Locken mit Zinsen

Bis zu drei Prozent Zinsen – auf was Tagesgeld-Kunden jetzt achten sollten

  • Anne Hund
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Nach Jahren ohne Zinsen werden für Sparer Tagesgeld-Konten wieder interessanter. Bei entsprechenden Angeboten sollte man aber gut vergleichen.

Der Wettbewerb um Sparkunden nimmt Fahrt auf. Jüngstes Beispiel ist die Zinserhöhung bei der Direktbank ING. Sie hatte zum 5. April ihre Zinsen für Neukunden sowie für Neuanlagen ihrer Bestandskunden auf drei Prozent erhöht. Dieser hohe Zinssatz gilt für sechs Monate, danach wird das Guthaben zu Bestandskundenkonditionen weiter verzinst, wie das Vergleichsportal Verivox erklärt. Der reguläre Tagesgeldzins der Online-Bank liege aktuell bei 0,6 Prozent.

Eine Drei vor dem Komma – das gab es beim Tagesgeld schon lang nicht mehr. „Einen Tagesgeldzins von 3 Prozent hat aktuell sonst noch nur die zur spanischen Santander gehörende Suresse Direkt Bank zu bieten“, heißt es in der Mitteilung von Verivox (Stand: 9. April). „Dort erhalten den Aktionszins aber ausschließlich neue Kundinnen und Kunden. Außerdem ist er auf nur vier Monate befristet. Dafür sind hier auch die Zinsen für Bestandskunden mit 1,75 Prozent überdurchschnittlich hoch.“

Worauf Tagesgeld-Kunden achten sollten

Gleiche Konditionen für Bestands- und Neukunden finden sich selten im Markt, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa, Stand: 5. April) berichtet. Als eine der Ausnahmen nennt dpa hier die Direktbank DKB. Dort bekämen alle Kundinnen und Kunden seit April ein Prozent Zinsen auf Tagesgeld. Die DKB habe sich „bewusst gegen temporäre Lockangebote, begrenzte Anlagebeträge und ungleiche Behandlungen“ von Kundinnen und Kunden entschieden, kommt DKB-Chef Stefan Unterlandstättner in dem dpa-Bericht zu Wort. „Stattdessen bieten wir faire Bedingungen für alle.“

Die C24 Bank, die Bank des Vergleichsportals Check24, zahlt dpa zufolge auf dem Girokonto seit dem 1. April 2023 bis zum Jahresende zwei Prozent Zinsen auf Guthaben bis 50.000 Euro, sowohl für Neu- als auch für Bestandskunden. Der Vorteil an diesem Modell ist laut dpa folgender: Geld muss nicht auf ein gesondertes Konto überwiesen werden, sondern wird direkt auf dem Girokonto verzinst, wo es jederzeit für eventuelle Ausgaben zur Verfügung steht.

Der Wettbewerb um Sparkunden nimmt Fahrt auf.

Wettbewerb um Sparkunden nimmt Fahrt auf

Seit der Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) im Juli müssen Banken keine Zinsen mehr zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken, sondern verdienen daran. Daher locken Geldhäuser Neukunden, denn mit neuen Einlagen lässt sich Geld verdienen. Auch Bestandskunden bekommen bei vielen Banken und Sparkassen wieder Zinsen auf Tagesgeld, in der Regel aber weniger als Neukunden, wie dpa weiter ausführt.

Wie erkenne ich Lockangebote?

Grundsätzlich gilt: Wer auf der Suche nach lohnenden Tagesgeld-Angeboten ist, sollte vorher gut vergleichen und sich auf die Bank verlassen können. Bei den meisten Tagesgeld-Vergleichsrechnern im Internet kann man nicht nur die Höhe der anzulegenden Summe eingeben, sondern auch den Anlagezeitraum. Hier lohnt es sich, wie es in einem Bericht von Tagesschau.de (Stand: 8. April) zum Thema heißt, vor allem für eher wechselfaule Anlegerinnen und Anleger, den Haken bei sechs statt bei drei Monaten zu setzen. Anleger sollten zudem beachten, dass die meisten Tagesgeld-Angebote nur für Neukunden gelten.

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Neun Fehler, die Sie bei der Steuererklärung viel Geld kosten

