Aus Hanauer Grundschulen nehmen 28 Schüler der dritten Klassen am „DeutschSommer“ im Schullandheim Wegscheide teil. Foto: Stadt Hanau
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Aus Hanauer Grundschulen nehmen 28 Schüler der dritten Klassen am „DeutschSommer“ im Schullandheim Wegscheide teil. Foto: Stadt Hanau

Förderprojekt „DeutschSommer“ sucht Erfahrungsaustausch mit Eltern

Lernen bei Wasserschlacht

Hanau (ed) - Leuchtende Augen und strahlende Gesichter bekamen die Eltern, der 28 Grundschülerinnen und Grundschüler zu sehen, die vor dem Staatlichen Schulamt im Stadtteil Lamboy ihre Kinder in Empfang nahmen.

Nach einer ganzen Woche im Schullandheim Wegscheide in Bad Orb war die Wiedersehensfreude auf beiden Seiten groß. Die Kinder - allesamt Drittklässler, die kurz vor ihrem Eintritt in die vierte Klasse stehen - nehmen zur Zeit am Sprachförderprogramm DeutschSommer teil, das von Stadt, Land und Sponsoren, wie der Bürgerstiftung Hanau Stadt, der Frankfurter Volksbank sowie der Deutsche Bank Stiftung finanziert wird.

Im Rahmen des dreiwöchigen Programms werden Schülerinnen und Schüler, die Defizite im Umgang mit der deutschen Sprache aufweisen, vor dem Eintritt in die vierte Klasse noch einmal besonders gefördert. Bei den kleinen Teilnehmern handelt es sich oft, wenn auch nicht immer, um Kinder aus Einwandererfamilien, deren Eltern nicht in Deutschland geboren wurden. In den drei Wochen auf der Wegscheide arbeiten speziell geschulte Pädagogen in Unterrichts- und Spielsituationen mit den Kindern, um ihre Kenntnisse der deutschen Sprache zu verbessern. Dabei stehen Spaß und das spielerische Lernen im Vordergrund.

Den Abschluss der zweiten DeutschSommer-Woche nahmen Organisatoren und Lehrer zum Anlass, die Eltern zu einem Gespräch zu bitten und Zwischenbilanz zu ziehen. Der Austausch fand in den Räumen des staatlichen Schulamts für den Main-Kinzig-Kreis statt. „Das haben wir in diesem Jahr neu eingeführt, weil die Erfahrungen aus dem letzten Jahr uns gezeigt haben, dass es für die Eltern wichtig ist, eine Rückmeldung über die Entwicklung ihres Kindes zu erhalten und sie zudem Gelegenheit haben, auch Fragen an die Lehrer zu stellen“, erläutert Anne Dorothea Stübing, Schulleiterin der Gebeschussschule und Programmkoordinatorin für das Staatliche Schulamt.

Die Eltern der DeutschSommer-Kinder repräsentieren insgesamt zwölf verschiedene Nationen. Alle berichteten Positives über die zwei zurückliegenden Wochen. Nur die Trennung über mehrere Tage fiel manchen Eltern schwer - ihren Kindern dafür anscheinend umso weniger. „Unser Sohn Kiril hat erzählt, dass es ihm großen Spaß macht und er viele Freunde hat“, berichten die Wirts aus Russland. Das Ehepaar Safrin kommt aus Brasilien und aus Österreich. Sie erzählen, dass ihr zehnjähriger Sohn Eduardo sich im Bad Orb pudelwohl fühlt. „Er hat sich letztes Wochenende sehr darauf gefreut am Montag wieder hinzugehen. Er hat schnell Freunde gefunden und erzählt vom Theaterspielen und Wasserschlachten.“ Auch Hanan Hamani, die marokkanische Wurzeln hat, berichtet ihr neunähriger Sohn Safouan sei begeistert vom DeutschSommer. „Das Programm ist eine tolle Möglichkeit für die Kinder und wirklich sehr gut organisiert“, sagt Hamani. „Ich bin auch froh, dass die Teilnahmegebühr so niedrig ist.“

Johanna Werner, Lehrerin für Deutsch als Zweitsprache, ist in diesem Jahr zum ersten Mal mit dabei. „Die Kinder sind so motiviert und mit soviel Freude dabei. Das ist auch für uns Lehrer eine schöne Erfahrung und ganz anders, als wir es oft in der Schule erleben.“

Stübing hofft, dass alle Projektträger und Sponsoren auch im nächsten Jahr wieder mit von der Partie sind. Sie möchte das Angebot fortführen. „Dieses Programm ist sehr effektiv für die Kinder, die sprachliche Förderung brauchen,“ sagt Stübing, die Vorsitzende des Hanauer Präventionsrates ist.

Mehrere Kinder, die die „Wegscheide“ besuchen, klagen nach einem Imbiss-Besuch in Bad Orb über Schmerzen. Kontrolleure des Main-Kinzig-Kreises entnehmen Proben.