit Wasser legen, schwimmt deshalb die Seite mit der Luftblase oben. Wenn es schließlich an der Oberfläche schwimmt, ist das Ei mit höchster Wahrscheinlichkeit verdorben. © picture alliance/dpa
Fisch Haltbarkeit erkennen
Wenn Sie ihn an der Fischtheke gekauft haben, bleiben Ihnen noch maximal drei Tage, lieber weniger. Sobald der Fisch schlecht ist, wird seine Haut und das Fleisch schleimig und der typische, unangenehme Fischgeruch steigt Ihnen in die Nase. Finger weg! © Holger Hollem/dpa
Fleisch Haltbarkeit erkennen
Frisches, rohes Fleisch hat einen eigentümlichen Geruch, den ungeübte Nasen schon mal falsch interpretieren können. Dabei verströmt fauliges Fleisch einen Gestank, dem man sich kaum nähern kann. Ist das Fleisch außerdem noch schleimig oder klebrig, lassen Sie bitte die Finger davon. Farbveränderungen sind zwar nicht per se ein Hinweis auf verdorbenes Fleisch, aber gräulich sollte es nicht aussehen. © picture alliance / Oliver Berg/d
Joghurt Haltbarkeit erkennen
Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, ist das aber noch lange kein Grund, den Joghurt wegzuschmeißen. Meist ist er noch völlig in Ordnung und genießbar. Die enthaltenen Bakterien funktionieren dabei wie ein natürliches Konservierungsmittel. Erst, wenn sich auf der Oberfläche ungewöhnlich für Flüssigkeit bildet und der Joghurt auch unten im Becher flüssig ist, sollten Sie ihn entsorgen. © picture alliance / dpa
Käseplatte mit Wein
Je weicher und feuchter der Käse, desto leichter wird er schlecht. Er fängt dann an, unangenehm sauer zu riechen. Auch bei Schimmelbefall sollten Sie Weichkäse in die Tonne werfen, da dieser die feuchte Käsemasse sehr schnell durchdringt und dabei nicht unbedingt sichtbar ist.  © crisper85/Imago
Käse Haltbarkeit erkennen
Das gilt natürlich nicht für Sorten mit Edelschimmel, wie Gorgonzola, Brie oder Roquefort. Hartkäse wie Parmesan hat eine deutlich längere Haltbarkeit. Hier können Sie Schimmel an den Außenseiten ruhig großzügig wegschneiden und den Rest des Laibes ohne schlechtes Gewissen genießen. © Harald Tittel/dpa
Milch Haltbarkeit erkennen
Schlechte Milch müssen Sie nicht in jedem Fall wegschütten. Schmeckt oder riecht die Milch schlecht oder ist sie klumpig geworden, dann müssen Sie sie entsorgen. Das gilt aber nicht für unbehandelte Milch. Daraus können Sie noch einiges zaubern.  © picture alliance/dpa
Olivenöl Haltbarkeit erkennen
Olivenöl muss fruchtig riechen, dann können Sie es jahrelang genießen. Altes, schlechtes Öl riecht dagegen ranzig, teilweise sogar wie Motoröl. Lagern Sie das Öl am besten dunkel und dicht verschlossen, dann kann es sich viele Jahre halten. © Lorenzo Carne/dpa
Wurst Haltbarkeit erkennen
Sie haben Wurst an der Fleischertheke gekauft? Dann sollten Sie sie so schnell wie möglich verbrauchen, am besten innerhalb der nächsten drei Tage. Fängt die Wurst an, seltsam zu riechen und schleimig zu werden, haben Bakterien ganze Arbeit geleistet. Dauerwurst, wie Salami, hält sich länger, wie der Name schon verrät. © picture alliance / Patrick Pleul

Raus aus dem Kühlschrank: Für dieses Gemüse ist es dort zu kalt

  • Tomaten: Das Nachtschattengewächs mag es nicht kalt oder feucht. Auch wenn viele ihre Tomaten in den Kühlschrank legen: Dem Aroma und der Konsistenz tun Sie damit keinen Gefallen. Daher besser bei Raumtemperatur lagern.
  • Gurken: Auch dem grünen Gemüse ist es im Kühlschrank zu kalt, bewahren Sie Gurken daher besser bei Raumtemperatur auf.
  • Zwiebeln und Knoblauch: Lagern Sie beides nicht im Kühlschrank. Sie verlieren an Geschmack und geben diesen auch noch an alles ab, was sich in der Nähe befindet. Stattdessen mögen es Zwiebeln und Knoblauch kühl, dunkel und trocken.
  • Kartoffeln: Bei Kartoffeln kann die Lagerung im Kühlschrank zu einer Geschmacksveränderung führen, denn die Kälte verwandelt Stärke in Zucker. Beim Braten oder Frittieren wird der Zucker in krebserregendes Acrylamid umgewandelt. Also Kartoffeln unbedingt raus aus dem Kühlschrank! Mit dem Sandkasten-Trick können Sie Kartoffeln hingegen länger frisch halten.

Einige Gemüsesorten fühlen sich hingegen sehr wohl im Gemüsefach des Kühlschranks. Dazu gehören Brokkoli, Lauch, Möhren, Blumenkohl, Kohlrabi, Pilze und Bohne.

Nachreifendes Obst und Reifegase

Beachten Sie, dass gewisse Obst- und Gemüsesorten nicht nebeneinander gelagert werden sollten, weil die einen das Reifegas Methylen verströmen, die anderen zu den nachreifenden Sorten gehören. Ethylen lässt viele Obst- und Gemüsesorten in der Umgebung schneller verderben. Lagern Sie deshalb zum Beispiel nicht Äpfel und Tomaten neben Bananen, Kohl oder Gurken.

Auch diese Lebensmittel müssen nicht in den Kühlschrank

  • Brot
  • Honig
  • Kaffee
  • Öl (außer Nuss-Öle)
  • Gewürze

Ein Sonderfall, über den man streiten kann, sind Eier: Sie müssen in Deutschland erst etwa 18 Tage nach dem Legedatum gekühlt werden (beachten Sie dazu die Packungshinweise auf dem Eierkarton). Vorher werden sie von der Citicula geschützt, müssen also nicht unbedingt im Kühlschrank aufbewahrt werden. Nur wenn Sie Eier gekühlt gekauft haben, sollten Sie sie zuhause auch weiter kühlen. Darüber hinaus ist übrigens auch wichtig, wo im Kühlschrank Sie die Lebensmittel lagern, denn es herrschen unterschiedliche Kältezonen in den verschiedenen Fächern.

Rubriklistenbild: © Andriy Popov/Imago