Mutter und erwachsene Tochter
Unterhalt für volljährige Kinder: Zahlungen für unterhaltsberechtigte Personen (z.B. Kinder, Eltern, anderes Elternteil des gemeinsamen Kindes) lassen sich in der Regel absetzen. Dazu gehört etwa auch der Unterhalt für erwachsene Kinder, die studieren, aber noch daheim wohnen. Für 2022 können für Sprösslinge über 25 einen Betrag von maximal 10.347 Euro absetzen (zzgl. Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge). Die Kinder müssen nicht angeben, ob die Eltern den Unterhalt geltend machen. (Symbolbild) © YAY Images/Imago
Schreibtisch in modernem Arbeitszimmer
Arbeitszimmer nicht absetzen: Wurde 2022 ein Raum (kein Durchgangszimmer) fast ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt, können etwa Miete und Nebenkosten anteilig abgesetzt werden. Wichtig hier: Der Raum muss den Mittelpunkt der Arbeit darstellen und das muss belegbar sein. Ist das nicht der Fall, können Kosten nur bis zu 1.250 Euro abgesetzt werden. Wenn das Arbeitszimmer nicht den gesetzlichen Ansprüchen entspricht, kann man die Homeoffice-Pauschale in Anspruch nehmen (max. 600 Euro). (Symbolbild) © Addictive Stock/Imago
Frau in Videocall zu Hause
Internet und Telefon im Homeoffice: Oft vergessen: Wenn die privaten Leitungen von Internet und Telefon beruflich mitgenutzt werden, können davon 20 Prozent der Kosten als Werbungskosten abgesetzt werden. Wichtig: höchstens 20 Euro im Monat. Die Kosten werden ersetzt zu denen von Arbeitszimmer oder Homeoffice (2022: 120 Tage à fünf Euro). (Symbolbild) © Rainer Berg/Imago
Klempner repariert Abfluss
Handwerker-Anfahrt: Auch bei Handwerkern lässt sich ein bisschen Geld wiederholen. 20 Prozent Steuerrabatt gibt es auf die ausgewiesenen Lohnkosten (s. Rechnung). Dazu gehören etwa die Entsorgung von Grün­gut, Anfahrts- oder Verbrauchs­mittel­pauschalen. Tipp: Immer Rechnungen aufschlüsseln lassen, Belege aufheben und nicht bar zahlen. (Symbolbild)  © Monkey Business 2/Imago
Weibliche Autofahrerin, Nahaufnahme
Fahrt zur Praxis: Nur wenige Menschen wissen, dass man auch die Fahrten zu Ärzten, Therapie oder Reha-Maßnahmen absetzen kann (30 Cent/gefahrener Kilometer). Alle Kosten rund um die Gesundheit gelten als außergewöhnliche Belastungen. Als Nachweis reicht eine einfache Aufstellung der Fahrten aus. (Symbolbild) © Matej Kastelic/Imago
Gesundheitskarte mit Geldscheinen.
Kinder-Krankenkassenbeiträge: Befindet sich das Kind in einer Ausbildung, ist es meist günstiger, wenn die Eltern seine Sozial­versicherungs­beiträge in der eigenen Steuererklärung angeben. Auch, wenn das Kind selbst Versicherungsnehmer ist. Hier liegt großes Sparpotenzial und für den Nachwuchs gibt es keinen Nachteil. Sie sind erst ab einem Bruttoeinkommen von 13.150 Euro steuerpflichtig. (Symbolbild) © Zerbor/Imago
Geschäftsmann isst Nudeln mit Kollegen, Nahaufanahme
Verpflegungspauschale nicht angeben: Sind Arbeitnehmer viel unterwegs und eben nicht im Homeoffice, kann die Verpflegungspauschale geltend gemacht werden. Bei Abwesenheiten von acht Stunden und mehr sind das 14 Euro pro Tag, bei 24 Stunden 28 Euro und die An- und Abreisetage bringen je 14 Euro. Dazu zählt es übrigens auch, wenn man Wohnung oder Büro für das Mittagessen verlässt (Pause muss allerdings nachgewiesen werden, z.B. mit Arbeitgeberbescheinigung oder Tabellen zur Zeiterfassung). (Symbolbild) © Josep Suria/Imago
Mercedes Autohaus bietet Geschäftswagen an.
Zu viel für Firmenwagen gezahlt: Arbeitnehmer versteuern ihren Dienstwagen zusätzlich zum Monatsgehalt (Privatfahrten um ein Prozent, Dienstfahrten um 0,03 Prozent je Entfernungskilometer). Aber: Wer 2022 den Großteil der Zeit im Homeoffice war, kann seinen Bruttolohn um die zu viel versteuerten Fahrten mindern. (Symbolbild) © Arnulf Hettrich/Imago
Zwei Stempel je mit den Worten Steuer und Erklärung.
Verspätete Abgabe: Wer den Stichtag für die Steuererklärung verpasst (für 2022 ist das der 02. Oktober 2023), zahlt einen Verspätungszuschlag von mindestens 25 Euro pro angebrochenem Monat. Wer seine Steuererklärung also pünktlich dem Finanzamt zukommen lasst, zahlt nichts drauf. (Symbolbild) © Felix Schlikis/Imago

Tagesgeld-Kunden sollten flexibel bleiben

Lohnende Tagesgeld-Angebote hin oder her: Wer das meiste aus den gestiegenen Zinsen herausholen will, sollte allerdings auch flexibel und bereit sein, bereits nach einem halben Jahr wieder die Bank zu wechseln, heißt es weiter in dem Bericht. Max Herbst von der gleichnamigen Frankfurter Finanzberatung (FMH) betont Tagesschau.de zufolge unter anderem. „Man sollte sich beim Tagesgeld nicht von Bequemlichkeit leiten lassen, denn jeder Neukunde wird irgendwann zum Bestandskunden.“

Worauf sollte man achten, bevor man ein Tagesgeldkonto abschließt?

Hierzulande gehören viele deutsche Privatbanken auch dem freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken an. Die Einlagensicherung in Deutschland schützt maximal 100.000 Euro pro Bank und pro Kunde. Ob Tagesgeld-Sparer hier auch mehr als 100.000 Euro sicher anlegen können? „Alles, was über die 100.000 Euro hinausgeht, sind freiwillige Versprechungen der Banken“, erklärt Herbst dem Bericht von Tagesschau.de zufolge. „Möchte man wirklich ganz sicher gehen, teilt man also Beträge über 100.000 Euro auf mehrere Banken auf.“

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