Nach einem Protestmarsch durch die Innenstadt versammelten sich die Demo-Teilnehmer zu einer Kundgebung auf dem Freiheitsplatz. Fotos: Kögel
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Nach einem Protestmarsch durch die Innenstadt versammelten sich die Demo-Teilnehmer zu einer Kundgebung auf dem Freiheitsplatz.

20. September

„Wir sind laut!“: Rund 1000 Menschen bei Klima-Demo in Hanau

Rund 1000 vornehmlich junge Menschen gingen nach Schätzungen der Polizei am Freitag in Hanau im Rahmen des globalen Streiks für Klimaschutz auf die Straße.

Hanau – Die Fridays-for-Future-Initiative sei inzwischen zu einer „globalen Bewegung geworden, mit der man rechnen muss“, betonte Niklas Schäfer von den Rodenbacher Jungsozialisten. Die Forderungen seien mittlerweile auch bei der Politik angekommen und auf die Agenda gesetzt worden. Die Frage bleibe aber: „Wie glaubwürdig ist das?“

Nach den einführenden Worten setzte sich der Demonstrationszug durch die Innenstadt in Bewegung. Auf Transparenten fand sich der deutliche Hinweis darauf, dass es „keinen Planeten B“ gebe, und eine „Konsequente Klimapolitik! Jetzt!“ „Alternativlos“ sei. „Wir sind hier – wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut“, skandierten die Demonstrationsteilnehmer, angeführt von dem Transparent mit der Aufschrift „Burn the SUVs – not the Trees.“ Die sprithungrigen Großfahrzeuge sind längst auch zu einem Symbol für Verschwendung von Ressourcen und Umweltbelastung geworden. Sie seien einer von vielen Beiträgen zur „Verschärfung der Klimaprobleme“, wie Zuhal Okca vn der Föderation Demokratischer Arbeitervereine e.V. (DIDF) in ihrem Beitrag kritisierte. Klimaschutz verlange konsequentes Handeln, das nicht nur die DIDF-Vertreterin auf Seiten der Wirtschaft und der Politik vermisst.

Ihre Forderungen formulierten die Demonstranten auf Schildern.

Einen Appell an gemeinsame Anstrengungen richtete Mara Landwehr von Fridays for Future Hanau an alle Menschen. Bei dieser Frage gebe es kein „Ihr,“ sonder nur ein „Wir.“ Das Thema „geht uns alle an. Und nur gemeinsam können wir etwas erreichen.“ Eine Haltung, die die Aktivisten beibehalten sollen, sagte Heinz Bayer vom GEW Kreisvorstand Hanau. „Bleibt standhaft, bleibt dran. Wir schaffen das, Ihr schafft das.“

Grußworte sprach auch Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Die Probleme der Welt seien auch die Probleme Hanaus Nicht zuletzt deshalb begrüße er das Engagement der Demonstrierenden. Die sahen zum Teil in Kaminsky zum Teil allerdings einen Vertreter jener Berufsgruppe, die Maßnahmen zum effektiven Klimaschutz auf politischer Ebene gerne verschleppt. Zwischen den Applaus mischten sich denn kritische Zwischenrufe und Missfallenskundgebungen.

VON DIETER KÖGEL

Wohl nur dem Einsatz starker Polizeikräfte ist es zu verdanken, dass es bei einer anderen Demo in der Hanauer Innenstadt nicht zu Massenschlägereien gekommen ist.